„Wir arbeiten Hand in Hand“

Die Aufgaben der Braunfelser Stadtwerke sind vielfältig, Teamarbeit ist somit besonders wichtig. Max-Henry Freund, Klaus Schmidt und Bernhard Opolony sagen deshalb: "Wir...

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Braunfels. Die Aufgaben der Braunfelser Stadtwerke sind vielfältig, Teamarbeit ist somit besonders wichtig. Max-Henry Freund, Klaus Schmidt und Bernhard Opolony sagen deshalb: "Wir arbeiten Hand in Hand." – Ein Blick hinter die Kulissen der Stadtwerke.

Max-Henry Freund ist 27 Jahre alt und arbeitet seit einem Jahr bei den Stadtwerken in Braunfels. Seit Kurzem ist er der technische Betriebsleiter. Die Aufgabe hat er von Jörg Stahl übernommen, der in den Ruhestand gegangen ist. Vorher war Freund in Solms tätig. Er ist Meister für Abwasser und Umwelttechnik und hat zudem Energie- und Betriebsmanagement studiert. "Die Technik, aber auch, dass ich viel mit Menschen zu tun habe und mein Aufgabenbereich sehr interessant ist, das alles hat mich dazu bewogen, diesen Beruf zu erlernen", sagt Freund.

Klaus Schmidt ist zwar älter als Freund, arbeitet aber auch noch nicht so lange für die Braunfelser Stadtwerke. Seit fünf Jahren arbeitet er hier. Davor war er bei einer Bank beschäftigt. Der 53-Jährige ist der kaufmännische Betriebsleiter und gleichzeitig der Fachbereichsleiter Finanzen der Stadt Braunfels.

Die Stadtwerke sind für insgesamt 4000 Hausanschlüsse zuständig.

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"Bei der Bank hatte ich natürlich auch mit Zahlen zu tun, aber als ich hier angefangen habe, musste ich mich erst mal gründlich einarbeiten. Es ist doch etwas ganz anderes, wenn man plötzlich Sickergruben, die Menge von Klärschlamm und die sich daraus für den Verbraucher ergebenden Kosten berechnen muss", sagt er. Auch über Dinge wie das Kalkulieren von Wasserpreisen habe er sich früher natürlich nie Gedanken gemacht.

Zum Führungsteam gehört auch Bernhard Opolony. Der 46-Jährige ist Wassermeister und seit 2010 bei den Stadtwerken in Braunfels. Dort hat er auch seine Ausbildung zum Meister gemacht. Vorher war Opolony in Solms und Wetzlar tätig. Seine Ausbildung hat er bei den Gieß;ener Stadtwerken gemacht. In Braunfels ist er für die Bereiche Wassernetz, Wassergewinnung, -förderung und -speicherung zuständig.

Freund, Opolony und Schmidt betonen, wie wichtig es ist, dass die Mitarbeiter der Stadtwerke Hand in Hand zusammenarbeiten. Nur so sei es möglich, effizient und auf lange Sicht auch wirtschaftlich zu arbeiten. So plant Schmidt den Wirtschaftsplan für die Stadtwerke. Dafür muss er überlegen, welche Investitionen notwendig sind. Derzeit werden zum Beispiel viele Gelder im Bereich der Wasserleitungen benötigt. Viele der Rohre sind in die Jahre gekommen und sanierungsbedürftig. "Früher hat man die Leitungen mehrfach geflickt. Das machen wir heute nicht mehr. Wir flicken vielleicht noch einmal nach einem Rohrbruch und danach sanieren wir lieber komplett", sagt Bernhard Opolony.

Max-Henry Freund ergänzt: "Es hat sich herausgestellt, dass die geflickten Rohre schnell wieder kaputt gehen, einfach weil sie komplett sanierungsbedürftig sind. Die Erfahrung hat gezeigt, dass es zunächst zwar mehr Geld kostet, wenn wir die Rohre erneuern, langfristig sparen wir jedoch." Das wirkt sich bereits aus. Wenn man einen Blick auf die Zahl der Rohrbrüche im Stadtgebiet wirft, stellt man fest: In 2017 gab es über 100 Rohrbrüche, 40 davon alleine in den ersten beiden Monaten des Jahres. In diesem Jahr gab es bis August nur noch 37 Rohrbrüche.

Die Stadtwerke in Braunfels sind zuständig für ein 100 Kilometer langes Hauptleitungssystem mit insgesamt 4000 Hausanschlüssen.

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Immer ein wachsames Auge auf die Kosten hat dabei der kaufmännische Leiter der Stadtwerke, denn einfach so ausgeben, das geht natürlich nicht. Schließ;lich geht es dem Team auch darum, die Kosten für die Bürger nicht unnötig nach oben zu treiben.

Auch Freund und Opolony haben die Kosten natürlich im Auge. Die Mitarbeiter der Stadtwerke sind dabei durchaus innovativ. "In Tiefenbach wurde ein neuer Hochbehälter benötigt und der Tiefbrunnen hätte saniert werden müssen. Das wäre sehr teuer geworden. Die Mitarbeiter der Stadtwerke hatten dann die Idee, dass man doch auch eine Fernleitung legen könne. Hier können wir durch die neue Lösung definitiv sparen", erklärt Freund.

Das wiederum freut den kaufmännischen Leiter, der gerade dabei ist, den Wirtschaftsplan für die Stadtwerke zu erstellen und die Gebühren zu kalkulieren. Derzeit kosten in Braunfels 1000 Liter Wasser 1,94 Euro. Doch der Preis deckt die Kosten bei Weitem nicht mehr. Daher könnte es sein, dass die Kosten steigen werden. Genaue Informationen dazu gibt es laut Schmidt derzeit noch nicht. Man sei dabei, die Wasser- und Abwassergebühren neu kalkulieren zu lassen.

Ein ganz anderes Thema, das die Männer umtreibt, ist das Entsorgen des Klärschlamms. Seit zwei Jahren darf dieser nicht mehr in der Landwirtschaft genutzt und auf Feldern ausgebracht werden. Stattdessen muss er anderweitig entsorgt werden. Ein Problem, das ebenfalls die Finanzen belastet.

Insgesamt arbeiten 13 Personen bei den Braunfelser Stadtwerken, vier von ihnen sind für die Kläranlage zuständig.

Neben der Teamarbeit steht für alle auch der Gedanke im Vordergrund, für die Bürger zu arbeiten und für diese die besten Lösungen zu finden. "Zu unseren Aufgaben gehört es deshalb auch, beratend tätig zu sein", erklärt Schmidt.