Ortseingangsschilder weisen auf 
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aus Oranienstadt Dillenburg

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Dillenburg. 57 neue Ortseingangsschilder runden das Bild der "Oranienstadt Dillenburg" in Kürze ab. Bürgermeister Michael Lotz und Stadtverordnetenvorsteher Klaus-Achim Wendel...

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. Dillenburg. 57 neue Ortseingangsschilder runden das Bild der "Oranienstadt Dillenburg" in Kürze ab. Bürgermeister Michael Lotz und Stadtverordnetenvorsteher Klaus-Achim Wendel weihten jetzt feierlich das erste Schild an der B 277 ein, das auf die offizielle Änderung des Gemeindenamens für Besucher und Einheimische gleichermaß;en aufmerksam macht. Die entsprechende Urkunde hatte der Hessische Innenminister Peter Beuth der Stadt an der Dill am 1. November 2017 überreicht. Vor allem aus touristischer Sicht ist die Namensänderung für die Stadt von groß;er Bedeutung.

Dillenburg. 57 neue Ortseingangsschilder runden das Bild der "Oranienstadt Dillenburg" in Kürze ab. Bürgermeister Michael Lotz und Stadtverordnetenvorsteher Klaus-Achim Wendel weihten jetzt feierlich das erste Schild an der B 277 ein, das auf die offizielle Änderung des Gemeindenamens für Besucher und Einheimische gleichermaß;en aufmerksam macht. Die entsprechende Urkunde hatte der Hessische Innenminister Peter Beuth der Stadt an der Dill am 1. November 2017 überreicht. Vor allem aus touristischer Sicht ist die Namensänderung für die Stadt von groß;er Bedeutung.

Eine Regelung in der Hessischen Gemeindeordnung macht es möglich. Danach können "Gemeinden neben der Bezeichnung ,Stadt' andere Bezeichnungen, die auf der geschichtlichen Vergangenheit, der Eigenart oder Bedeutung der Gemeinde beruhen, weiterführen." Die neue Bezeichnung ist fester Bestandteil des Gemeindenamens. Seit 1945 wurde erst 50 hessischen Gemeinden und Städten diese Ehre zuteil. Dazu gehören Kurorte wie "Bad Vilbel", "Bad Camberg", aber auch Orte mit einem besonderen Bezug zu Personen und Historie – beispielsweise "Brüder-Grimm-Stadt Hanau" oder auch "Dom- und Kaiserstadt Fritzlar". Die jüngste Namensverleihung erhielt Idstein, die sich seit 2016 "Hochschulstadt Idstein" nennen darf.

Der Begriff "Oranien" ist in Dillenburg auch heute noch mehr als aktuell und allgegenwärtig: der Wilhelmsturm, die Oranienstraß;e, die Wilhelmstraß;e, das Wilhelm-von-Oranien-Gymnasium – um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Namensgeber und Stammvater des niederländischen Königshauses Wilhelm von Oranien ist 1533 in Dillenburg geboren. Der Name wurde damit sozusagen in die Wiege der Stadt gelegt. Seitdem existiert eine enge Verbindung zum Haus Oranien-Nassau und heute ganz besonders mit dem niederländischen Königshaus. Der Begriff ,Oranien' ist viel mehr als eine Zusatzbezeichnung auf einem Schild. Er bedeutet vor allem Tradition, aber auch Völkerverständigung dank der Union der Oranienstädte in den Niederlanden, Belgien und Frankreich.

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Dillenburgs Bürgermeister Michael Lotz: "Dillenburg pflegt seine historisches Erbe und so ist die Verleihung des Namenszusatzes ,Oranienstadt' nicht nur ein kosmetischer Akt, sondern untrennbar mit dem Selbstverständnis der alten Stadt der Oranier verbunden. Darauf sind wir stolz und haben die Bezeichnung ,Oranienstadt‘ als Prädikat gerne in unseren Stadtnamen aufgenommen."

Alte Ortsschilder werden für einen guten Zweck versteigert

Jetzt wurde feierlich das erste Schild am Ortseingang an der B 277 aus Richtung Haiger ausgetauscht. Der Wechsel wird in den nächsten Wochen fortgesetzt. Die Eingangsschilder entsprechen den Vorschriften der Straß;enverkehrsordnung (Reflexionsklasse 3) und bleichen nicht aus. Die alten Ortseingangsschilder hätten in den nächsten Jahren ohnehin nach und nach ausgetauscht werden müssen, da sie teilweise beschädigt und witterungsbedingt vereinzelt schlecht lesbar waren. Mit den Maß;en 90 x 60 cm werden sie künftig ein einheitliches Bild darstellen, denn teilweise waren die alten Schilder unterschiedlich groß;.

Sofern ohnehin Änderungen anstehen, werden Medien und Druckwerke der Stadt ebenfalls nach und nach ausgetauscht, so dass für Bürger und Besucher gleichermaß;en erkennbar ist, dass es sich bei Dillenburg jetzt um DIE "Oranienstadt" handelt. Die alten Ortseingangsschilder werden nach ihrer vollständigen Demontage für einen guten Zweck versteigert. Nähere Details dazu wird die Stadt in Kürze veröffentlichen.

Geschichtlicher Hintergrund

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Die Berechtigung für Dillenburg, den Namenszusatz "Oranienstadt" zu erhalten, liegt in der fest verwurzelten Historie des Hauses Oranien. Über Jahrhunderte war die Stadt Stammsitz des ottonischen Zweiges des Hauses Nassau und verfügte über eine entsprechend bedeutende Burganlage. In 1533 wurde in Dillenburg Wilhelm I. geboren, der als Prinz von Oranien in die Annalen der Weltgeschichte eingehen sollte. Von Dillenburg aus organisierte Wilhelm den Widerstandskampf der Niederländer gegen die spanische Fremdherrschaft. Von Wilhelm I. stammt auch das Haus Oranien-Nassau ab. Aufgrund dessen besteht noch heute eine enge Verbindung Dillenburgs mit dem niederländischen Königshaus. Dies zeigt sich nicht zuletzt durch den Staatsbesuch von Königin Juliana (1971) und den Privatbesuch von Königin Beatrix (2000) in Dillenburg. Diese freundschaftlichen Beziehungen sind auch eine Herzensangelegenheit des amtierenden Bürgermeisters Michael Lotz, was seine Treffen mit dem damaligen Kronprinzen und heutigen König Ihre Majestät Willem-Alexander 2010 in Breda/Niederlande sowie in 2013 bei einem Empfang in der Hessischen Staatskanzlei dokumentieren.

An der königlichen Hochzeit von Kronprinz Willem-Alexander mit Prinzessin Maximá im Jahr 2002 in Amsterdam hat eine begeisterte Reisegruppe von Dillenburger Bürgern, die Wilhelm von Oranien und sein Gefolge darstellten, als Zuschauer beigewohnt. Das Hessen-Fernsehen begleitete die Delegation dabei ebenso, wie bei den Feierlichkeiten in Dillenburg anlässlich des Thronwechsels im Jahr 2013. Bei diesem "Konigsdag" richtete die 25.000-Einwohner-Stadt zahlreiche Veranstaltungen auf dem Schlossberg aus, verbunden mit der Einweihung des neugestalteten Stammbaums des Hauses Oranien-Nassau im Wilhelmsturm, dem gemeinsamen Singen der niederländischen Nationalhymne "Wilhelmus von Nassauen" und entsprechenden Salutschüssen durch Kanonen vom Schlossberg aus. Die besonders enge Verbindung zum Haus Oranien-Nassau ist bis in die heutige Zeit in Dillenburg allgegenwärtig. Zahlreiche Gebäude, Straß;en, Plätze, Veranstaltungen und Vereine sind in Dillenburg entsprechend benannt, wie beispielsweise die Oranien- und die Wilhelmstraß;e, das Oranien-Parkhaus, das Gymnasium "Wilhelm-von-Oranien-Schule", der Tanzsportclub Orange-Blau, der Lions Club Dillenburg-Oranien, das Oranier-Schwimmfest und viele mehr. Die Verknüpfung wird aber auch dadurch deutlich, dass sich die Farben des Hauses Oranien "orange-blau" auf etlichen Prospekten, Fahnen, Logos und anderen Werbeträgern – sowohl von vielen Vereinen und Unternehmen, wie auch von der Stadt - wiederfinden. Dazu zählt auch die Stadtfahne Dillenburgs.

Die größ;te Sehenswürdigkeit und das Wahrzeichen der Stadt ist der 40 Meter hohe Wilhelmsturm, der in den Jahren 1872-75 zum Andenken an Wilhelm von Oranien auf dessen Geburtsstätte errichtet wurde. Er ist schon von weitem sichtbar und befindet sich als Logo/Emblem in einer Vielzahl von unterschiedlichen Medien und anderen Werbeträgern. Seine Errichtung an dem bedeutenden Platz – an dem bis 1760 die imposante Schlossanlage stand – konnte mit finanzieller Unterstützung der niederländischen Prinzessin Marianne von Oranien-Nassau stattfinden. In seinem Inneren befindet sich das oranien-nassauische Museum, das alljährlich Tausende von Touristen – insbesondere aus den Niederlanden – anzieht. Hier sind viele Ausstellungsstücke zur Geschichte des Hauses und zur Person Wilhelms von Oranien zu sehen. Die modern gestalteten Räume widmen sich zum Beispiel Themen wie: "Das Leben Wilhelms von Oranien", "Berühmte Nassauer in der europäischen Geschichte" oder auch "Die Verbindung Nassau-Dillenburgs zum niederländischen Königshaus". Kürzlich wurde die 3. Etage des Turms neu eröffnet mit einem eigens für Wilhelm von Oranien gewidmeten Gedächtnissaal. Aufgrund der geschichtlichen Bedeutung und Verbundenheit zum Hause Oranien-Nassau, ist die gesamte Exposition auch in niederländischer Sprache ausgeschildert. Ein Denkmal zu Ehren des bedeutenden Wilhelm I. von Oranien wurde im Jahre 2000 auf dem Schlossberg von der damaligen Königin Beatrix der Niederlande enthüllt. Es ist bekannt, dass in der Zeit zwischen 1568-1572, als Wilhelm von Oranien auf Schloss Dillenburg im Exil lebte, Text und Musik der heutigen niederländischen Nationalhymne verfasst wurden. Deshalb ist davon auszugehen, dass dieses Lied auf dem Dillenburger Schloss entstanden ist.

Moritz von Oranien, der Sohn aus zweiter Ehe Wilhelms mit Anna von Sachsen, wurde ebenfalls in Dillenburg (1567) geboren und auf dem Schloss erzogen. Moritz gilt nicht nur als Gründer des Gestütswesens im Dillenburger Land, sondern er hat als bedeutender Heerführer das Befreiungswerk des Vaters erfolgreich fortgeführt. Nach ihm wurde 1598 die Insel Mauritius im Indischen Ozean benannt. Der Begriff "Oranienstadt" ist in Dillenburg in aller Munde und wird in der Bevölkerung wie auch im touristischen Marketing oder von Pressevertretern verwendet. Bereits seit 1991 stehen an der A 45 in beiden Fahrtrichtungen jeweils kurz vor der Ausfahrt Dillenburg touristische Hinweistafeln (Unterrichtstafeln) mit der Bezeichnung "Oranienstadt Dillenburg".

Diese auß;erordentlich bemerkenswerte, geschichtliche Entwicklung der Stadt, der Geburt des Stammvaters der Linie Oranien-Nassau in Dillenburg und der täglich sichtbaren, starken Verknüpfung an die Zeit Wilhelm von Oraniens, belegt das eindeutige Unterscheidungsmerkmal Dillenburgs gegenüber anderen deutschen Städten, die in ihrer Historie ebenfalls auf eine Verbindung zum Haus Oranien-Nassau zurückblicken können.