Opel: Weg für Betriebsübergang ist nun frei

Der Verkauf von Opel an den französischen PSA-Konzern PSA schreitet voran. Foto: dpa

Nachdem noch ausstehende vertragliche Details zur Auslastung des Rüsselsheimer Entwicklungszentrums festgeschrieben wurden, ist der Weg für den Betriebsübergang von der...

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RÜSSELSHEIM. Nachdem noch ausstehende vertragliche Details zur Auslastung des Rüsselsheimer Entwicklungszentrums festgeschrieben wurden, ist der Weg für den Betriebsübergang von der bisherigen Adam Opel GmbH zur neuen Opel Automobile GmbH frei. Das teilten übereinstimmend Management und Betriebsrat des Rüsselsheimer Autobauers mit. Damit ist nun ein wichtiger Zwischenschritt im Verkaufsprozess von Opel an den französischen Autobauer PSA (Peugeot/Citroën) möglich, der in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen werden soll. Der Betriebsübergang zur Opel Automobile GmbH findet noch innerhalb des General-Motors-Konzerns statt. Die neu gegründete Gesellschaft bildet sozusagen das zum Verkauf stehende "Opel pur" ab. Die hohen Pensionslasten sollen bei der Noch-Mutter GM verbleiben.

Am Dienstag hatte diese Zeitung exklusiv darüber berichtet, dass der Start des Betriebsübergangs und entsprechende Info-Veranstaltungen für die Belegschaft verschoben werden mussten, weil der Betriebsrat zuvor noch wichtige vertragliche Details zum Internationalen Technischen Entwicklungszentrum (ITEZ) in Rüsselsheim geklärt haben wollte. Das ist nun geschehen. "Unsere Forderungen als Gesamtbetriebsrat und IG Metall zum Betriebsübergang sind erfüllt und alle Tarifverträge liegen jetzt unterschrieben vor", teilte Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug mit. Daher sei die Botschaft an die Belegschaft einfach und klar: "Mit der Erfüllung der Forderungen steht dem Betriebsübergang aus unserer Sicht nichts entgegen", so Schäfer-Klug.

Die Arbeitnehmervertreter hatten darauf bestanden, vor dem Betriebsübergang das künftige Arbeitsvolumen für das Opel-Entwicklungszentrums in Rüsselsheim vertraglich festzuschreiben, um damit eine gute Ausgangsbasis für die weitere Zukunft zu schaffen. Der Vereinbarung zufolge sollen die rund 7700 Mitarbeiter auch in den kommenden drei Jahren noch Aufträge des bisherigen Mutterkonzerns GM abarbeiten. Erfüllt sieht der Betriebsrat darüber hinaus seine zentrale Forderung, die vom PSA-Management versprochene Übernahme aller Tarifverträge zur Sicherung von Beschäftigung und Werken vertraglich zu fixieren.

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Abschluss des Verkaufs "im erwarteten Zeitrahmen"

Nach Angaben von Opel "können nun die nächsten Schritte des Closing-Prozesses eingeleitet werden - und zwar im erwarteten Zeitrahmen". Der Betriebsübergang sei auf einem guten Weg, für die kommende Woche seien nun interne Informationsveranstaltungen angesetzt. "Wir rechnen damit, dass wir - wie bereits angekündigt - in der zweiten Jahreshälfte 2017 Teil der PSA-Gruppe werden", teilte Opel mit.

Mit der Übernahme der Rüsselsheimer durch den französischen Wettbewerber würde der zweitgrößte Autokonzern Europas nach Volkswagen entstehen. Die Franzosen sollen für das GM-Europa-Geschäft inklusive der britischen Opel-Schwester Vauxhall und der Finanzsparte rund 2,2 Milliarden Euro zahlen. Opel/Vauxhall beschäftigt etwa 38 000 Mitarbeiter in sieben europäischen Ländern, die Hälfte davon in Deutschland.