Opel fährt Produktion in Rüsselsheim weiter zurück

Opel-Insignia-Produktion in Rüsselsheim. Symbolfoto: dpa

Wegen der schlechten Auftragslage sollen im Opel-Stammwerk in Rüsselsheim die Bänder nicht nur langsamer laufen, sondern im Oktober auch an sieben Tagen stillstehen.

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RÜSSELSHEIM. Wie geht es im Opel-Stammwerk weiter? Nachdem der Hersteller im Werk Eisenach im Oktober für 13 Tage Kurzarbeit angemeldet hat, bekommt nun auch Rüsselsheim die schlechte Auftragslage drastisch zu spüren. Wie aus einer internen Mitteilung des Betriebsrats an die Mitarbeiter hervorgeht, die dieser Zeitung vorliegt, hat die Werksleitung im Zeitraum 1. bis 29. Oktober insgesamt sieben Korridortage beantragt.

An Korridortagen ruht die Produktion, die Mitarbeiter bleiben zu Hause. Genutzt werden dafür die Arbeitszeitkonten der Beschäftigten, die an den Korridortagen gesammelte Überstunden abbauen. Dabei steht dem Management neuer Ärger mit der Arbeitnehmervertretung ins Haus. Denn der Betriebsrat hat dem Plan der Werksleitung laut Info-Blatt nicht zugestimmt.

„Offensichtlich an den Tagen keine Arbeit vorhanden“

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„Das bedeutet: Da an diesen Tagen offensichtlich keine Arbeit vorhanden ist, wird die Werksleitung so verfahren wie in der jüngeren Vergangenheit. Die Tage werden als Schließtage geführt“, erklärt der Betriebsrat. Wie aus der Mitarbeiter-Info weiter hervorgeht, hat es auch am 10. September einen Schließtag in Rüsselsheim gegeben.

Darüber hinaus ist nach Informationen dieser Zeitung in Rüsselsheim eine weitere „Abtaktung“ der Produktion geplant, aber noch nicht durch. Demnach sollen künftig mit der gleichen Mitarbeiterzahl nur noch 35 statt 42 Fahrzeuge pro Stunde vom Band laufen. Damit würden die Fließbänder bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate abgebremst. Nach den Sommerferien wurde die Produktion im Stammwerk bereits von 55 auf die aktuell 42 Einheiten pro Stunde reduziert.

Opel: “Äußern uns nicht zu Details interner Planungen”

In Rüsselsheim fertigen derzeit mehr als 3000 Mitarbeiter die Modelle Insignia und Zafira. Der Autobauer hat von den beiden Modellen nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes von Januar bis August dieses Jahres im Kernmarkt Deutschland zusammen nur rund 25.500 Exemplare verkauft. Zahlen für Europa liegen nicht vor. Sie dürften zwar noch um ein gutes Stück höher liegen, jedoch bei Weitem nicht an die möglichen Kapazitäten des Stammwerkes heranreichen. Im aktuellen Zweischichtbetrieb können in Rüsselsheim Firmenkreisen zufolge pro Jahr von rund 180.000 Einheiten gefertigt werden. Dem Jahresverlauf bis August entsprechend heruntergerechnet, bliebe für acht Monate eine mögliche Produktion von knapp 120.000 Stück.

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Opel kommentiert die bevorstehenden Schließtage wie folgt: „Selbstverständlich passen wir in unseren Werken die Produktionsplanung regelmäßig an. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns zu Details dieser internen Planungen nicht äußern.“