Noch offene Details: Start des Betriebsübergangs von Opel zu...

Archivfoto: Marc Tirl/dpa

Eigentlich sollten die Mitarbeiter an diesem Dienstag darüber informiert werden, dass der Betriebsübergang von Opel zu PSA jetzt gestartet wird. Doch GM muss sich in Geduld üben.

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RÜSSELSHEIM. General Motors macht beim Verkauf der Tochter Opel an den französischen PSA-Konzern nach Informationen dieser Zeitung enorm Druck. Und eigentlich sollten die Mitarbeiter an diesem Dienstag darüber informiert werden, dass der Betriebsübergang von Opel zu PSA jetzt gestartet wird. Doch GM muss sich in Geduld üben. Denn nach Informationen dieser Zeitung hat der Opel-Betriebsrat Veto eingelegt, weil zunächst noch wichtige Details zum Internationalen Technischen Entwicklungszentrum (ITEZ) in Rüsselsheim geklärt werden müssen der Ideenschmiede von Opel. Wann genau der Betriebsübergang nun starte, sei noch offen, hieß es.

Wie diese Zeitung am Montag aus Kreisen der Belegschaft erfuhr, wurden die Mitarbeiter am Stammsitz in einer Info-Veranstaltung des Betriebsrates über die Verschiebung informiert. Die Arbeitnehmervertretung verlangte diese, da zuvor fixiert werden müsse, dass die bereits bestehenden Tarifverträge und Zusagen in der neuen Gesellschaft unter PSA weiter gelten. Doch wie es hieß, kann dieser wichtige Schritt derzeit nicht vollzogen werden.

Serviceverträge sollen Auslastung sichern

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Hintergrund: Der Übergang der bestehenden Tarifverträge und Zusagen bei Opel soll der Praktikabilität halber über einen zusammenfassenden Gesamtvertrag erfolgen. Doch dieser kann den Informationen zufolge nicht unterschrieben werden, solange die ITEZ-Details nicht geklärt sind. Denn schließlich solle die Zukunft des Entwicklungszentrums die tarifvertraglichen Zusagen reflektieren, erläutern Insider die Lage.

Konkret geht es um die zukünftige Auslastung des Entwicklungszentrums. Wie es hieß, ist GM vertraglich dazu verpflicht, dem ITEZ für weitere drei Jahre Projekte zu geben. Diese Vereinbarung müsse nun zwischen der amerikanischen Noch-Mutter und PSA in entsprechenden Serviceverträgen umgesetzt werden. „Erst wenn diese Serviceverträge vorliegen und der neue ITEZ-Vertrag unterschrieben ist, kann der Betriebsübergang kommen“, erläuterte ein Insider. Bislang jedoch scheine GM die Franzosen nicht ausreichend über das Entwicklungszentrum informiert zu haben.

Entwicklungszentrum ist von zentraler Bedeutung

Der Betriebsrat will die Vereinbarung mit GM auch unter PSA-Dach unbedingt weiterführen, um dem Entwicklungszentrum eine gute Ausgangsbasis für die weitere Entwicklung zu geben. Das ITEZ ist Kristallisationspunkt für neue Antriebe und Modelle und damit das Herz von Opel. Es gilt als das wettbewerbsfähigste Entwicklungszentrum und das mit den besten Ingenieuren – der ganze Stolz der Rüsselsheimer. Und das ITEZ ist zudem das zweitgrößte Entwicklungszentrum von General Motors weltweit. Rund 7700 Mitarbeiter mit hoher Qualifikation sind dort tätig – nicht nur für Opel, sondern eben auch für andere Konzernprojekte.

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Erst im vergangenen Jahr war das neue Motorentestzentrum mit 43 Prüfständen, das 210 Millionen Euro gekostet hat, eingeweiht worden. Die Anlage ist über die „GM Global Propulsion Systems-Organisation“ in die weltweite Konzernentwicklung eingebettet und damit von zentraler Bedeutung.