Neue Hüfte muss genau passen

aus Overbeck GmbH

Thema folgen
Eine Hochpräziszionsschleifmaschine bei der Arbeit: Das Werkstück aus Metall wird nach Kundenwunsch bearbeitet.   Foto: Overbeck

Herborn Wenn jemand eine künstliche Hüfte bekommt, muss diese passgenau sein. Dafür sorgen zum Beispiel die Hochpräzisionsschleifmaschinen, die Overbeck in Herborn herstellt.

Anzeige

. Herborn Wenn jemand eine künstliche Hüfte bekommt, muss diese passgenau sein. Dafür sorgen zum Beispiel die Hochpräzisionsschleifmaschinen, die Overbeck in Herborn herstellt.

Die Firma Danobat-Overbeck aus Herborn hat sich vom einfachen Familienbetrieb zum führenden Hersteller für hochpräzise Werkzeugmaschinen entwickelt.

Das Unternehmen ist beispielsweise Marktführer, wenn es darum geht, Werkzeug zu schleifen, mit dem man Verpackungen für Lebensmittel herstellen - Dosen für Getränke zum Beispiel. Dazu werden auch Firmen beliefert, die unterschiedliche Komponenten für Fahrzeuggetriebe herstellen.

Das Familienunternehmen Overbeck GmbH wurde im Jahr 1924 von Gustav Overbeck in Herborn gegründet. Damals wurden im kleinen Rahmen Schleif- und Bohrmaschinen gefertigt.

Anzeige

Doch schon bald spezialisierte sich die Firma auf die Herstellung von Hochpräzisionsschleifmaschinen für das Innen-, Auß;en- und Radiusschleifen.

1948 entwickelte die Overbeck GmbH dann die erste manuell gesteuerte, hochpräzise Innenschleifmaschine der Reihe "Zetto", die sehr erfolgreich wurde und bis heute noch in vielen Unternehmen in der ganzen Welt im Einsatz ist.

Ein entscheidender Moment für die Zukunft der Firma, wie Geschäftsführer Josu Tornay erzählt.

Mit der Gründung der Overbeck Corporation Ende der 60er Jahre eröffnete sich für die Firma dann auch der amerikanische Markt.

Doch es gab nicht nur positive Momente in der Geschichte der Firma: Zwei Insolvenzen innerhalb eines Jahrzehnts (1991 und 2002) schwächten das Unternehmen, so dass es 2002 zur Übernahme der insolventen Firma durch die baskische "Danobat" kam, die ihrerseits zur spanischen Unternehmensgruppe "Mondragon Corporation" gehört (siehe "Overbeck GmbH").

Anzeige

"Im Moment sind die wichtigsten Märkte für uns in den USA, Deutschland, China und in der Schweiz"

Durch die neuen finanziellen Ressourcen konnte die technische Forschung und Entwicklung im Unternehmen vorangetrieben werden, so dass drei bis vier Jahre später eine neue Baureihe auf den Markt kam, die die Basis für die zukünftige Entwicklung der Firma war.

Die Übernahme brachte aber nicht nur finanzielle Unterstützung: Es ergaben sich auch Synergien mit anderen Unternehmen und Firmen der Gruppe, was neue, länderübergreifende Absatzgebiete eröffnete.

"Im Moment sind die wichtigsten Märkte für uns in den USA, Deutschland, China und die Schweiz", erklärt Tornay, "wir verkaufen unsere Maschinen aber in der ganzen Welt."

Dabei sei das Unternehmen nicht auf einen bestimmten Sektor festgelegt, wie der Geschäftsführer betont: Automobil- oder Luftfahrtindustrie sowie Medizintechnik und Werkzeuge. Eben überall dort, wo etwas passgenau geschliffen werden muss.

Fachkräfte zu finden sei dabei nicht immer einfach, wie Tornay berichtet.

"Wir haben unsere eigene Ausbildung und das ist unsere Hauptquelle für Fachkräfte. Es ist schwer, bereits ausgebildete Fachkräfte in der Region zu bekommen, die schon die nötige Spezialisierung und Erfahrung auf dem Gebiet der Hochpräzisionsschleifmaschinen haben", schildert Tornay.

An Azubinachwuchs mangelt es dem Unternehmen hingegen nicht: Jedes Jahr beginnen drei bis vier Azubis ihre Ausbildung zum Mechatroniker in der Herborner Firma und werden nach dem Abschluss laut des Geschäftsführers gerne übernommen.

Die Mitarbeiter stehen für Tornay immer an erster Stelle: "Ohne die Kenntnisse der Leute und deren langjähriges Mitwirken in der Firma, hätten wir es nicht so weit gebracht" , betont der Geschäftsführer. "Geld alleine macht noch keine guten Produkte." Im Moment ist Tornay dabei, die Vermarktung der Produkte in der ganzen Welt zu verbessern. Auch eine neue Baureihe stehe derzeit in der Entwicklung, mit der in Zukunft noch größ;ere und längere Werkstücke bearbeitet werden können.

Von Isa Hortien