„Gute Chancen für Bürgerbus“

Was beispielsweise im benachbarten Mittenaar und auch in den Dörfern rund um den Aartalsee schon länger vorhanden ist und funktioniert, dass soll es nun möglichst bald auch...

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Sinn. Was beispielsweise im benachbarten Mittenaar und auch in den Dörfern rund um den Aartalsee schon länger vorhanden ist und funktioniert, dass soll es nun möglichst bald auch in Sinn geben: Die Gemeinde möchte einen Bürgerbus.

Vor wenigen Wochen hat die hessische Landesregierung ein Förderprogramm für das Einrichten von sogenannten Bürgerbussen aufgelegt: Nach Angaben des Wirtschafts- und Verkehrsministeriums in Wiesbaden stehen dafür in diesem und im kommenden Jahr jeweils 1,2 Millionen Euro im Landeshaushalt bereit.

In der Gemeinde Sinn hat man sich daraufhin ernsthafte Gedanken darüber gemacht, wie man ein solches Projekt auf die Beine stellen könnte. Herausgekommen ist bei diesen Überlegungen eine Zusammenarbeit zwischen der Gemeindeverwaltung und dem Sinner Förderkreis, sagt Bürgermeister Hans-Werner Bender (parteilos), der auch als Schirmherr für den Bürgerhaus fungieren möchte.

"Es geht um Arztbesuche, Fahrten zum Einkaufen"

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Die Landesstiftung "Miteinander in Hessen" stellt zu dem Förderprogramm auf ihrer Internetseite unter www.miteinander-in-hessen.de ein Formular zur Verfügung, mit dem Kommunen und andere Institutionen ihr Interesse am Einrichten eines Bürgerbusses bekunden und einen Fragebogen dazu ausfüllen können.

Um einen solchen einzurichten, muss und braucht die Gemeinde Sinn im übertragenen Sinne das Rad gar nicht neu erfinden: Man muss nur einmal über die Hörre hinweg ins benachbarte Aartal schauen, dann sieht man, für welche Zielgruppe ein Bürgerbus interessant ist und welchen Zwecken er dienen soll: In der Hauptsache geht es darum, zumeist älteren und/oder nicht mehr selbst motorisierten Menschen eine Möglichkeit zu bieten, zu für sie wichtigen Zielen zu gelangen.

"Es geht um Arztbesuche, Fahrten zum Einkaufen", sagt Bender. Als weitere Stichworte nennt er "Stadtfahrten zum Bummeln und Einkaufen in der Fuß;gängerzone", "Sammelfahrten zu Seniorennachmittagen", Vereinsfahrten für ältere, vorwiegend Ehrenmitglieder von Vereinen zu Veranstaltungen" und – ja, tatsächlich – "Sonntagsfahrten zum Sportplatz inklusive Betreuung auf dem Sportplatz".

"Personennahverkehr hat feste Zeiten und kann kaum weiter ausgedehnt werden"

Gerade für ältere Menschen und diejenigen, die an den Ortsrändern wohnen und nicht mehr so gut zu Fuß; sind, kann es ein Problem sein, zur nächsten Haltestelle der regulären Buslinien laufen zu müssen. Für sie sei ein Bürgerbus eine gute Möglichkeit, um für sie persönlich wichtige Angelegenheiten erledigen und soziale Kontakte pflegen zu können.

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"Der Öffentliche Personennahverkehr hat feste Zeiten und kann kaum weiter ausgedehnt werden", sagt Bender, verweist aber auch darauf, dass die Gemeinde im Gespräch mit der Verkehrsgesellschaft Lahn-Dill-Weil stehe, um Möglichkeiten für das Einrichten weiterer Bushaltestellen auszuloten.

"Wenn Du so einen Bus besorgst, dann fahr’ ich den"

Sollte die Gemeinde Sinn in das Programm aufgenommen werden – "und die Chancen dafür stehend gut", sagt Bender, "wir haben bereits positive Signale aus Wiesbaden erhalten" –, dann würde das Land den Kauf eines entsprechenden Fahrzeugs, zumeist ein Acht- oder Neunsitzer, komplett finanzieren. Die Anbieter – in diesem Fall Gemeindeverwaltung und Sinner Förderkreis – hätten dann dafür Sorge zu tragen, dass sich genügend Personen finden, die als ehrenamtliche Fahrer den Bürgerbus steuern.

Aber auch da ist Bender nicht bange: "Ganz viele Leute, bestimmt bald 30, haben mir schon gesagt: ,Wenn Du so einen Bus besorgst, dann fahr’ ich den’."

Weitere Informationen zum Förderprogramm für Bürgerbusse gibt es unter www.miteinander-in-hessen.de.