Neu denken, statt sich auf alten Pfaden zu bewegen – das könnte helfen, ein Konzept zur Nutzung des ehemaligen Güterbahnhofes in Dillenburg zu entwickeln.

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Dillenburg. Neu denken, statt sich auf alten Pfaden zu bewegen – das könnte helfen, ein Konzept zur Nutzung des ehemaligen Güterbahnhofes in Dillenburg zu entwickeln.

Das Thema ist in Dillenburg nicht neu. Vor zwölf Jahren gab es schon einmal eine Studie, die Stadt wollte dort ein Gewerbegebiet ausweisen. Die Pläne scheiterten an den Kosten und an der schwierigen Zufahrt. Es hätte extra eine Brücke gebaut werden müssen.

Ein Team der "TransMit Gesellschaft für Technologietransfer" könnte nun neue Ideen für die Nutzung des rund 15 Hektar groß;en Areals liefern. "TransMit" ist ein Ableger der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM).

Professor Maik Neumann vom Fachbereich Nachhaltiges Bauen der THM erläuterte am Donnerstagabend im Dillenburger Bauausschuss, wie eine Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Stadt aussehen könnte. Die Uni habe groß;es Interesse daran, da Studenten an der Erarbeitung von Projektskizzen beteiligt werden könnten.

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Ziel der Zusammenarbeit könnte die Entwicklung von alternativen Nutzungskonzepten für das Gelände sein. Bislang gingen die Überlegungen in Dillenburg lediglich in Richtung Gewerbe.

Das sei falsch, meinte der Professor: "Ich würde vorschlagen, nichts auszuschließ;en", sagte er. Günstig könnte etwa eine gemischte Nutzung sein, bei der auch das Thema "Wohnen" eine Rolle spiele.

Die Zusammenarbeit mit der Stadt könnte in drei Schritten erfolgen. Zunächst gelte es, eine Bestandsaufnahme und Vorschläge für drei Nutzungsmöglichkeiten zu machen, die ins städtebauliche Leitbild Dillenburgs passen.

Die Kosten dafür belaufen sich auf 12 500 bis 17 000 Euro. Sollte die Stadt zu dem Ergebnis kommen, das Projekt nicht weiter zu verfolgen, wäre die Zusammenarbeit damit beendet.

Am Ende der Zusammenarbeit könnte ein alternatives Konzept stehen

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Für den Fall, dass die Ideen der Uni ankämen, wäre als nächster Schritt die Erarbeitung eines Erschließ;ungskonzeptes und die Konkretisierung der Vorhaben (Flächenverteilung, Nutzung, Umweltverträglichkeit etc.) nötig. Kosten dafür: 17 500 bis 20 500 Euro.

Am Ende der Tätigkeit der THM könnte als letzter Schritt ein so genannter "Teilvorentwurf" eines Nutzungskonzeptes stehen, der als Grundlage für weitere Planungen durch ein Fachbüro dienen könnte. Darin enthalten wären auch Präsentationsmaterialien für die Öffentlichkeit und Fachleute. Für diesen abschließ;enden Schritt würden Kosten in Höhe von 20 500 bis 25 500 Euro entstehen.

Unter der Voraussetzung, dass die Dillenburger Stadtverordneten mittelfristig die Nutzung des Geländes wünschen, ist die Zusammenarbeit mit der Hochschule aus Sicht der Verwaltung "eine wirtschaftliche, innovative und dazu ergebnisoffene Möglichkeit, Machbares und Sinnvolles zur Nachnutzung zu eruieren".

Nach dem Vortrag von Professor Neumann sollten die Ausschussmitglieder eigentlich eine Beschlussempfehlung für das Stadtparlament aussprechen. Vertreter aller Fraktionen machten allerdings deutlich, dass es zu diesem Thema noch einigen Beratungsbedarf gibt.

Gleiches gilt für einen weiteren Vorschlag der Technischen Hochschule, für die Stadt Dillenburg ein Betreiberkonzept für die städtischen Liegenschaften zu erstellen.