Grundrente: die wichtigsten Fakten im Überblick

Im zweiten Teil der Serie zur Grundrente wird erläutert, wie hoch die Grundrente ist, welches Einkommen angerechnet wird und wie es mit der Grundsicherung aussieht.

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SÜDHESSEN. Im ersten Teil der Serie haben unter anderem die Frage geklärt, wer die Grundrente bekommt, wann sie ausgezahlt wird und was „Grundrentenzeiten“ sind. Im zweiten Teil gibt es weitere Fakten zum Thema im Überblick:

Wie hoch wird die Grundrente sein? Die Höhe wird individuell errechnet. Es gibt keinen Mindestbetrag. Für höchstens 35 Jahre wird der erworbene Rentenanspruch verdoppelt, allerdings gegebenenfalls begrenzt auf 80 Prozent des Durchschnittsverdienstes. Am Ende wird der Zuschlag pauschal um 12,5 Prozent gemindert.

Wird Einkommen angerechnet? Ja, auf die Grundrente wird Einkommen angerechnet. Die volle Grundrente gibt es bis zu einem monatlichen Einkommen in Höhe von 1250 Euro für Alleinstehende (1950 Euro für Eheleute oder eingetragene Lebenspartner). Wird der jeweilige Freibetrag überschritten, werden 60 Prozent des darüber liegenden Einkommens angerechnet – Einkommen von mehr als 1600 Euro (bei Paaren 2300 Euro) in voller Höhe.

Welches Einkommen wird angerechnet? Bei der Grundrente wird die eigene Rente, Witwen- oder Witwerrenten sowie jedes zu versteuernde Einkommen angerechnet. Ebenfalls angerechnet werden Kapitalerträge, die oberhalb des Sparerfreibetrages liegen. Steuerfreie Einnahmen, wie zum Beispiel aus einem Ehrenamt oder einem Minijob, bleiben unberücksichtigt. Und: Immobilien und Vermögen bleiben außen vor.

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Was ist, wenn auch Grundsicherung oder Wohngeld bezogen wird? Wenn mindestens 33 Jahre an Grundrentenzeiten erreicht sind, wird ein Betrag in Höhe von 100 Euro der monatlichen Bruttorente zuzüglich 30 Prozent der darüber liegenden Rente nicht angerechnet. Dieser Freibetrag wird auf 50 Prozent des Regelsatzes zur Grundsicherung begrenzt. Der Freibetrag kann im Jahr 2020 maximal 216 Euro betragen. Beispiel: Ein Rentner hat die 33 Jahre voll und bezieht eine monatliche Bruttorente in Höhe von 550 Euro. Hiervon sind 100 Euro anrechnungsfrei. Von den verbleibenden 450 Euro werden 30 Prozent angerechnet. 30 Prozent von 450 Euro sind 135 Euro. Es ergibt sich ein nicht anzurechnendes Einkommen in Höhe von 235 Euro. Mit diesem Betrag werden 50 Prozent des Regelsatzes zur Grundsicherung überschritten. Der Freibetrag für die Grundsicherung oder das Wohngeld ist daher auf 216 Euro begrenzt. Von der Rente werden also 334 Euro auf die Grundsicherung oder das Wohngeld angerechnet.

Was ist der Unterschied zwischen Grundrente und Grundsicherung?

Wenn im Alter das Einkommen nicht zur Existenzsicherung reicht, gibt es einen Anspruch auf Grundsicherung. Die Grundsicherung im Alter ist also für Rentnerinnen und Rentner, deren Einkommen so gering ist, dass sie „aufstocken“ müssen. Für die Grundrente dagegen soll es diese Bedürftigkeitsprüfung nicht geben. Stattdessen findet eine Einkommensprüfung statt.

Von Maik Heitmann