Fulda: Dura-Ära endet nach 65 Jahren

Nach 65 Jahren wurden die Vertriebsaktivitäten bei der Dura Textimex GmbH & Co. KG in der Frankfurter Straße in Fulda eingestellt. Foto: Görlich

Die Entscheidung steht schon länger fest und dennoch ist es ein bedeutender Tag für die Wirth-Gruppe. Nach 65 Jahren wurden nun die Vertriebsaktivitäten bei der Dura Textimex...

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FULDA. (rg). Die Entscheidung steht schon länger fest, und dennoch ist es ein bedeutender Tag für die Wirth-Gruppe. Nach 65 Jahren wurden am Dienstagabend die Vertriebsaktivitäten bei der Dura Textimex GmbH & Co. KG in der Frankfurter Straße in Fulda eingestellt.

„Wir hatten ein attraktives Angebot zur Übernahme bekommen“, sagt Geschäftsführer Dr. Christian Schäfer von der Wirth-Gruppe, zu der neben der Filzfabrik auch die Dura gehörte. Die Marken Dura, Textimex, Sanyl und TWN sowie die am Markt eingeführten Kollektionen und das Sortiment wurden an die holländische Condor-Gruppe übertragen. Laut Schäfer sei es deutlich attraktiver gewesen, das Unternehmen zu verkaufen, als zu behalten. Mit der Condor-Gruppe arbeiteten die Verantwortlichen der Dura bereits seit Jahren eng und erfolgreich zusammen. Die Belieferung der Kunden ist demnach sichergestellt und die Auslieferungen werden nun von den Lager- und Logistikstandorten der Condor-Gruppe aus durchgeführt. Laut Schäfer sei der Umsatz am Teppichmarkt in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Fast niemand habe heutzutage noch einen Teppichboden in den eigenen vier Wänden.

„Der Standort in Fulda ist komplett von der Filzfabrik belegt“, so Schäfer zum Betriebsgelände. Die Schließung der Dura habe keinerlei Auswirkungen auf die Tätigkeiten der Filzfabrik. In Fulda habe die Dura in den vergangenen Jahren hauptsächlich Büros gehabt. Alle 17 Mitarbeiter scheiden mit der Schließung aus dem Unternehmen aus. Einige von ihnen hätten allerdings laut dem Geschäftsführer innerhalb der Firmengruppe einen anderen Arbeitsplatz angeboten bekommen. „Natürlich ist es ein wehmütiger Zeitpunkt“, sagt Schäfer, der anfügt: „Es ist aber auch erfreulich, dass die Marke wieder so erfolgreich aufgestellt werden konnte, dass wir sie nun veräußern konnten.“ Denn einen besonders „großen Schlag“ habe das Unternehmen nach 2012 bekommen, als die Dura an einen Automobilanbieter veräußert und die Produktion in Fulda eingestellt wurde. „Es ist auf jeden Fall jetzt nicht mehr der ganz große Einschnitt“, so Schäfer mit Blick auf die letzten Stunden.