Stolz und Schwermut nach dem Heinerman-Triathlon

Ab in den Woog: Start auf der Triathlon-Sprintdistanz bei der 16. Auflage des Merck-Heinerman.  Foto: SV Traisa

SV Traisa freut sich nach zwei Jahren Pause über Rückkehr des Klassikers am Woog, ärgert sich aber über geringere Starterzahlen. Auch im nächsten Jahr wohl wieder...

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DARMSTADT. Er stand am Sonntag etwas im Schatten des Ironman in Frankfurt und der deutschen Meisterschaften in Berlin - der kultige Heinerman-Triathlon. "Aber wir sind sehr froh, dass wir nach zwei Jahren Pause wieder den Heinerman ausrichten konnten und auch als Ausrichter der hessischen Meisterschaften über die Sprint-Distanz ausgewählt wurden", resümierte Meinrad Blank nach einem heißen Tag am Woog und Umgebung. Auch über problemlose Genehmigungsverfahren, reibungslosen Verlauf und viele engagierte Helfer freute sich der leitende Organisator im Team des SV Traisa, der den Merck-Heinerman vor einigen Jahren übernommen hatte.

Doch es lag auch etwas Schwermut im Rückblick: "Größtes Problemfeld ist die viel zu niedrige Starterzahl. Wir hatten über die Olympische Distanz viel zu wenig Starter. Von 260 gemeldeten Triathleten kamen am Ende nur etwa 160", sagte Blank zu einem Phänomen, mit dem sich der Heinerman in einen schmerzhaften Trend von Triathlon- und Laufveranstaltungen einreiht: "Ich kann diese hohe Zahl von 'no shows' nur mit der allgemeinen Situation durch Corona erklären. Viele fühlen sich noch nicht fit gegenüber ihren Ansprüchen."

Friederike Willoughby gewinnt Olympische Distanz

Aber es gab auch reichlich Triathleten, die demonstrierten, dass sie auf jeden Fall fit sind für den kräftezehrenden Dreikampf. Auf der Olympischen Distanz (1,5 km Schwimmen/40 km Radfahren/5 km Laufen) siegte Niklas Löbner (DLC Aachen) nach 1:59:07 Stunden mit großem Vorsprung auf Moritz Spitz (TSG Limbach/2:10:47) und Fabian Rosman (SF Tria Roßdorf/2:14:19). Eine gute Minute dahinter folgte auf Gesamtrang fünf schon Friederike Willoughby (TuS Griesheim/2:15:24) als Siegerin der Frauenwertung.

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Den Sieg im Sprint (750 m/20 km/5 km) sicherte sich unter 100 Startern Mauritz Ehry vom VfL Münster (1:03:24), dessen Vereinskollege Sebastian Meiss (1:04:04) Vierter wurde, unter die Top-Ten lief von den südhessischen Triathleten noch Adrian Hausding (DSW Darmstadt/1:06:44) auf Rang acht. Beste Triathletin auf der kurzen Distanz war Franziska Schildhauer vom TSV Amicita Viernheim in 1:09:07 Stunden.

Für Meinrad Blank und sein Team gilt es nun, auch finanziell Bilanz zu ziehen:"Ob wir die schwarze Null schaffen, ist fraglich. Mittel- und langfristig muss für den Verein bei dem immensen Aufwand einer solchen Veranstaltung was hängen bleiben. Sonst ist dies kaum gegenüber den Mitgliedern und Helfern zu rechtfertigen." Zumindest hat der SV Traisa schon jetzt den nächsten Termin für den Merck-Heinerman ausgegeben: 25. Juni 2023.

"Wir halten am Termin vor dem Heinerfest fest, auch mit Rücksicht auf andere regionale Veranstalter", sagt Meinrad Blank vor dem Hintergrund, dass auch im nächsten Jahr wieder Heinerman am Darmstädter Woog und Ironman am Frankfurter Main am gleichen Tag sein dürften. Natürlich unterscheidet sich die Klientel, und der Blick auf den ganz großen Triathlon in der Nachbarschaft erfolgte diesmal auch eher mit Stolz als mit Neid. "Erfolge wie die von Daniela Bleymehl und Paul Schuster beim Ironman in Frankfurt tun uns gut. Denn beide haben ihren ersten Triathlon beim SV Traisa absolviert." Einem anderen Kult-Triathlon der Region: dem SV3sathon, der am 11. September im Kalender steht.