Wengen - die schnellste Abfahrt der Welt

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Johan Clarey im Sprung: Der Franzose bewältigt die Lauberhorn-Abfahrt.Foto: dpa

Johan Clarey stellt am Lauberhorn in Wengen 2013 den Tempoweltrekord im Weltcup auf. Die 161,9 km/h sind bis dato ungeschlagen. Gewonnen hat der Franzose das Rennen seinerzeit...

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. Von Björn-Christian Schüßler

Die Lauberhorn-Abfahrt kennt es nicht anders und ist auch nicht böse damit, dass die Skirennfahrer im Weltcup-Zirkus genau an dieser Stelle einfach keinen Sinn dafür haben, dass der Ausblick fantastisch und die Luft klar und rein ist. Im Hanegg-Schuss zählt für die Alpinen Skirennläufer nur der Adrenalin-Rausch der Geschwindigkeit. Entsprechend frenetisch fiel das Urteil von Johan Clarey aus, als der Franzose am 19. Januar 2013 die schnellste Passage der Weltcup-Welt durchfuhr. „Es war ein geiles Gefühl, unglaublich.“

Mit 161,9 km/h durch den Hanegg-Schuss

Clarey nahm den Hanegg-Schuss mit 161,9 Kilometern pro Stunde. Schneller war nie ein Abfahrer in der Geschichte der Weltcup-Wertung. Ohnehin hatte das Wochenende vor fünf Jahren einiges zu bieten. Hielt zuvor der Italiener Stefan Thanei den inoffiziellen Weltrekord mit 156,96 km/h, aufgestellt an gleicher Stelle im Jahre 2005, toppte die Weltelite auf Ski diese Marke gleich reihenweise. Im Training hatte bereits der Bulgare Swetoslaw Georgiew mit der hohen Startnummer 76 den Reiz der Rasanz gespürt (158,30). In den Rennen steigerten dann Carlo Janka (Schweiz, 158,77) Christof Innerhofer (Italien, 158,81), Marc Gisin (Schweiz, 158,90), Bejamin Thomsen (Kanada, 159,82) und schließlich Hannes Reichelt (Österreich, 160,34) die Bestmarke, von der sich der Internationale Skiverband FIS distanziert – aus Sicherheitsgründen, schließlich lasse sich ein „Wettrennen“ um den größten Speed kaum noch kontrollieren.

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Clarey war trotzdem schneller, auch wenn es für den 32-Jährigen im Ziel nur für Platz fünf reicht. „Bist du gscheit“, entfuhr es Co-Kommentator Hans Knauss bei der Live-Berichterstattung im österreichischen Fernsehen. Der ehemalige Abfahrer hatte vom Lauberhorn schon so manch skurrile Anekdote erzählt bekommen. Die amüsanteste: Rainer Schönfelder bewältigte die Strecke der längsten Abfahrt der Welt 2007 zwar nicht in Rekordzeit, jedoch pudelnackig.