SC Magdeburg krönt Überraschungssaison

aus Zeit-Lupe

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Der Flensburger Bogdan Wenta setzt an, doch die Magdeburger Sven Liesegang (links), Steffen Stiebler und Gueric Kervadec (rechts) können ihn erfolgreich am Wurf hindern.Archivbild: dpa

Die Handballer von der Elbe feiern 2001 ihren ersten gesamtdeutschen Meistertitel. In einem Herzschlagfinale gegen die SG Flensburg-Handewitt dreht der SC Magdeburg das...

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. Von Björn-Christian Schüßler

Den höchsten Heimsieg – 35:17 gegen Eintracht Hildesheim –, den höchsten Auswärtserfolg – 32:18 bei der SG Solingen: Der SC Magdeburg führte in der Bundesliga-Saison 2000/01 die Teams auf Augenhöhe teilweise nach Belieben vor. Dass die Elbstädter allerdings auch die Großen der nationalen Zunft, allen voran Titelverteidiger THW Kiel, um viele Punkte bringen würde, hatte der elfmalige ostdeutsche Handballmeister nicht zu träumen gewagt.

Am letzten Spieltag war für den SC noch alles drin, im direkten Duell hatten die Magdeburger in der mit 8.000 Zuschauern ausverkauften Bördelandhalle den „ewigen Zweiten“ SG Flensburg-Handewitt zu Gast. Verbreiteten die Treuen in der Halle schon finalwürdige Gänsehaut-Atmosphäre, fieberten zudem Tausende Fans vor einer Großbildleinwand auf dem Alten Markt mit Stefan Kretschmar und Co. mit. Doch zunächst spielten nur die Nordlichter. Magdeburg, das wenige Wochen zuvor den EHF-Pokal gewonnen hatte, ließ den Flensburgern immer wieder Lücken in der Deckung. Erst als SC-Trainer Alfreð Gíslason kurz vor Ende der ersten Halbzeit eine Auszeit nahm, konnte das Überraschungsteam die Abwehr stabilisieren. Zur Pause liegt der SCM sogar mit 12:11 in Front.

Auch der "Hexer" ist machtlos

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Ein Blitzstart mit drei Toren der Ostdeutschen in Halbzeit zwei zieht den Flensburgern, denen ein Remis zum Titel gereicht hätte, schließlich den Zahn. Während Nationaltorhüter Henning Fritz ein ums andere Mal hervorragende Reflexe auspackt, narrt die SCM-Offensive um Stefan Kretschmar ein ums andere Mal die SG-Defensive mit klugen Pässen. Torwartlegende Andreas „Hexer“ Thiel scheint sogar zu resignieren, als die Magdeburger in der 46. Minute mit sechs Toren Vorsprung wegziehen.

Diesen Vorsprung lassen sich die Gastgeber nicht mehr nehmen, am Ende demontiert das Überraschungsteam den Favoriten mit 30:23. Schon Minuten vor dem Abpfiff feiern die Spieler in der Halle mit den frenetisch jubelnden Fans den ersten gesamtdeutschen Meistertitel einer ostdeutschen Mannschaft. Für die SG wird es dagegen ganz bitter: Aufgrund der schwächeren Tordifferenz rutscht sie in der Tabelle noch hinter den TBV Lemgo auf Rang drei.

Ein Video zu den finalen Minuten finden Sie hier.