Premiere mit Paukenschlag

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Es geht zur Sache: Peter Lechner (links) vom TSV Milbertshofen und der Dankersener Axel Axelsson schenken sich nichts.Archivfoto: imago

Zur Einführung der eingleisigen Handball-Bundesliga 1977 schlägt Aufsteiger TV Neuhausen den Meister Grün-Weiß Dankersen überraschend.

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. Von Roland Hessel

Es war ein historischer Tag, der von einem historischen Ergebnis gekrönt wurde: Am 10. September 1977 startete die Handball-Bundesliga in ihre allererste eingleisige Saison – und auch gleich mit einem Paukenschlag. Neuling TV Neuhausen bezwang direkt den amtierenden Deutschen Meister Grün-Weiß Dankersen 16:15. Und dass der TV Großwallstadt im Mai des nächsten Jahres den Titel ohne ein klassisches Endspiel einfahren sollte, deutete sich auch noch nicht an. Der Traditionsklub gewann sein Auftaktspiel gegen den TSV Milbertshofen 11:9.

Am Ende der Runde konnte zufrieden Bilanz gezogen werden. Die Zusammenlegung der Süd- und Nordstaffel, die zuvor durchaus für böses Blut gesorgt hatte, hatte sich gelohnt. Zuvor hatten einige Klubs vergeblich moniert, dass sie ihren Bundesliga-Status verlieren würden, weil aus den zwei Zehner-Staffeln gleich acht Mannschaften absteigen mussten. Unterm Strich blieb eine Saison, die bis zum letzten Spieltag von der Spannung lebte. Sowohl über die Meisterschaft wie auch über den Abstieg wurde in der Tat erst am finalen Spieltag entschieden. Dass Neuhausen, als einer der beiden Aufsteiger, für die erste faustdicke Überraschung gesorgt hatte, half dem Klub am Ende wenig. Mit gerade einmal acht gewonnenen Punkten stieg der TV auch direkt wieder ab.

Mit einem Punkt Rückstand auf Großwallstadt kam der VfL Gummersbach als Vizemeister ins Ziel. Der entthronte Meister aus Dankersen wurde immerhin noch Dritter. Neben Neuhausen mussten der TuS Derschlag, die SG Dietzenbach und der Polizei SV Hannover absteigen. Gerade noch so retten konnte sich übrigens damals kein Geringerer als der THW Kiel, der es auf 22:30 Punkte brachte – gerade einmal einen mehr als Derschlag. Der THW ist heute Rekordmeister, der TuS Derschlag, der nie aus dem Gummersbacher Schatten treten konnte, spielt aktuell in der Oberliga. Die weiteren Gründungsmitglieder: TuS Hofweier, TV Hüttenberg, TSV Milbertshofen, TuS Nettelstedt, Frisch Auf Göppingen und OSC Rheinhausen.