Paris 1924: Tarzan, Nurmi und andere Sensationen

aus Zeit-Lupe

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Johnny Weissmuller (links) gewann als Schwimmer bei den Olympischen Spielen 1924 in Paris drei Goldmedaillen - und dazu Bronze im Wasserball. Foto: Bettman Collection

Paris, 27. Juli 1924: Die Olympischen Spiele haben endgültig Weltgeltung erlangt. Die Schlussfeier in der französischen Hauptstadt markiert das Ende eines leistungssportlichen...

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. Was für einen Unterschied 24 Jahre ausmachen. Anno 1900 waren die zweiten Olympischen Spiele der Neuzeit noch als Anhängsel der Weltausstellung in Paris in der öffentlichen Wahrnehmung untergegangen. 1924 kehrt Olympia zurück an die Seine und steht erstmals in voller Blüte. Als die Spiele am 27. Juli zu Ende gehen, sind sich Athleten und Zuschauer einig: Es war ein Spektakel voller Stars, Glamour und Premieren, das erste Großereignis im Hochleistungssport.

Dass die Athleten erstmals in einer Art Olympischem Dorf zusammenwohnten, bekommen zwar nur wenige Funktionäre richtig mit. Die Augen der Welt aber richten sich auf die ersten Super-Athleten. Der fliegende Finne Paavo Nurmi, ein großer Schweiger, gewinnt fünf Goldmedaillen im Langstreckenlauf, jene über 1.500 und 5.000 Meter innerhalb von 90 Minuten. Der aus Österreich stammende Schwimmer Johnny Weissmuller (USA) sammelt drei Olympiasiege, bevor er als Tarzan im Kino Karriere macht. Seine Teamkollegin Gertrud Ederle steht in der siegreichen Staffel und durchschwimmt zwei Jahre später als erste Frau den Ärmelkanal.

Ein Jude und ein Katholik holen Sprint-Gold und werden zum Kino-Stoff

Uruguays Fußballer um den Star Jose Leandro Andrade werden erst als Exoten milde belächelt und dann wie Zirkusnummern gefeiert, weil sie alle Gegner mit ihrem neuartigen Stil in Grund und Boden spielen und souverän Gold holen. Großbritannien feiert unterdessen den jüdischen 100-m-Sieger Harold Abrahams und den strenggläubigen Katholiken Eric Lidell, der auf seine Spezialdisziplin verzichtet, weil der Vorlauf an einem Sonntag stattfindet. Dafür holt er später auf der 400-Meter-Strecke Gold. 1981 kommt die Lebensgeschichte des Duos ins Kino, der Streifen "Chariots of Fire" (deutsch: "Die Stunde des Sieges" heimst einen Oscar ein.

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Die Titelmusik von Vangelis wird 2012 während der Spiele in London bei allen Siegerehrungen eingespielt. Olympia 1924 wirkt somit bis heute nach.

Einige Impressionen von den Olympischen Spielen 1924 in Paris mit Harold Abrahams, Eric Lidell, Paavo Nurmi und Uruguays Fußballern: