Olympia: Bad Kreuznacherin holt erstes deutsches Gold

Ricarda Funk hat Olympia-Gold gewonnen. Foto: dpa

Ihren Lebenstraum hatte sich Slalomkanutin Ricarda Funk bereits mit der Teilnahme in Tokio erfüllt. Doch die Athletin des KSV Bad Kreuznach wollte mehr - und sie bekam mehr.

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TOKIO/BAD KREUZNACH. Ricarda Funk hat es geschafft! Die Slalomkanutin des KSV Bad Kreuznach hat bei den Olympischen Spielen in Tokio die Goldmedaille im Kajak-Einer gewonnen. Im Finale fuhr die 29-Jährige, in dem wohl wichtigsten Rennen ihrer Karriere, fehlerfrei und in einer Spitzenzeit (105.50) zu olympischem Gold. Vor der Spanierin Maialen Chourraut (0/+1.13) und der Favoritin Jessica Fox aus Australien (4/+1.23) fuhr die 29-Jährige in einem Wahnsinnsrennen nach ganz vorne und erfüllte sich ihren Traum von der Medaille. Dazu ist es die erste Goldmedaille für Deutschland bei diesen Spielen.

"Von der Goldmedaille hab ich immer geträumt, jetzt ist der Traum Realität geworden. Es ist einfach unglaublich", sagte Funk in der "ARD". Die in Bad Neuenahr-Ahrweiler geborene Sportsoldatin gedachte im Moment ihres größten Triumphs auch der Flutopfer in ihrer schwer gebeutelten Heimat: "Es war einfach nur schrecklich, die Bilder zu sehen, die mich stündlich erreicht haben. Ich habe auch einige Male Tränen vergossen, weil es einfach unfassbar war, was da passiert ist. Ich schicke einfach ganz viel Liebe nach Hause. Ich sage nur: Kreis Ahrweiler ist stark und gemeinsam schaffen wir das."

Fast 20 Jahre hatte im deutschen Kanuslalom keine Frau mehr Olympia-Gold geholt. Den letzten Erfolg verbuchte Elisabeth Micheler mit ihrem Olympiasieg bei den Spielen 1992 in Barcelona. Für den Deutschen Kanu-Verband (DKV) ist es nach Sideris Tasiadis (Bronze) die zweite Medaille bei diesen Olympischen Spielen.