Nummer 42 kippt die Rassenschranke

aus Zeit-Lupe

Thema folgen
Jackie Robinson im Trikot der Brooklyn Dodgers.Archivfoto: imago

Jackie Robinson wird 1947 der erste Afroamerikaner in der US-Profiliga MLB. Eine Revolution im US-Baseball.

Anzeige

. Von Ulrich Gerecke

Rassismus ist Zeit seines Lebens ein ständiger Wegbegleiter für Jackie Robinson. Sein Bruder Mack gewinnt 1936 bei den Olympischen Spielen in Berlin die Silbermedaille im 200-Meter-Lauf – hinter Jesse Owens und vor den Augen von Adolf Hitler. Während seiner Militärzeit in Fort Hood/Texas weigert sich Jackie standhaft, den für Afroamerikaner vorgesehenen Platz hinten im Bus einzunehmen. Ein Kriegsgericht spricht ihn später von allen Vorwürfen frei.

„Es ist mir egal, ob ihr mich mögt oder nicht“, pflegt Jackie Robinson zu sagen. „Alles, was ich will, ist, dass ihr mich als Mensch respektiert.“ Nie ist der Respekt vor Robinson größer als am 15. April 1947. An diesem Tag steht der zu diesem Zeitpunkt schon 28 Jahre alte Spieler auf der ersten Base für die Brooklyn Dogers und schreibt mehr als nur Sportgeschichte: Er ist der erste Afroamerikaner in der Major League Baseball, ein Überwinder der Rassenschranken.

Dodgers-Manager verpflichtet Robinson heimlich

Anzeige

Dass es der flamboyante, zuweilen aufbrausende Star so weit bringt, hat er Branch Rickey zu verdanken, dem schillernden General Manager der Dodgers. In den 1940er Jahren gibt es noch getrennte „Negro Leagues“, die Eigentümer der Major-League-Klubs haben sich stillschweigend verständigt, nur weiße Profis zu verpflichten. Deshalb bereitet Rickey den Robinson-Coup in aller Heimlichkeit vor, auch gegen Widerstände im eigenen Verein und von einigen Spielern aus den Südstaaten, die wie Dixie Walker Robinson zunächst ablehnen.

Doch der Neue erweist sich auch sportlich als Gewinn, wird 1947 Neuling des Jahres und 1949 wertvollster Spieler in der MLB. 1955 holen die Dodgers mit Robinson den einzigen World-Series-Titel ihrer Karriere. Dass Robinson in manchen Stadien der blanke Hass entgegenschlägt – in Philadelphia beschimpft ihn sogar Phillies-Manager Ben Chapman als „Nigger“ und will ihn „in den Dschungel zurückjagen“ – schweißt die Dogers nur noch enger zusammen.

1956 beendet Jack Roosevelt Robinson seine Karriere, am 24.Oktober 1972 stirbt er an den Folgen einer Diabetes und Herzproblemen. Seine Rückennummer 42 wird seit 1997 von der MLB nicht mehr vergeben. Nur am 15. April darf sie jeder tragen: Dann ist in allen Ballparks des Landes „Jackie Robinson Day“ – und Amerika verneigt sich nicht nur vor einem sportlichen Helden.