Norwegen-Express überrollt die Restwelt

aus Zeit-Lupe

Thema folgen
Norwegen dominiert im Winter 2001/2002 den Ski-Weltcup. Auch eine Saison später sind die Skandinavier - hier eine Aufnahme von 2003 - mannschaftlich geschlossen stark. Archivfoto: dpa

Die Skandinavier dominieren 2001 den Langlauf-Weltcup. Beim Saisonauftakt im finnischen Kuopio sorgt Norwegen dabei mit acht Athleten unter den besten Acht für einen Rekord.

Anzeige

. Von Björn-Christian Schüßler

Als René Sommerfeldt nach 15 Kilometern ins Ziel läuft, ist für den Oberwiesenthaler an eine vordere Platzierung nicht mehr zu denken. Dabei gehört der Deutsche auf Platz 17 hinter dem Norwegen-Express sogar noch zu den Besten. Auf der Weltcup-Eröffnungsstrecke im finnischen Kuopio heißen an diesem 24. November 2001 die Sieger allerdings Aukland, Jevne, Estil, Hjelmeset, Skjeldal, Alsgaard, Bjonviken und Bjervig – und sorgen für ein Novum. Achtmal Norwegen läuft den Rest der Welt im klassischen Stil in Grund und Boden.

So stark wie den Winter 2001/2002 hatten die skandinavischen Skilangläufer noch nie begonnen. „Acht Norweger vorn – das ist erschreckend. Da muss sich der Rest der Langlauf-Welt Gedanken machen“, hatte Bundestrainer Jochen Behle nach den vermeintlichen norwegischen Meisterschaften, die Thomas Aukland in 38:55,0 Minuten für sich entschied, emotional analysiert. In der Tat wirkte bei dieser Dominanz – der Zweite, Erling Jevne, war nur 8,3 Sekunden, der beste Nicht-Norweger, der schwedische Weltcup-Titelverteidiger Per Elofsson, aber mehr als eine Minute zurück – die Konkurrenz geschockt.

Aber nicht chancenlos, wie der weitere Saisonverlauf zeigte: Der Schwede platzierte sich oft im Vorderfeld und verteidigte schließlich seinen Gesamtweltcup, allerdings gefolgt von sieben Norwegern in den Top Ten. Deutschland feierte lediglich zwei Podestplätze unter eigener Flagge: Sommerfeldt und Tobias Angerer landeten beim Teamsprint in Lahti auf Platz zwei, Andreas Schlütter wurde in Asiago Dritter.