NOK gegen DSB - von Beginn an keine einfache Beziehung

aus Zeit-Lupe

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Willi Daume. Archivfoto: dpa

Bonn, 24. September 1949: Das Nationale Olympische Komitee wird in einem Museumssaal gegründet. Es ist vor allem ein Alleingang der Fachverbände, die 1952 an den Olympischen...

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. Als im Jahr 2006 das Nationale Olympische Komitee und der Deutsche Sportbund zum Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) fusionierten, war das nach Ansicht des damaligen Sporthilfe-Chefs und langjährigen Opel-Managers Hans-Wilhelm Gäb "eine Vernunftehe, sicher nicht eine Liebesheirat". Unterkühlt war das Verhältnis zwischen den beiden organisatorischen Säulen des deutschen Sports eigentlich immer gewesen - hier das dem Leistungs- und Wettkampfsport zugetane NOK, dort der dem ganzen Sport verpflichtete DSB.

Dieser Zwiespalt war schon bei der Gründung des NOK am 24. September 1949 in Bonn zu Tage getreten. Die Bundesrepublik war gerade erst ein paar Monate alt und die Fachverbände hatten es unglaublich eilig. "Das war ein reiner Alleingang vor dem Hintergrund, dass man an den Olympischen Spielen 1952 teilnehmen wollte", sagt der Marburger Sporthistoriker Franz Nitsch. "Die Landessportbünde waren völlig brüskiert von diesem Vorgang." Erst 1950 gründeten sieh in Hannover dann auch ihren DSB.

Diem und Daume - alte Gesichter und junge Funktionäre

Die Anfangszeit des NOK war von vielen Widersprüchen geprägt. Erster Präsident wurde Herzog Adolf-Friedrich zu Mecklenburg-Schwerin, erster Schriftführer Carl Diem. Diesen Repräsentanten einer schwierigen Vergangenheit standen neue, junge Kräfte wie Schatzmeister Willi Daume gegenüber. Hinzukam der heraufziehende Kalte Krieg und der Konflikt mit der DDR. Das dort gegründete NOK wurde vom Internationalen Olympischen Komitee zunächst nicht anerkannt, das NOK-West konnte seinen Alleinvertretungsanspruch allerdings auch nicht durchdrücken. Das IOCordnete statt dessen eine gesamtdeutsche Olympiamannschaft an, die von 1956 bis 1964 tatsächlich zu Stande kam.

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1952 bei den Spielen in Oslo und Helsinki traten trotzdem zwei deutsche Teams an: jenes der Bundesrepublik und jenes des noch unabhängigen Saarlands. Letzteres war international sogar noch vor dem deutschen Pendant anerkannt worden - ein weiterer kleiner diplomatischer Nadelstich fünf Jahre nach Kriegsende.

Die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 1952 in Helsinki: