Nach 39 Jahren gibt es kein Halten mehr

aus Zeit-Lupe

Thema folgen
RRK-Trainer Kai Stieglitz (links) und Spieler Oliver Domke feiern den Hallentitel.Archivfoto: Olaf Schirle

Die Hockeyspieler des Rüsselsheimer RK haben sich eine ganze Weile Zeit gelassen, bis sie ihren neunten Titel in der Halle feiern konnten. Das Meisterstück gelang am 10....

Anzeige

. Von Martin Krieger

Viele hatten die Hoffnung schon aufgegeben. Dass es noch mal etwas werden könnte, mit einem deutschen Meistertitel für die Hockeyspieler des Rüsselsheimer Ruder-Klubs (RRK), deren Vorfahren zwischen 1968 und 1979 acht Mal den blauen Siegerwimpel abgestaubt hatten. Trotz starker Nationalspieler, WM-Helden und anerkannter Hallenspezialisten schien es partout nicht klappen zu wollen. Anno 2000 ging das Hallen-Endspiel arg unglücklich 3:4 verloren, zwei Jahre später schied das Team im Viertelfinale im Siebenmeterschießen aus. 2005 wurde der Einzug ins Finale nach grandioser erster Halbzeit und 4:1-Führung in der Verlängerung verpasst und 2007 blieb man wieder in der Vorschlussrunde hängen – trotz 3:1-Vorsprungs nach den ersten 30 Minuten gegen den späteren Titelträger.

Doch dann kam der Februar 2008, und diesmal gab es kein Halten mehr. Im Viertelfinale bei Westmeister Uhlenhorst Mülheim 6:4 obenauf, griff am Wochenende danach in Hamburg endlich jedes Rädchen ins andere. Der Berliner HC wurde im Halbfinale nach Verlängerung 6:5 niedergekämpft und im Endspiel am 10. Februar Schwarz-Weiß Neuss beim 6:3 keine Chance gelassen. „Da wir vorher oft dicht dran waren, haben wir uns einfach nicht mehr so verrückt gemacht und hatten dann einfach auch mal das Quäntchen Glück. Der Glaube daran, dass wir es schaffen können, war aber immer da. Wir hatten schließlich ein gutes Team und gute Einzelspieler“, erinnert sich Oliver Domke (41), bester Torschütze und Spieler der Endrunde.

Nahe liegend, dass die Spätberufenen vom Untermain diesen besonderen DM-Titel noch einmal gemeinsam aufleben lassen wollten und sich deshalb auf den Tag genau zehn Jahre danach am Fastnachtsamstag im Elternhaus ihres Torhüters Nico Jacobi in Mainz zu einem längeren Abend getroffen haben. 2009 standen die Hessen noch einmal im Endspiel, mussten sich hier aber Rot-Weiß Köln 3:5 beugen. Dem Europacupsieg in heimischer Halle folgte noch ein Hallen-Halbfinale 2010, bevor es sukzessive abwärts ging. Ende Januar halfen zwei der DM-Helden von 2008 mit, dass die Rüsselsheimer zumindest in der Halle zweitklassig geblieben sind.

Anzeige

Da die Nachwuchsarbeit erst langsam wieder Früchte trägt, spricht einiges dafür, dass es eventuell sogar länger als 39 Jahre bis zu einem weiteren DM-Titel für die RRK-Männer dauern könnte. Für Torwart Nico Jacobi, nach dem Triumph in Hamburg zum UHC Hamburg gewechselt, gilt das freilich nicht. Beim finalen 8:5-Erfolg seiner Mannschaft am 4. Februar in Stuttgart stand der 30 Jahre alte Olympiasieger von 2012 zwischen den Pfosten.