Musikproduzent Jack White gibt den Ausputzer

aus Zeit-Lupe

Thema folgen
Jack White im Veilchen-Trikot (links) foult einen Kölner Gegenspieler. Bei der 1:5-Pleite der Berliner macht er keine gute Figur.Archivfoto: imago

Für 500.000 D-Mark erfüllt sich der Musikproduzent Jack White einen Lebenstraum: Einmal gegen einen Bundesligisten Fußball zu spielen. Dass der Hauptstadtklub TeBe sich im...

Anzeige

. Von David Martenstein

Im Leben von Jack White gab es sicherlich nicht viele Träume, die unerfüllt geblieben sind. Fußballprofi, Star-Produzent, Multimillionär – die White’sche Vita sucht bundesweit ihresgleichen, war er doch in der Musikszene der 70er und 80er Jahre einer der Namen, die jeder kannte.

Am 15. Dezember 1976 kam der gebürtige Kölner einem der wenigen unerfüllten Träume näher als jemals zuvor oder danach: Im Trikot von Tennis Borussia Berlin spielend, betrat er gegen den 1.FC Köln als Libero den Rasen. Das Spiel fand zwar im Rahmen der dritten Hauptrunde des DFB-Pokals statt, bedeutete jedoch für den durchaus passablen Fußballer Horst Nußbaum, wie Jack White eigentlich heißt, dass er gegen einen Bundesligisten seiner zweiten großen Leidenschaft nachgehen durfte.

Für eine Beschäftigung in der höchsten deutschen Spielklasse hatte sein sportliches Talent nicht gereicht, also ließ sich White das Pokalvergnügen angeblich 500.000 D-Mark kosten. Der chronisch klamme Hauptstadtklub nahm das Geld dankend entgegen – und bekam die Quittung für das Geschäft mit dem Schlagerstar im Müngersdorfer Stadion in Köln. „5:1! Jack White war ein Reinfall!“, hieß es auf der Titelseite des „kicker“, nachdem der 36-Jährige einen Tag zuvor einen Elfmeter verschuldet hatte und in der zweiten Halbzeit ausgewechselt wurde.

Anzeige

Zu einem weiteren Einsatz für die „Veilchen“ aus Berlin kam es infolgedessen nicht, und der Traum vom Bundesligafußball blieb für White auch als Anteilseigner der TeBe unerfüllt. Das mit Hits von David Hasselhoff und Tony Marshall verdiente Geld pumpte er in den 90er Jahren vergeblich in den Verein und musste sich mit der Zweitklassigkeit zufrieden geben.