Mit etlichen Schutzengeln auf der "Streif" unterwegs

aus Zeit-Lupe

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Pietro Vitalini rast die legendäre "Streif" in Kitzbühel runter. Im Januar 1995 stürzte er dort schwer.Archivfoto: imago

Der italienische Ski-Abfahrsläufer Pietro Vitalini blieb 1995 nach einem Horrorsturz auf der berüchtigten "Streif" in Kitzbühel unverletzt.

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. Von Andreas Riechert

Sie gilt als die gefährlichste Piste der Welt. Ist berühmt-berüchtigt. Wer im Ski-Weltcup auf der "Streif" in Kitzbühel gewinnt, zählt fortan zu den Legenden des Sports. In Österreich werden Helden geboren - oder Karrieren zertrümmert. Am vergangenen Wochenende wurden die Hahnenkamm-Rennen im Nobel-Skiort bereits zum 75. Mal ausgetragen. Und Erinnerungen an einen Horror-Sturz wach. Denn die "Streif" verzeiht keine Fehler.

Die Szene im Januar 1995 ist fürchterlich. Kaum mit anzusehen. Die dramatischen Bilder gehen um die Welt: Der Italiener Pietro Vitalini rast in der ersten von zwei Abfahrten mit hoher Geschwindigkeit durch die Traverse vor dem Zielsprung. Im vereisten, brettharten Steilhang wirken brutale Kräfte. Vitalini hat hohen Rückstand, ist nicht auf der Ideallinie unterwegs. Plötzlich kann er seine Ski nicht mehr auf der Piste halten. Der Rennläufer wird ausgehoben, verdreht seinen Oberkörper, fliegt quer durch die Luft. Knallt auf den Schnee - und segelt nach dem Aufprall über den viel zu flachen Sicherheitszaun.

Plötzlich totenstill

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Dem Publikum im Zielraum stockt der Atem. Von einer auf die andere Sekunde ist es totenstill. Vitalini überschlägt sich mehrfach außerhalb der Piste. Doch der Italiener hat etliche Schutzengel: In Kitzbühel liegt in diesem Winter enorm viel Tiefschnee, auch abseits der präparierten "Streif". Vitalini bleibt wie durch ein Wunder unverletzt. Er schüttelt sich kurz - und geht wenige Stunden später auch bei der zweiten Abfahrt an den Start, wo er Fünfter wird.

Nach der Saison 1998/1999 beendet Pietro Vitalini seine Karriere als Skirennläufer. In den Jahren danach gibt es zahlreiche weitere dramatische Unfälle auf der "Streif". Derart glimpflich wie beim Italiener enden sie allerdings nicht.