Hesjedal macht ein ganzes Land stolz

aus Zeit-Lupe

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Ryder Hesjedal ganz in Rosa – für den Kanadier ist der Giro-Sieg 2012 der größte Erfolg seiner Radsportkarriere.Foto: dpa

Der Kanadischer Profi schnappt sich 2012 nach einem packenden Giro d'itala-Duell mit dem spanischen Edelkletterer Joaquim Rodríguez das „Maglia Rosa“.

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. Von Maximilian Kruse

Auf dem Podium in Mailand, gekleidet im „Maglia Rosa“. Viel größer geht es im Radsport vielleicht nur noch im „Maillot Jaune“ auf den Champs-Élysées in Paris. Mit seinem Sieg beim Giro d’Italia 2012 schrieb Ryder Hesjedal kanadische (Rad-)Sportgeschichte.

Als erstem Kanadier überhaupt gelang es dem Ex-Mountainbiker aus British Columbia, eine der drei großen Landesrundfahrten im Radsport zu gewinnen. Auf der letzten Etappe, einem Einzelzeitfahren, benötigte Hesjedal 47 Sekunden weniger bis ins Ziel als der spanische Edelkletterer Joaquim Rodríguez. Genug, um am letzten Tag der Italienrundfahrt den Gesamtsieg an sich zu reißen. Über die gesamten drei Wochen hinweg duellierten sich die beiden um das Rosa-Trikot, das nach den schweren Bergetappen mehrmals den Träger wechselte.

Premierminister gratuliert

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Für den damals 31-jährigen Profi in Diensten von Garmin-Barracuda war und blieb der Erfolg beim Giro das Highlight seiner Karriere. Gratulationen erntete Hesjedal von ganz oben. „Wir danken Hr. Hesjedal für diesen prägenden Moment in der kanadischen Sportgeschichte. Dieser beeindruckende Sieg in einem der brutalsten Wettbewerbe im Radsportzirkus wird für immer als einer der größten Siege eines Kanadiers in Erinnerung bleiben“, so Ex-Premierminister Stephen Harper.

2016 beendete Ryder Hesjedal seine aktive Laufbahn als Straßenrennfahrer. Seine weiteren Erfolge sind ein fünfter Rang im Gesamtklassement der Tour de France 2011 sowie die gleiche Platzierung im Giro 2015. Das Manko: Wie so viele seiner Kollegen hat auch Hesjedal eine Dopingvergangenheit. 2013 räumte er ein, zehn Jahre zuvor unter dem Einfluss des Blutdopingmittels Epo gestanden zu haben. Gesperrt werden konnte der Kanadier für den Gebrauch verbotener Substanzen jedoch nicht, da der Vorfall mittlerweile verjährt war. Ob sein Giro-Sieg sauber war, wird er selbst am besten wissen.