Eishockeyteam gewinnt mit 41 Tausendstel Vorsprung Olympia-Bronze

aus Zeit-Lupe

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Grund zum Jubeln: Deutschland gewinnt bei den Olympischen Spielen in Innsbruck Bronze im Eishockey. Im Bild jubelt Lorenz Funk über sein Tor gegen die CSSR. Archivfoto: imago

Beim olympischen Eishockeyturnier in Innsbruck 1976 wuchs das deutsche Team um Coach Xaver Unsinn über sich hinaus. Mit einem sensationellen 4:1 gegen die USA errang...

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. 4:1 im letzten Gruppenspiel gegen die USA, punktgleich mit den Amis und Favorit Finnland auf Platz drei – das deutsche Eishockeyteam hat beim Olympiaturnier in Innsbruck alles richtig gemacht und den größten Erfolg seit 1932 errungen. Bronze! Warum aber glitten die Spieler um Kapitän Alois Schloder und den herausragenden Erich Kühnhackl am 14. Februar 1976 mit hängenden Köpfen vom Eis in die Kabine?

Die Minuten nach dem Sensationssieg sind skurril wie komplex. Denn wem die Bronzemedaille um den Hals baumeln sollte, wusste mit dem Schlusspfiff kaum jemand in der Eishalle, nachdem die Finnen zuvor Polen mit 7:1 geschlagen hatten. Drei Nationen punktgleich. Die USA waren mit einer Tordifferenz von 6:8 eindeutig raus. Doch Finnland (9:8 Tore) hatte das direkte Duell mit Deutschland (7:6 Tore) für sich entschieden. Die deutschen Funktionäre waren wenig regelkundig und mit der Situation heillos überfordert. Erst als ein tschechischer Kollege, Miroslav Subrt, in die Kabine stürzt und zur Medaille gratuliert, trauen sich Xaver Unsinn und sein Team ein kleines Lächeln zu.

Torquotient entscheidet

41 Tausendstel haben den Finnen das Nachsehen beschert, obwohl die Skandinavier das direkte Duell gewonnen hatten und ein Turniertor mehr auf dem Konto stand. Denn 1976 galt eine skurrile Regel, die heute nachvollziehbar nicht viel später abgeschafft wurde: Wenn zwei oder mehrere Teams punkt- und tordifferenzgleich platziert sind, entscheidet der Torquotient. Der lag bei Finnland bei 1,125 (9 geschossene Tore geteilt durch 8 bekommene), beim DEB-Team aber bei 1,166 (7 geteilt durch 6) – 41 Tausendstel besser.

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Als die Nationalhymne der Sowjetunion ertönt, stehen neben der Übermannschaft der UdSSR und der Spitzenmannschaft aus der Tschechoslowakei auch die Kufencracks aus Westdeutschland auf dem Treppchen – und verdrücken freudestrahlend manches Tränchen.

Der Bayerische Rundfunk zeigt am Samstag, 13. Februar, um 17 Uhr einen Dokumentarfilm zum Wunder von Innsbruck. Den Trailer dazu gibt es für alle Facebook-Nutzer hier.