Der Elch bannt den 54-Jahre-Fluch

aus Zeit-Lupe

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Führte die New York Rangers zum Stanley-Cup: Mark Messier. Archivfoto: dpa

New York, Madison Square Garden, 14. Juni 1994: Die Rangers gewinnen nach ewigem Warten endlich wieder den Stanley-Cup. Hauptverantwortlich dafür ist Mark Messier.

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. "Ich bin seit 16 Jahren im Geschäft, habe fünf Stanley-Cups gewonnen", erklärte der Eishockey-Profi Mark Messier nach der Schlusssirene. "Ich dachte, ich hätte alles erlebt. Aber so eine Begeisterung für dieses Spiel habe ich noch nie verspürt." Kein Wunder, schließlich haben die Fans der New York Rangers 54 Jahre auf das gewartet, was am 14. Juni 1994 im heimischen Madison Square Garden Wirklichkeit wird: Der Stanley-Cup, die wichtigste Eishockeytrophäe der Welt und von den Fans als "Heiliger Gral" verehrt, kehrt an den Broadway zurück.

Genau zu diesem Zweck hatte General Manager Neil Smith Mark "The Moose" ("Mark, den Elch") im Sommer 1991 von den Edmonton Oilers losgeeist. Dort hatte Messier zusammen mit Wayne Gretzky und Jari Kurri eines der besten Teams aller Zeiten dirigiert. Sein Auftrag im erfolgsverwöhnten New York ist eindeutig, aber schwierig. Der Cup muss her, aber 1993 werden zunächst sogar die Playoffs verpasst.

Dreiste Ansage an den verhassten Ortsrivalen

Im Frühjahr 1994 aber kommt der Rangers-Express ins Rollen, wirft zuerst die New York Islanders und die Washington Capitals aus den NHL-Playoffs. Im Halbfinale gegen den verhassten Ortsrivalen New Jersey Devils liegen die "Broadway Blueshirts" mit 2:3 Spielen hinten, als Messier die Verantwortung übernimmt. "Wir werden gewinnen", verspricht der Kapitän in einem Interview vor Spiel 6. Hinterher ist er selbst von seiner dreisten Ansage überrascht: "Aber wir waren so am Boden, dass alles egal war." Am selben Abend steuert der 33-Jährige dann einen Hattrick zum 4:2-Sieg bei. Am Ende gewinnt New York die Serie 4:3.

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Auch die Finalrunde gegen die Vancouver Canucks geht über die volle Distanz, dabei verspielen die Rangers einen 3:1-Vorsprung. Zu Spiel 7 kocht der Garden; die Stadt, die angeblich niemals schläft, steht quasi still. Messier steuert ein Tor und eine Vorlage zum 3:2-Sieg bei. Der Rest ist grenzenloser Jubel, Feuerwerk und Konfettiparade. Ein Fan entrollt ein Transparent mit der Aufschrift: "Jetzt kann ich in Frieden sterben." Der 54-Jahre-Fluch ist gebannt.

Die letzten Sekunden des 7. Spiels der Stanley-Cup-Finalserie 1994: