Christoph Daum - Kokain lässt DFB-Vertrag platzen

aus Zeit-Lupe

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Christoph Daum stolpert darüber, Kokain konsumiert zu haben. Archivfoto: dpa

In Leverkusen erfolgreich, als Bundestrainer gehandelt - aufkeimende Drogengerüchte will Christoph Daum im Oktober 2000 mit einer Haarprobe im Keim ersticken. Keine so richtig...

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. Christoph Daum wurde nach seinen Erfolgen mit Bayer Leverkusen schon als neuer Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gehandelt, kokettierte damit, dass sogar die Großkopferten aus München diese Idee gutheißen würden, und doch hätte es der fußballverrückte Motivator besser wissen sollen. Ein Aufschrei geht durch die Republik, als Bayern-Manager Uli Hoeneß im Oktober 2000 in den Medien behauptet, Daum habe ein „verschnupftes Näschen“ und damit ein veritables Drogenproblem. Und noch größer die Empörung, als der Hoffnungstrainer die dreckigen Vorwürfe aus München nicht vom Tisch wischen kann.

Daum, der Kokser? Eine Dummheit, aus vollster Überzeugung eine Haarprobe abgegeben zu haben? Oder doch der Gedanke des hochgelobten Trainers, weiterhin alles im Griff zu haben. Den Job, die Mannschaft, die Medien – sogar das Kokain. „Ich tue das, weil ich ein absolut reines Gewissen habe“, begründete Daum. Doch Hoeneß behielt Recht. Am 20. Oktober 2000 lag die Analyse vor, die Kokser Daum überführte. Weg war der Job – Bayer entließ den 46-Jährigen kurz vor seinem Geburtstag fristlos. Weg war der DFB-Vertrag zum 1. Juni 2001. Eine Karriere, wegen ein bisschen weißen Pulvers geradezu vom Winde verweht.

Zweieinhalb Monate später, nach einer Untertauchphase im US-Bundesstaat Florida, gibt Christoph Daum sein Drogenproblem erstmals zu. Zu spät für die vielen, die mit diesem Mann für Fußballdeutschland um Trophäen mitfiebern wollten. Ein Engagement beim türkischen Erstligisten Besiktas Istanbul spülte Daum schließlich ins Trainerkarussell zurück. Doch selbst bei seiner Rückkehr zum 1. FC Köln in der Saison 2006/2007 blieb das Kokser-Image an Daum haften. Auch weil ihm viele Fans die viel zu späte Aufrichtigkeit so richtig übel nahmen.