BVB-Idol Siggi Held schießt als Erster auf die Torwand

aus Zeit-Lupe

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Die ZDF-Torwand. Archivfoto: dpa

Am 5. Februar 1966 darf erstmals ein Gast im Aktuellen Sportstudio die ZDF-Torwand ins Visier nehmen. Sechsmal getroffen hat seitdem niemand.

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. Was haben Günter Netzer, Rudi Völler, Günter Hermann, Reinhard Saftig, Mathias Becker, Rolf Fringer, Frank Pagelsdorf und Frank Rost gemeinsam? Alle acht ehemaligen Fußballprofis trafen beim legendären ZDF-Torwandschießen je fünf Mal.

Nicht zu den erfolgreichsten Schützen auf die Spanplatte mit den beiden Löcher gehört Siggi Held. Der Angreifer, der gleich in seiner ersten Saison bei Borussia Dortmund 1965/66 in der überaus erfolgreichen Sturmreihe mit Stan Libuda und Lothar Emmerich den Europapokal der Pokalsieger nach Deutschland holte, gehört dennoch in der Geschichte der ZDF-Torwand nach ganz weit oben. Denn am 5. Februar 1966 war Held der Erste, der vor laufender Kamera die Löcher mit jeweils 55 Zentimetern Durchmesser ins Visier nehmen durfte.

Noch kein Sechser geglückt

Dem deutschen Ingenieur Heinrich Klein ist zu verdanken, dass sich Samstagabend für Samstagabend Fußballfans überall in der Republik daumendrückend vor den Fernsehern einfanden, um zu gucken, ob’s denn einer auch mal sechsmal schafft.

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Aus einer Entfernung von nur sieben Metern, ob wie Franz Beckenbauer von der Krone eines Bierglases, wie Fatmire Bajramaj mit High-Heels oder Weltstar Pelé gänzlich erfolglos, musste das Runde ausnahmsweise ins Runde. 1960 hatte Klein das Gimmick für eine Party der Westdeutschen Sportpresse entworfen – die Schlange der Interessierten in der Dortmunder Westfalenhalle fand am Premierenabend kein Ende.

Doch erst 1963 entdeckte das ZDF die 2,70 Meter breite und 1,83 Meter hohe Wand für sich, und es dauerte weitere zweieinhalb Jahre, bis Jungnationalspieler Siggi Held die ZDF-Torwand einschießen durfte. „Ein spannendes Unterfangen“, kommentierte der damals 23-Jährige. Wie oft der erste Schütze getroffen hat, ist nicht überliefert. „Das habe ich komplett vergessen“, sagte Held 2014 im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk.