2012 - Ein gutes Jahr fürs tschechische Tennis

aus Zeit-Lupe

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Radek Stepanek beschenkte sich neun Tage vor seinem 34. Geburtstag selbst.           Archivfoto: dpa

Tschechen gewinnen 2012 den Fed Cup der Damen und den Davis Cup der Herren. Dieses Kunststück, beide großen Mannschaftstitel im Tennis zu erobern, war zuvor nur den USA gelungen.

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. Von Lukas Scherhag

Innerhalb von nur zwei Wochen versetzte Tennis die gesamte Tschechische Republik 2012 in einen kollektiven Freudentaumel. Als erst zweites Land überhaupt konnten die Tschechen die beiden wichtigsten Mannschaftswettbewerbe für sich entscheiden. Mit dem Gewinn von Davis Cup bei den Herren und Fed Cup bei den Frauen sprang die Nation an die Spitze der Tenniselite. Nur die USA hatte das gleiche Kunststück 1990 auch geschafft.

Schon am 4. November verteidigten die Damen in der Prager Arena ihren Titel gegen Serbien. Mit einem souveränem 3:1-Sieg unterstrich das Duo Lucie Safarova/ Petra Kvitova seine Favoritenrolle deutlich. Immerhin führten die Osteuropäerinnen die Nationenwertung im Damen-Tennis über Jahre an.

Spektakulärer und mit reichlich Dramatik spielte sich 14 Tage später das Davis-Cup-Finale ab. Gegner Spanien ging als führende Tennisnation in das Tunier, auch der Verlust des verletzten Megastars Rafael Nadal änderte nichts an dieser Rolle. Dass dann ausgerechnet der 33-jährige Radek Stepanek für das entscheidende 3:2 verantwortlich war, machte die Sensation umso herausragender. Dabei machten die Spanier den Oldie ursprünglich noch als großen Schwachpunkt im Einzel aus.

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13.500 fanatische Fans verwandelten die Prager Tennis-Arena in einen blau-weiß-roten Hexenkessel, zudem musste Spanien die Kröte des Auswärtsteams schlucken und auf ungeliebtem Hallenboden auflaufen.

Das kam den Tschechen beim ersten Davis-Cup-Erfolg nach 32 Jahren zugute. 1980 hatte noch Nationalheld Ivan Lendl, der später für die Wahlheimat USA antrat, die Trophäe in Militäruniform in die Höhe gestreckt.

Diese Zeiten sind vorbei. Stepanek und sein Partner Tomas Berdych haben trotzdem ein ähnliches Wunder wiederholt. Dabei weigerte sich Stepanek aufgrund von Querelen mit dem Verband zuvor lange, am Davis Cup teilzunehmen. Die Schlichtung des Streits dürfte er nicht bereut haben.