Ein Coup wird doppelt schwer

Im Februar bis ins Finale vorgestoßen: Vizemeisterin Ivonne Juric aus Groß-Zimmern muss bei den Hallen-Hessenmeisterschaften in Offenbach mit starker Konkurrenz rechnen, die einen erneuten Coup sicher erschweren wird. Archivfoto: Hikmet Temizer

Die Hallen-Hessenmeisterschaft in Offenbach ist dank des neuen Konzepts hochkarätig besetzt. Starke Konkurrenz auch für Ivonne Juric, die im Februar als Vizemeisterin überraschte.

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OFFENBACH. Erstmals kurz vor Weihnachten und mit einem neuen Konzept: An diesem Donnerstag um 10 Uhr beginnen im Landesleistungszentrum auf der Offenbacher Rosenhöhe die hessischen Hallen-Tennismeisterschaften bei den Damen und Herren. Unter den insgesamt 72 Teilnehmern, die bis Sonntag die Landesmeister ermitteln, befinden sich auch elf Spielerinnen und Spieler aus dem Tennisbezirk Darmstadt.

Ob Ivonne Juric (TCO Lorsch) ihren Erfolg aus dem Februar dieses Jahres wiederholen kann, als sie unerwartet Vizemeisterin wurde, bleibt in den zwei stark besetzten 24er-Hauptfeldern abzuwarten. Ein solcher Coup scheint nun doppelt schwer. Die 14-Jährige aus Groß-Zimmern (DTB-Rangliste 220) hat mit den vier top gesetzten Nathalie Pröse (SC 80 Frankfurt/DTB 51), Titelverteidigerin Hannah Nagel (TC Bad Homburg/DTB 80) sowie den beiden für Tennis 65 Eschborn aufschlagenden Sylvia Ambrosio (DTB 89) und Fabienne Gettwart (DTB 93) starke Konkurrentinnen.

Gleich in ihrem Auftaktmatch am Freitag kommt es dabei für sie zu einer Neuauflage des letztmaligen Viertelfinals gegen Bezirksmeisterin Lisa Schulz vom TC Seeheim. Schulz befindet sich in guter Form und will sich für die knappe Drei-Satz-Niederlage im Februar revanchieren. Die 18-Jährige Schulz erhielt wie Vereinskollegin und mehrfache hessische Jugendmeisterin Veena Nazar ein Wildcard vom HTV. Nazar wie auch Lisa Rauch (TCO Lorsch) treffen in Runde eins auf eine noch nicht feststehende Qualifikantin. Das könnten dann Paulina Tuscher (TC Ober-Roden) oder Antonia Jabi (TCO Lorsch) sein, die sich in der am Donnerstag ausgespielten Qualifikation durchsetzen wollen, wohl aber nur Außenseiterchancen besitzen.

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„Wir haben das Turnier zeitlich von Mitte Februar auf Dezember vorverlegt, um es attraktiver zu machen“, erklärt HTV-Sportwart Lars Pörschke die Terminierung. So sei es nun möglich, dass ansonsten in den USA studierende College-Spieler an den Landestitelkämpfen teilnehmen können. Pörschke weiter: „Wir haben das Turnier insgesamt professionalisiert und aufgewertet. Durch die Erhöhung des Gesamt-Preisgeldes von 3000 auf 5000 Euro sind die Hessischen nun auch wieder ein nationales Turnier der Kategorie vier.“ Bisher waren die Meisterschaften eine Stufe tiefer (Kategorie fünf) geführt. Auch jeweils neue Bälle nach elf und 13 Spielen sollen professionellen Turnierstandards entsprechen. Zudem werden erforderliche dritte Sätze nur noch im Match-Tiebreak, nicht mehr über einen langen Satz ausgetragen. Die Maßnahmen scheinen bereits im ersten Jahr zu wirken. 25 Herren und 24 Damen der gemeldeten Aktiven besitzen die Leistungsklasse eins, was auf dem schnellen Rebound Ace-Belag einige spannende Matches verspricht.

Die Setzliste bei den Herren führen mit Lucas Gerch (DTB 30) und Kai Wehnelt (DTB 42), der zuletzt zweimal in Folge gewann, zwei Spieler des Regionalligisten TC Bad Homburg an. Niklas Schell DTB 61/TC Bad Vilbel) und Freiluft-Hessenmeister Joel Link, der ebenfalls für Bad Homburg serviert (DTB 85), folgen dahinter. Zu den gesetzten Spielern zählen auch Bezirksmeister Christopher-Robin Hök (SV Eberstadt/DTB 167), der an Position sieben eingestuft wurde, sowie der direkt hinter ihm an acht gesetzte mehrfache hessische Jugendmeister Matteo Feggi (TEC Darmstadt/DTB 170). Beide zogen in Runde eins ein Freilos und greifen erst am Samstag ins Geschehen eingreifen. Für den Regionalligisten TVH Rüsselsheim startet Filip Krolo (DTB 202) mit guten Chancen, das Achtelfinale zu erreichen. Der 15-jährige Michael Melnikov vom TC Viernheim ist in der Qualifikation gegen den hier an eins gesetzten Fabian Neff (TV Hausen) klarer Außenseiter.