Den dritten Satz gibt es ab 2020 nur noch als Match-Tiebreak

Der Sportausschuss des Hessischen Tennis-Verbandes beschließt die Abschaffung des langen dritten Satzes, drei neue Altersklassen und eine Anweisung für Hitzespiele.

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OFFENBACH. Drei neue Altersklassen, eine offizielle Regelung für „Hitzespiele“ und die generelle Abschaffung eines ausgespielten dritten Satzes in allen Konkurrenzen der Team-Tennis-Wettbewerbe (Einzel und Doppel): Diese gravierenden Änderungen hat der erweiterte Sportausschuss des Hessischen Tennis-Verbandes (HTV) auf seiner jüngsten Sitzung im Landesleistungszentrum in Offenbach beschlossen. Die neuen Regelungen treten bereits ab der Saison 2020 in Kraft.

„Der wesentliche Hintergrund dafür ist, dass der Deutsche Tennis-Bund zeitnah eine Vereinheitlichung der Wettspielordnungen in allen Landesverbänden anstrebt. Dies war in vielen Dingen nicht der Fall und ist auch noch nicht endgültig abgeschlossen“, erklärt HTV-Sportwart Lars Pörschke. Auch die Idee, die Durchführungsbestimmungen der Mannschaftswettbewerbe zeitgemäßer und moderner zu gestalten, sei laut Pörschke ein großes Ziel gewesen. Verbunden mit der Hoffnung, das hessische Team-Tennis weiter attraktiv zu gestalten. Pörschke: „Durch die vor allem zeitliche Verkürzung der Wettspiele sind wir mit Tennis im Vergleich zu anderen Sportarten wieder konkurrenzfähiger. Zudem wollen wir – durchgängig bis in die höchsten Altersklassen – möglichst vielen Tennisspielern Wettkampfsport anbieten.“

In der Spielzeit 2019 haben sowohl die Damen, Herren, Altersklassen 30 und 40 sowie der U18-Nachwuchs einen erforderlichen dritten Satz im Einzel klassisch ausgespielt. Ab 2020 heißt es in der auf der HTV-Homepage bereits veröffentlichten neuen Wettspielordnung: „In allen Spielklassen ist ein im Einzel und Doppel erforderlicher dritter Satz als Match-Tiebreak (bis zehn Punkte) zu spielen.“

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Pörschke, der den mit großer Mehrheit in der Sitzung angenommenen Antrag selbst eingebracht hatte, erklärt hierzu weiter: „Wir wollen somit auch erreichen, dass die erst um 14 Uhr beginnenden Spiele möglichst pünktlich starten können. Ferner hoffen wir, dass durch die Neuregelung wieder häufiger die Doppel ausgetragen werden, was in der Vergangenheit stark abgenommen hat.“ Bezirksspielleiter Axel Reinhardt findet die Änderungen allgemein zwar gut, bedauert aber, „dass mit dem Wegfall des langen dritten Satzes dem Tennis ein weiterer Teil seiner ursprünglichen Wettkampfidentität verloren geht“.

Als letzter Landesverband nun auch die Herren 55

Neue Altersklassen werden bei den Damen 65 und Herren 80 eingeführt. Dabei können nur Vierer-Mannschaften gemeldet werden. Austragungszeitpunkt ist jeweils dienstags, 10 Uhr. Nach einigen Jahren Pause wieder eingeführt wird zudem die Konkurrenz „Herren 55“ auf Landes- und Bezirksebene. Hierfür hatte sich besonders Bezirkssportwart Jörg Allendorf stark gemacht.

Der HTV ist damit der letzte Landesverband in Deutschland, der diese Alterskategorie wieder einführt. Vor sechs Jahren war diese mangels Bedarf eingestellt worden. Dies hat sich inzwischen geändert. Melden können hier Sechser- und Vierer-Teams. Spieltermin ist jeweils Samstag, 14 Uhr. Basis hierfür war auch eine Befragung unter allen Herren 50-Teams in den 125 Vereinen des Tennisbezirks Darmstadt. Die Zustimmung für die Wiedereinführung der „55er“ lag bei 70 Prozent. Eine weitere Änderung: Die Altersklasse Damen 60 trägt ihre Spiele künftig an Sonntagen (14 Uhr) und nicht wie bisher donnerstags vormittags aus. „Das hat schlicht damit zu tun, dass viele Spielerinnen dieser Altersklasse unter der Woche berufstätig sind und daher schon seit einigen Jahren über den Termin diskutiert wurde“, so Allendorf, der in allen Bereichen mit den Neuregelungen zufrieden ist.