Weihnachten darf sorgenfrei gefeiert werden

Mehr als gut, dass Eva Frank in dieser Hallenhockeysaison wieder für den Rüsselsheimer RK am Ball ist: Ein später Treffer der Ex-Nationalspielerin hat den Ruderklub davor...

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FRANKFURT/NÜRNBERG. Mehr als gut, dass Eva Frank in dieser Hallenhockeysaison wieder für den Rüsselsheimer RK am Ball ist: Ein später Treffer der Ex-Nationalspielerin hat den Ruderklub davor bewahrt, Weihnachten und den Jahreswechsel mit latenten Abstiegssorgen feiern zu müssen. Dank des 3:2-Erfolges im Hessenderby bei Eintracht Frankfurt sollte sich dieses Thema in der Südgruppe der Bundesliga erledigt haben, zumal tags darauf – vom größten Druck befreit – mit einem ähnlich hart erkämpften 5:4-Sieg nach einem munteren Duell mit Aufsteiger Nürnberger HTC das Punktekonto auf sieben Zähler gestellt werden konnte. Dass der Fünf-Punkte-Rückstand auf den Tabellenzweiten Münchner SC in der Rückrunde (ab 6. Januar) noch aufholbar ist, erscheint indes unwahrscheinlich, „aber wir werden vor allem in München alles versuchen“, sagte RRK-Trainer Norman Hahl.

Eintr. Frankfurt – RRK 2:3 (2:2). Bis 150 Sekunden vor Schluss durfte das Heimteam auf den ersten Punktgewinn und darauf hoffen, den 30 Kilometer flussabwärts beheimateten Main-Mitanrainerinnen weiter dicht im Nacken zu sitzen. Doch dann sorgte mit Eva Frank eine der wenigen verbliebenen Kräfte aus deutlich besseren RRK-Tagen dafür, dass sich die Situation für ihre überwiegend jungen Mitstreiterinnen spürbar entspannte. „Das war heute das erwartet schwere Spiel und wir sind glücklich, dass es zum Arbeitssieg gereicht hat“, kommentierte Hahl.

Zuvor hatte sich genau das Duell entwickelt, das Rüsselsheims Coach prophezeit hatte. In Ermangelung spielerischer Möglichkeiten stand die Eintracht tief und konzentrierte sich in erster Linie aufs Verteidigen beziehungsweise darauf, technische Patzer oder Fehlpässe zu Kontern zu nutzen. Im Wissen um diese Spielweise agierte der RRK konzentriert und – wie es ihr Übungsleiter gefordert hatte – geduldig. Das Konzept trug dann binnen zwei Minuten Früchte: Mara Bentscheck (19.) brachte das Runde nach 123 torlosen Minuten erstmals wieder im Eckigen unter, Petra Ankenbrand legte kurz darauf zum 2:0 nach.

Dass die zuvor weitgehend harmlose SGE ihre einzige Ecke zum Anschlusstreffer gegen Ersatztorhüterin Nina Ankenbrand nutzte und kurz vor dem Kabinengang sogar zum Ausgleich kam, ärgerte Hahl neben drei vergebenen Strafecken mächtig: „Da haben wir uns in der Vorwärtsbewegung einen total unnötigen Ballverlust erlaubt.“ Trotz eines immer deutlicheren Übergewichts nach Wiederbeginn änderte sich am Spielstand lange Zeit nichts, bis schließlich die 28 Jahre alte Eva Frank die „Faxen dick hatte“ und eine blitzgescheite Bentscheck-Vorlage flach und trocken verwertete. Bald darauf war kollektives Aufatmen in den Reihen der Gäste angesagt.

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Tore, SGE: Klecha, Hindelang; RRK: Bentscheck, P. Ankenbrand, Frank; Zuschauer: 75; Schiedsrichter: Giannouli/Top (Frankfurt/München); Ecken: 1/1:3/0.

Nürnberger HTC – RRK 4:5 (1:2). Analog zum Vortag ließ sich auch die zweite Aufgabe des dritten Advent-Wochenendes aus Rüsselsheimer Sicht famos an: Keine drei Minuten waren in der Siedlerhalle vorbei, da netzte Petra Ankenbrand zur Führung ein. Da nicht nachgelegt werden konnte, kamen die offensiv ausgerichteten Fränkinnen zum 1:1 (11.), was wiederum Ankenbrand hurtig beantwortete. Noch eiliger hatte es nach Wiederbeginn freilich Mara Bentscheck, den neuerlichen Ausgleich zum 3:2 zu kontern.

Zwar konnte der Ruderklub auch diese Führung nicht behaupten, doch den ersten Zwei-Tore-Vorsprung (49.) ließen sich die Hessinnen trotz zeitweilig enormen Drucks dann aber nicht mehr streitig machen und rückten auf Tabellenplatz drei vor. Entsprechend erfreut war Coach Hahl: „Heute haben wir unsere Chancen einfach mal besser genutzt als der Gegner.“

Tore, NHTC: Machnik, Hasselmann, Just, Fleißner; RRK: P. Ankenbrand (3), Bentscheck (2); Zuschauer: 100; Schiedsrichter: Horn/Jung (Frankfurt); Ecken: 6/1:3/0.

Rüsselsheimer RK: N. Ankenbrand (Samstag), Lahham (Sonntag); Hof, Heist, Wilfer, Kaltbeitzel, Bentscheck, Steiner, Frank, P. Ankenbrand, Hocks, Schneider.

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Von Martin Krieger