Vor allem die Heimstärke soll es richten

Rüsselsheims Hockeyspieler haben einzig den Verbleib in der Zweiten Hallen-Bundesliga Süd im Sinn. Der Saisoneinstieg am Freitag im Frankenthaler Hexenkessel hat es in sich.

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RÜSSELSHEIM. (kri). Erstmals aus der Rolle des absoluten „Underdogs“ gehen die Hockeyspieler des Rüsselsheimer RK eine Hallenrunde an. „Wir spielen ausschließlich gegen Mannschaften, die auf dem Feld höher als wir eingestuft sind“, sagt Volker Schädel (51), der nach 19 Jahren wieder als Trainer in der Verantwortung beim viermaligen deutschen Hallenmeister steht. Dass es nach der Zittersaison 2017/18, als erst am letzten Spieltag der Verbleib in der Zweiten Bundesliga Süd gesichert werden konnte, erneut nur darum geht, nach dem Absturz im Freien in die viertklassige Zweite Regionalliga unter dem Dach die Liga zu halten, steht auch für Phil Bosche unverrückbar fest: „Für uns zählt alleine der Klassenerhalt, und den wollen wir mit unserer Heimstärke erreichen“, erklärt der 23 Jahre alte Spielführer.

Entsprechend ungünstig stellt sich der Spielplan für den quantitativ großen RRK-Kader dar, den Coach Schädel auf „18, 19 Mann“ beziffert. Los geht‘s an diesem Freitag (20 Uhr) im Schädel aus seiner Aktivenzeit gut bekannten Hexenkessel („Da ging‘s richtig ab“) der Sporthalle am Kanal, die der TG Frankenthal als Heimspielstätte dient. Es folgt ein weiteres Gastspiel gegen die heimstarke HG Nürnberg, bevor der Limburger HC am 14. Dezember zum Hessenderby in die Sporthalle Dicker Busch – die RRK-Männer treten im Gegensatz zu den Damen weiterhin komplett dort auf – kommt. „Da sollte dann etwas drin sein, denn beim Turnier in Wiesbaden waren wir gegen die absolut konkurrenzfähig“, sagt Schädel. Erstliga-Absteiger HC Ludwigsburg erwartet er neben Frankenthal vorne, während auch gegen Nürnberg und vor allem gegen TEC Darmstadt gute Erfolgssaussichten bestünden. „TEC haben wir 5:3 geschlagen, und ich kann mir nicht vorstellen, dass die plötzlich ein ganz anderes System spielen“, befindet Rüsselsheims Übungsleiter.

Trotz des Abgangs von Routinier Mirco Fuchs (34) sieht Schädel seine Mannschaft keinesfalls geschwächt. Mit dem robusten Abwehrrecken Frank Trautmann (35) ist ein Hallen-Europacupsieger von 2009 wieder eingestiegen, dazu hätten sich Torwart Chris Beer, Stürmer Nikolas Schmitt (SC 80 Frankfurt), Cedric Pabst (Feudenheimer HC) und Damencoach Norman Hahl als Verstärkungen entpuppt. Nach einer Vorbereitung, in der ordentlich gearbeitet wurde und Steigerungen erkennbar gewesen seien, ist der RRK-Trainer „vorsichtig positiv gestimmt. Wichtig wird sein, dass wir wenig Fehler machen und unsere Chancen nutzen.“ Für den Einstieg am Freitag gilt es zudem, Timo Schmietenknop in den Griff zu bekommen. Der Torjäger der Pfälzer hatte den Hessen kurz vor Weihnachten 2017 beim 11:5-Heimsieg sieben Mal eingeschenkt.