Wilde Schlussphase: Lilien holen einen Punkt in Lautern

aus SV Darmstadt 98

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Darmstadts Patric Pfeiffer (l) und Kaiserslauterns Terrence Boyd kämpfen um den Ball. Foto: Uwe Anspach/dpa

Trotz 2:0-Führung reicht es für den SV Darmstadt 98 in Kaiserslautern nicht zum Sieg. Vor allem die Defensive patzt in Halbzeit zwei, doch ein Stürmer sichert noch das Remis.

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KAISERSLAUTERN. Bis zur 70. Spielminute sahen die Fußballer des SV Darmstadt 98 wie die sicheren Sieger aus bei diesem emotionalen Gastspiel in Kaiserslautern. Doch dann kam alles anders, die Partie glich in der Schlussphase einer Achterbahnfahrt. Mit einem insgesamt gerechten 3:3 (0:1)-Unentschieden zum Schluss.

Trainer Torsten Lieberknecht nahm eine Änderung gegenüber dem ärgerlichen 1:1 gegen Bielefeld vor. Kapitän Fabian Holland kehrte für Frank Ronstadt wieder in die Startelf zurück.

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Die Partie des Siebten gegen den Vierten begann mit leichter Verzögerung. Die Lilienfans sorgten mit einer ordentlichen Rauchschwarte aus ihrem Block dafür, dass nur die Wenigsten am Betzenberg klare Sicht hatten, deshalb wartete Schiri Marco Fritz noch ein paar Minuten.

Klare Sicht hatte dagegen Lilien-Keeper Marcel Schuhen in Minute drei, und das war auch nötig, um einen gefährlichen Abschluss von Marlon Ritter abzuwehren. Überhaupt gehörten die ersten Minuten den Pfälzern, der SV 98 tat sich schwer.

Klaus Gjasula hatte eine Menge zu tun in der Abwehr, Stürmer Phillip Tietz rieb sich vorne auf. Doch wirklich zwingend kamen die Lilien nicht vor das Tor des Lauterer Routiniers Andreas Luthe. Es entwickelte sich die erwartet umkämpfte, intensive Zweitliga-Partie vor einer tollen Kulisse. Die erste Torannäherung der Gäste dauerte bis zur 21. Minute. Braydon Manu nahm einen langen Diagonalball von Kempe ganz stark mit, legte in die Mitte auf Tietz, doch ein Lauterer Abwehrbein war dann schneller am Ball. Aber immerhin. Mal ein Lebenszeichen der Gäste.

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Praktisch im Gegenzug hätte es dann beinahe im Lilien-Tor geklingelt. Lauterns Klement schickte Hercher auf die Reise, Gjasula hatte sich in diesem Moment rauslocken lassen. Doch dann kam der Auftritt von Marcel Schuhen, der das Eins-gegen-eins für sich entschied. Eine ganz starke Parade des Keepers.

Elfmeter für den SV Darmstadt 98 aus dem Nichts

Ansonsten war nicht viel los in Halbzeit eins. Beide Teams rieben sich in Zweikämpfen auf, in denen es manchmal auch ordentlich krachte. Kurz vor der Pause blieben Patric Pfeiffer und Ex-Lilie Terrence Boyd nach einem Luftkampf länger verletzt liegen, konnten dann aber weitermachen.

Und dann, ja dann gab es wie aus dem Nichts Elfmeter für Darmstadt. Der Lauterer Jean Zimmer wollte eine harmlose Flanke von Gjasula eigentlich zum Torwart lenken. Das misslang völlig, Holland hatte genau darauf gelauert. FCK-Keeper Luthe senste den Lilien-Kapitän um, Elfmeter, Kempe, 0:1. Zum psychologisch wohl besten Zeitpunkt. Kurz darauf war Halbzeit.

Der zweite Durchgang begann mit einem echten Knall. Und dem 2:0 für den SV 98. Tietz hatte rund 20 Meter vor dem Tor freie Fahrt, holte aus und knallte das Spielgerät mit ordentlich Pfeffer ins von ihm aus linke Eck. Ein toller Treffer und der perfekte Start für die Lilien.

Schuhen beim Lauterer Doppelschlag chancenlos

Die das Spiel dann auch besser im Griff hatten. Die Lieberknecht-Elf agierte deutlich ballsicherer, spielte geduldig und stand defensiv besser.

Und hatte auch das nötige Glück. Lauterns Boyd verkürzte in der 65. Minute auf 1:2, stand dabei aber hauchzart im Abseits. Eine Zentimeterentscheidung. Natürlich vom VAR überprüft. Und dann für den SV 98 entschieden. Kurz darauf köpfte erneut Boyd aufs Lilien-Tor, doch Schuhen parierte (70.).

Chancenlos war der Darmstädter dann beim Lauterer Doppelschlag in der 74. und 76. Minute. Erst verkürzte Redondo per Kopf zum 1:2, dann stellte Wunderlich per Foulelfmeter auf 2:2. Bader hatte Zuck im Strafraum zu Fall gebracht, eine klare Angelegenheit.

Der „Betze“ bebte und die 38.313 Zuschauer sahen eine völlig offene und spannende Schlussphase. In der der FCK das Spiel tatsächlich noch drehte. Nach einem wunderbaren Angriff über rechts flankte Ritter perfekt in die Mitte auf Redondo, der den Ball wuchtig ins Tor köpfte. Der Jubel in der Pfalz kannte keine Grenzen mehr, die Lilien blickten niedergeschlagen aus der Wäsche.

Doch dann kam er, der große Last-Minute-Auftritt des eingewechselten Aaron Seydel. Der Stürmer bekam den Ball lang serviert, nahm diesen perfekt mit der Brust an und schweißte die Kugel ins Eck – 3:3 in der Nachspielzeit. Was für ein Spiel in Halbzeit zwei. Es ging drunter und drüber, das Remis aber insgesamt in Ordnung.

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