Von der Bergstraße in die Bundesliga? Robin Bormuth überzeug...

aus SV Darmstadt 98

Thema folgen
Lang ist es her: Im B-Junioren-Derby gegen Viktoria Griesheim (links Ali Ibis) im April 2012 stand Robin Bormuth (rechts) noch für den SV Darmstadt 98 auf dem Platz. Archivfoto: Thomas Zöller

Robin Bormuth ist aktuell zwar nicht erste Wahl beim Fußball-Zweitligisten Fortuna Düsseldorf - dennoch läuft die Saison für den 22 Jahre alten Innenverteidiger ordentlich...

Anzeige

DÜSSELDORF. Düsseldorf. Robin Bormuth ist aktuell zwar nicht erste Wahl beim Fußball-Zweitligisten Fortuna Düsseldorf - dennoch läuft die Saison für den 22 Jahre alten Innenverteidiger ordentlich bis gut. Der in Groß-Rohrheim (Kreis Bergstraße) aufgewachsene Defensivspieler fühlt sich in Düsseldorf außerordentlich wohl - und wenn alles normal läuft, dann spielt er in der kommenden Saison tatsächlich in der Bundesliga. Denn sein Vertrag bei der Fortuna läuft bis 2020 - und wenn nicht noch Dramatisches passiert, wird Düsseldorf erstmals seit der Saison 2012/13 wieder im Oberhaus dabei sein.

25 mal war Bormuth in dieser Zweitligarunde bereits im Kader, 15 Mal kam er zum Einsatz (neun Mal in der Startelf). Nach der Winterpause stand Bormuth gegen Aue und gegen Kaiserslautern in der Startelf, seitdem tauchte er dort allerdings nicht mehr auf. In der Innenverteidigung sind Kaan Ayhan und Adam Bodzek gesetzt, beide sind seit Wochen in starker Form. Umso schwerer ist es für den Südhessen, wieder in die Mannschaft zu gelangen. Immerhin: Zuletzt wurde er gegen Duisburg und gegen Bielefeld in der Schlussphase zumindest wieder eingewechselt.

Begonnen hat alles beim FC Alemannia Groß-Rohrheim

Im Juli 2013 war Bormuth, dessen erste Stationen der FC Alemannia Groß-Rohrheim, Concordia Gernsheim, Viktoria Griesheim und der SV Darmstadt 98 gewesen waren, in die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt gewechselt. In Darmstadt hatte er ein Jahr in der U 17 gespielt und eins in der U 19. Er hatte es damals bis in die Hessenauswahl geschafft, wollte aber mehr. Beim U 18-Länderpokal in Duisburg wurde er 2012 von den Fortuna-Scouts entdeckt und angesprochen.

Anzeige

"Schule, Nachwuchsleistungszentrum und das Gesamtpaket passten. Deshalb bin ich nach Düsseldorf gegangen", sagt Bormuth. In Düsseldorf machte er Abitur, spielte zunächst in der A-Jugend, dann in der zweiten Mannschaft. Am 10. Mai 2014 hatte er seinen ersten Einsatz in der Regionalliga West - damals hieß es 3:0 bei der SG Wattenscheid 09. Am 13. Februar 2016 erzielte er seinen ersten Treffer im Fortuna-Trikot, der den 1:0-Sieg über den SV Rödinghausen sicherte. Die Zeit in der zweiten Mannschaft der Fortuna war eine gute, insgesamt kam Bormuth auf 56 Einsätze. Der Treffer gegen Rödinghausen blieb freilich bis heute sein einziger in einem Pflichtspiel für die Fortuna. Übrigens: Da es bei der zweiten Mannschaft drei Robins gab, wurde er nach einem Außenrist-Pass, der an Franz Beckenbauer erinnerte, schelmisch Franz gerufen - bis heute ist das sein Spitzname.

Doch um Tore zu schießen, ist er ja auch nicht geholt worden. Bormuth, der als Vorbilder Jerome Boateng und Sergio Ramos nennt, soll die Defensive stabilisieren, und das tat er in seiner ersten Zweitliga-Saison mit Bravour. Sein Debüt feierte er im August 2016 auf dem Betzenberg in Kaiserslautern. Damals stand hinten die Null (0:0) - ein starkes Ausrufezeichen. 21 Mal kam er in der Saison 2016/17 zum Einsatz, nachdem er am Anfang noch auf der Bank gesessen hatte. Das hatte seinen Ehrgeiz freilich nur noch mehr angestachelt, bald war er fester Bestandteil der Mannschaft.

Zu Saisonbeginn der Runde 2017/18 fand er sich wieder nur auf der Bank. Doch auch davon ließ er sich nicht frustrieren, bot sich im Training immer wieder an - und am siebten Spieltag hatte Trainer Friedhelm Funkel keine Wahl mehr. Er brachte ihn gegen Jahn Regensburg von Anfang an. Nach der Winterpause musste er dann aber wieder weichen. Was vor allem der hohen Qualität des Kaders geschuldet ist. Bormuth wird seine Chance wieder bekommen.

Viel Lob von Trainer Friedhelm Funkel

"Robin hat eine sehr gute Einstellung, ist robust, sehr vernünftig und völlig klar im Kopf. Er schaut, fragt und will sich permanent verbessern. Das ist toll", applaudiert ihm Funkel. "Lernen muss er, nicht zu weit weg von seinen Gegenspielern zu verteidigen. Aber Robin ist schnell und sehr schnell lernfähig. Ich bin gespannt auf seine weitere Entwicklung."

Anzeige

"Ich weiß, was ich am Verein, an der Stadt und am Trainer habe", sagt der 22-Jährige. Und natürlich würde er sich noch mehr freuen, wenn die Stadt Erstliga-Luft atmen würde. Dass er selbst dabei sein könnte, hätte er sich bestimmt nicht träumen lassen, als er noch in der Jugend des FC Alemannia Groß-Rohrheim die Fußballstiefel schnürte.