Präsidium stellt sich erneut zur Wahl

aus SV Darmstadt 98

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Entspannt unterwegs: Rüdiger Fritsch muss mehrere Baustellen im Blick behalten. Foto: Florian Ulrich

Das gesamte Präsidium des SV Darmstadt 98 wird sich im Herbst erneut zur Wahl stellen: Das sagte Lilien-Präsident Rüdiger Fritsch am Dienstag. "Wir haben den Glauben und die...

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DARMSTADT. Das gesamte Präsidium des SV Darmstadt 98 wird sich im Herbst erneut zur Wahl stellen: Das sagte Lilien-Präsident Rüdiger Fritsch am Dienstag. "Wir haben den Glauben und die Mission, dass wir den Verein weiter stabilisieren werden. Und da haben wir noch etwas zu tun", sagte Fritsch. "Das ist ein Prozess auf allen Ebenen." Im Herbst wollen sich Fritsch, die Vizepräsidenten Markus Pfitzner und Volker Harr, Anne Baumann (Bereich Finanzen) und Wolfgang Arnold (Amateurabteilungen) den Mitgliedern stellen.

Dass Fritsch und seine Mitstreiter noch einmal kandidieren, war allgemein erwartet worden. Noch in der abgelaufenen Saison hatte der Lilien-Boss, der seit 2012 im Amt ist, allerdings offengelassen, ob er wirklich noch einmal antreten wird - "wir haben jetzt erst einmal eine Aufgabe zu erfüllen, was im Herbst passiert, interessiert noch nicht", hatte Fritsch Anfang März im ECHO-Interview gesagt. Der SV Darmstadt 98 hat bekanntermaßen die Klasse gehalten, was aber keinen Einfluss auf die Entscheidung gehabt haben dürfte. Vielmehr wollen Fritsch und die anderen Präsidiumsmitglieder weiter dabei mitwirken, den SV 98 zukunftssicher aufzustellen.

Dazu gehört freilich auch sportlicher Erfolg. "Wir sind erst in der fünften Saison wieder im Profifußball dabei, andere Vereine sind das seit 25 Jahren", sagt Fritsch. Und er weiß, dass es auch in der kommenden Saison schwer wird für die Lilien. Große Ziele ausgeben ist denn auch nicht das Ding am Böllenfalltor. "Wir wollen so schnell wie möglich auf 40 Punkte kommen", gibt der Präsident die Richtung vor. "Wir wollen eine sorgenfreiere Saison spielen, in der wir uns weiter konsolidieren können."

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Erst einmal wird der Blick also nach unten gehen, nach oben schaut kaum einer bei den Lilien. Zumal mit den Absteigern 1. FC Köln und Hamburger SV für viele Kenner der Zweiten Liga die Aufsteiger sowieso schon feststehen. Auch weitere Vereine verfügen über deutlich mehr Geld, um ihre Kader aufzurüsten. In Darmstadt gibt es trotzdem keinen Grund, in Hektik oder Aktionismus zu verfallen. "Der Markt am Anfang einer Transferperiode ist nicht der vom Ende einer Transferperiode", sagt Fritsch. Erinnert sei daran, dass die Lilien in den vergangenen Jahren oft erst im August letzte Neuzugänge präsentierten - meist mit Erfolg.

"Hätten wir aktuell nur zehn Spieler unter Vertrag, könnte man nervös werden. Aber der Grundkader steht", sagt Fritsch. Trainer Dirk Schuster hatte freilich schon vor längerer Zeit erklärt, dass ihm der Kader zu groß ist. Jene Spieler, mit denen er plant, wissen das. "Das wird intern abgearbeitet", sagt Fritsch, der weiß, dass viele Fans am liebsten jeden Tag einen starken Neuzugang präsentiert bekommen würden. Doch damit wollen und können sie in diesen Tagen nicht dienen. Vielmehr ist Ruhe angesagt. "Wir sind da ganz konzentriert, aber auch entspannt unterwegs", sagt Fritsch, der auch deshalb kein Saisonziel ausgeben will, weil ja noch nicht mal klar ist, wer genau für die Lilien auflaufen wird. "Es wird auf jeden Fall nicht langweilig."

Hoffnung, dass die Stehplätze zügig fertig sind

Er selbst hat nach dem Saisonende noch keine Zeit für Urlaub gehabt, schließlich ist nicht nur eine Mannschaft zu bilden, auch der Stadionumbau muss gestemmt werden. Die Verzögerung beim Abriss der Gegengerade entstand, weil sich im Rahmen der europaweiten Ausschreibung nur wenige Unternehmen als General-Unternehmer gemeldet hatten. Aktuell wird nachverhandelt - es wird Herbst, bis die Gegengerade fällt. "Der Bauplan sieht vor, dass die unteren Stehränge relativ zügig stehen, sodass wir wieder Fans rund um den Platz haben und nicht allzulange mit offenen Stellen im Stadion spielen müssen", sagt Fritsch. Einen genauen Zeitplan zu nennen, sei aber unseriös. "Der Baumarkt ist derzeit am boomen und daher unberechenbar. Desweiteren kommt es auf vieles an: wann genau es losgeht, wie der Winter wird und so weiter."

Er selbst und die anderen Präsidiumsmitglieder wollen diese Entwicklung auf jeden Fall weiter begleiten.