Nach Gjasulas Platzverweis läuft nichts mehr – 0:1 in Bremen

aus SV Darmstadt 98

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Schiedsrichter Robert Schröder/Schroeder (Hannover) zeigt Trainer Torsten Lieberknecht (SV Darmstadt 98) die Gelbe Karte. Foto: nordphoto

Der SV Darmstadt 98 spielt bei Werder lange in Unterzahl und verliert das Topspiel. Niclas Füllkrüg erzielt das Tor des Tages.

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BREMEN. Der SV Darmstadt 98 hat in der Zweiten Fußball-Bundesliga die erste Auswärtsniederlage seit einem halben Jahr (1:2 in Rostock im September) kassiert: Bei Werder Bremen verloren die Lilien am Samstagabend mit 0:1 (0:0). Die Lilien fielen somit auf Rang drei zurück, sie sind im Aufstiegsrennen aber natürlich weiter voll dabei.

Lilien-Trainer Torsten Lieberknecht verzichtete in der Startformation diesmal auf Überraschungen. Für den gelb-gesperrten Patric Pfeiffer rückte wie erwartet Thomas Isherwood in die Innenverteidigung, neben ihm spielte Jannik Müller, der auch schon vor einer Woche beim 1:1 gegen den SV Sandhausen von Beginn an gespielt hatte. Stürmer Luca Pfeiffer nahm wie zuletzt auf der Bank Platz, auch das war keine Überraschung. Lieberknecht setzte trotzdem wie immer auf zwei Spitzen, Phillip Tietz und Aaron Seydel sollten es richten. Gar nicht im Kader waren Frank Ronstadt (muskuläre Probleme, für ihn spielte der gegen Sandhausen noch verletzte Matthias Bader) und Fabian Schnellhardt (krank).

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Bei den Bremern spielte Nicolai Rapp von Beginn an, Lars Lukas Mai, der ebenfalls in der vergangenen Saison noch das Lilien-Trikot getragen hatte, saß auf der Bank. Werder-Trainer Ole Werner fehlten gleich fünf Stammkräfte (die an Corona erkrankten Leonardo Bittencourt und Marvin Ducksch sowie die verletzten Ömer Toprak, Marco Friedl und Mitchell Weiser). Jammern wollte er aber nicht – man könne es ja sowieso nicht ändern, hatte er bei der Spieltagspressekonferenz gesagt. Nach dem 1:0 des FC St. Pauli am Freitagabend gegen den 1. FC Heidenheim war klar: Nur wer das Spiel gewinnt, konnte wieder auf Platz eins gelangen. Darmstadt fand besser ins Spiel: Tim Skarke schoss knapp am Werder-Tor vorbei (8.), Seydel bekam nach einer Tietz-Flanke keinen Druck in seinen Schuss – kein Problem für Bremens Keeper Jiri Pavlenka (9.).

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Nach 21 Minuten holte sich Darmstadts Klaus Gjasula nach einem bösen Foul an Romano Schmid zunächst seine zwölfte Gelbe Karte ab – zu wenig für Videoschiedsrichter Markus Schmidt (Stuttgart), der den Unparteiischen Robert Schröder (Hannover) bat, sich das doch noch mal genauer anzuschauen. Das tat er – und zeigte Gjasula glatt Rot. Darmstadt spielte folglich ab der 23. Minute in Unterzahl. Dann hätte es fast geklingelt im Darmstädter Tor: Torwart Marcel Schuhen parierte jedoch zweimal großartig gegen Niclas Füllkrug (26./29.).

Bremen übernahm in Überzahl nach und nach immer mehr die Kontrolle – und hatte Pech, dass Niklas Schmidt frei vor Schuhen den Ball an diesem vorbeistocherte und den Pfosten traf – und dann auch noch bei Dinkcis Nachschuss im Weg stand (43). Und als Bremens Felix Agu per Fernschuss am glänzend reagierenden Schuhen scheiterte, war klar: Die Lilien konnten mit dem 0:0 zur Pause zufrieden sein. Sieben Minuten nach dem Wechsel war es dann aber doch passiert: Dinkci konnte unbedrängt von links flanken, Füllkrug stand völlig blank – 1:0 für Werder (52.). Das hatte sich abgezeichnet. Die Gastgeber ließen nicht locker, rannten weiter an. Füllkrugs Kopfball flog über das Tor (58.), Niklas Schmidt schoss zu hoch (62.), Dinkci scheiterte nach einem Patzer von Jannik Müller an Schuhen (63.) - die Lilien fanden sich nun komplett in der Defensive wieder.

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Lieberknecht reagierte, wechselte Tietz, Seydel und Skarke aus (65.). Braydon Manu, Mathias Honsak und Luca Pfeiffer sollten für mehr Entlastung sorgen. Das gelang nicht wirklich allenfalls Manu fand ab und an mal einen Weg nach vorne. Gefährlich blieb allein Werder, Romano Schmid traf den Pfosten (79.). Am Ende versuchten sie es noch einmal mit aller Gewalt – aber es half nichts mehr.