Lilien trotzen Corona: Verdienter Sieg gegen Holstein Kiel

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Am 28. Spieltag gab es für die Darmstädter Fans einiges zu sehen. Hier kämpft Darmstadts Aaron Seydel mit Kiels Alexander Mühling um den Ball. Foto: Thomas Frey/dpa

Der SV Darmstadt 98 bleibt in der Zweiten Liga ganz oben dabei. Gegen Kiel fallen alle Treffer zu idealen Zeitpunkten, Marcel Schuhen pariert zudem einen Elfmeter.

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DARMSTADT. Fußball-Zweitligist SV Darmstadt 98 hat Corona erfolgreich getrotzt – und am Samstagnachmittag Holstein Kiel nicht den Hauch einer Chance gelassen. Nach einer wegen vieler Corona-Erkrankungen alles andere als optimalen Vorbereitung spielten die Lilien überraschenderweise wie aus einem Guss gegen einen Gegner, der allerdings auch wenig Initiative zeigte. Matthias Bader, Aaron Seydel und Braydon Manu erzielten die Treffer beim hochverdienten 3:1 (2:0)-Erfolg, der weiter vom Aufstieg träumen lässt.

Den Blick nach vorne: Die Darmstädter gingen mit einem klaren Ziel in das Spiel gegen Holstein Kiel.
Die frühe Führung der Gastgeber in der 10. Minute brachte die Gäste etwas ins stolpern.
Und kurz vor der Pause konnte Seydel sogar noch nachlegen. Der Pausenstand 2:0 für Darmstadt.
Nach der Pause gaben sich die Gäste kämpferisch und wechselten offensiv.
Kurz drauf gelang den Gästen aus Kiel das Gegentor.
Doch die Gastgeber zeigten sich unbeeindruckt und nur eine Minute später traf Manu zum 3:1.
Kiels Trainer Marcel Rapp feuerte seine Mannschaft noch einmal richtig an, doch es sollte beim 3:1 Endstand bleiben.

In der Nacht zuvor hatte es mächtig geschneit in Darmstadt, und auch der Rasen im Stadion am Böllenfalltor war zentimeterdick mit der „weißen Pracht“ bedeckt. Der Verein rief am Samstagmorgen kurzerhand via Twitter dazu auf, beim Schneeräumen zu helfen – und viele Fans kamen. Gemeinsam mit den Mitarbeitern wurde geschippt, geschaufelt und abtransportiert – eine starke Gemeinschaftsaktion aller Beteiligten.

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Das Wort „Gemeinsam“ hatte auch Lilien-Trainer Torsten Lieberknecht angesichts des jüngsten Corona-Ausbruchs immer wieder betont. Gemeinsam mit den Fans, gemeinsam mit der Stadt, gemeinsam mit allen Mitarbeitern – so wollten die Lilien in den Saisonendspurt gehen. Nicht alle konnten dabei freilich von Beginn an mitwirken. Klaus Gjasula fehlte sowieso rot-gesperrt, zudem saßen im Gegensatz zur 0:1-Niederlage vor zwei Wochen bei Werder Bremen vier Akteure zunächst auf der Bank. Phillip Tietz, Tim Skarke, Thomas Isherwood und Jannik Müller nahmen dort Platz, dafür rückten Luca Pfeiffer, Mathias Honsak, Braydon Manu, Lasse Sobiech und Patric Pfeiffer wieder in die Startformation.

Seydel an so gut wie jeder Offensiv-Aktion beteiligt

Mathias Honsak hatte nach starker Vorarbeit von Aaron Seydel und Luca Pfeiffer das 1:0 auf dem Fuß, er schoss aber links am Tor vorbei (4.). Sechs Minuten später klingelte es dann aber auch schon: Matthias Bader flankte nach einem Konter auf Aaron Seydel, der kam nicht an den Ball – allerdings schlug der Ball im Kieler Tor ein, weil sich Torwart Thomas Dähne eher auf Seydel als auf das Spielgerät konzentriert hatte (10.). Kurios allemal, aber verdient – und Baders erster Saisontreffer.

Seydel war an so gut wie jeder Offensiv-Aktion beteiligt, und fast wäre ihm auch das 2:0 gelungen. Sein Heber flog über das Tor (21.), 60 Sekunden später schoss er knapp rechts am Tor vorbei. Honsak hatte ebenfalls keinen Erfolg, als er nach einem Konter völlig frei vor Dähne auftauchte – und weit vorbeischoss (26.). Da war deutlich mehr drin. Und es ging munter weiter: Marvin Mehlem traf den Pfosten (30.), Braydon Manu schoss drüber (38.). Es stand dann aber zumindest 2:0 zur Pause: Bader setzte sich erneut stark auf der rechten Seite durch, diesmal drückte Seydel seinen Pass über die Linie (45.). Das 2:0 drückte die Überlegenheit der Lilien aber nicht einmal ansatzweise aus.

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Mehr Aktuelles zum SV Darmstadt 98 gibt es hier.

Nach der Pause dann der Schock: Der gerade eingewechselte Kwasi Wriedt traf für Kiel (49.). Doch das große Aufatmen folgte nur 60 Sekunden später: Fabian Holland setzte sich links durch, seinen Pass drückte Manu über die Linie (50.). Und doch blieb es spannend: Lilien-Torwart Marcel Schuhen foulte Benedikt Pichler, als dieser köpfen wollte – das schaffte er gerade noch, bevor er zu Boden ging, traf aber nur die Latte. Und so gab es Strafstoß – den Versuch von Alexander Mühling parierte Schuhen dann (60.). Was für ein Auftakt in den zweiten Durchgang.

Damit war es dann aber auch vorbei mit der Spannung. Phillip Tietz traf noch den Außenpfosten (76.), dann schoss er nach starker Vorbereitung Seydels links vorbei (84.). Was zeigte: Das Spiel hätte deutlich höher als 3:1 gewonnen werden können.