Lilien stürmen an die Tabellenspitze

aus SV Darmstadt 98

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Darmstadts Patric Pfeiffer (l.) jubelt nach seinem Tor zum 1:1 mit Darmstadts Phillip Tietz (M).  Foto: Tom Weller/dpa

Eine starke zweite Halbzeit beim Karlsruher SC bringt einen verdienten 2:1-Erfolg. Patric Pfeiffer und Phillip Tietz sorgen für Bundesligaträume bei den 2300 mitgereisten SVD-Fans.

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KARLSRUHE. Der SV Darmstadt 98 hat die Tabellenführung in der Zweiten Fußall-Bundesliga erobert: Die Lilien holten beim 2:1 (0:1) am Samstag beim Karlsruher SC einen nach einer starken zweiten Halbzeit völlig verdienten Dreier. Patric Pfeiffer per Kopf und Phillip Tietz kurz vor Schluss nach einem Konter stürzten die rund 2300 Lilien-Fans in ein Meer des Jubels.

Lilien-Trainer Torsten Lieberknecht brachte Yassin Ben Ball erstmals von Anfang an, dafür musste Frank Ronstadt zunächst zurück auf die Bank. Ansonsten vertraute der Coach jener Mannschaft, die zuletzt mit 1:0 gegen Fortuna Düsseldorf gewonnen hatte. Beim KSC fehlte Ex-Lilie Marcel Franke, der am Donnerstag Stammzellen gespendet hatte. Für ihn spielte in der Innenverteidigung Christoph Kobald neben HSV-Leihgabe Stephan Ambrosius. Franke war im Stadion, er wurde von allen Fans vor dem Spiel gefeiert. „Es ist mir aber schon ein bisschen unangenehm zu lesen, dass ich ein Held bin. Ich habe och nichts Besonderes getan“, sagte der 29-Jährige.

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Braydon Manu gab den ersten Schuss aufs KSC-Tor ab, er schosss weit rechts vorbei (2.). Bei Tobias Kempes Kopfball fehlte ebenfalls das Zielwasser (5.). Und als Phillip Tietz Marvin Mehlem schickte, war KSC-Torwart Marius Gersbeck auf dem Posten (17.). Den ersten Treffer erzielten dann aber doch die Gastgeber: Fabian Schleusener nickte nach einem Freistoß von Philip Heise völlig unbedrängt zum 1:0 ein (19.). Ein Tor, das sich nicht wirklich angedeutet hatte.

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Malik Batmaz und Sebastian Jung hätten kurz darauf auf 2:0 stellen müssen, doch Christoph Zimmermann - mit dem Bauch – und Fabian Holland klärten jeweils auf der Linie (26.). Nach einem Konter verpasste Schleusener dann einen guten Querpass von Batmaz (37.). Die Lilien hatten zwar etwas mehr vom Spiel, nach vorne wurde es aber nicht mehr gefährlich. Bis zur Nachspielzeit, als Manus Versuch aus knapp 20 Metern Entfernung links am Tor vorbeiflog. Zwingend war das freilich nicht.

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Tietz erlöst Lilien spät

Nach der Pause kam Aaron Seydel für Ben Balla, der ab und an recht unglücklich agiert hatte. Für ihn rückte Mehlem nach hinten. Und ganz schnell stand es 1:1: Tobias Kempe trat den ersten Eckball für die Lilien, Patric Pfeiffer köpfte ein (49.). So schnell kann es gehen. Seydel hatte 60 Sekunden später die Führung auf dem Fuß, sein Schuss strich knapp links vorbei. Es waren andere Lilien, die jetzt agierten. Die aber auch auch Glück hatten, als Schleusener völlig blank aus kürzester Distanz volley vorbeischoss (52.). Es waren aufregende Minuten zu Beginn der zweiten Halbzeit.

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Und es wurde deutlich hektischer: Tietz lag am Boden, der KSC spielte trotzdem nach vorne – und Pfeiffer holte Batmaz von den Beinen. Gelb für Pfeiffer, Gelb auch für Torwart Marcel Schuhen, der sich vehement beschwerte (54.). Und Gelb gab es auch für Lilien-Ersatztorwart Alexander Brunst, der sich auf der Bank ebenfalls aufgeregt hatte (57.). Die Lilien reagierten sportlich: Freistoß Kempe, Kopfball Pfeiffer, Tor (61.). Der Video-Assistent griff jedoch ein, weil der Ball noch an Seydels Hand gesprungen war. Eine mehr als umstrittene Entscheidung, zumal die Video-Ansicht im Kölner Keller einige Minuten in Anspruch nahm.

Lange geschah wenig danach, bis Seydel aus der zweiten Reihe drüberschoss (82.). Und dann brachen alle Dämme bei den Lilien-Fans: Mehlem zog bei einem Konter allen davon, passte genau im richtigen Moment auf Tietz – und der traf zum 1:2 (88.). „Bundesliga“ schallte es danach lautstark aus dem Darmstädter Block – Träume sind erlaubt.

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