Lilien-Heimat: Neue Haupttribüne wird erst im Winter fertig

aus SV Darmstadt 98

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Noch sitzt dort keiner: Tobias Kempe blickt auf eine menschenleere Tribüne.       Foto: Joaquim Ferreira

Ursprünglich war der Herbst anvisiert, doch es kommt zu einer weiteren kleinen Verzögerung. Die Kosten liegen aktuell zehn Prozent über Plan, was gleich mehrere Gründe hat.

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DARMSTADT. Die neue Haupttribüne des Stadions am Böllenfalltor wird erst im Winter fertiggestellt sein. Bisher war der Herbst genannt worden, doch es kommt noch einmal zu einer weiteren, freilich nicht allzu langen Verzögerung. "Ursprünglich war es natürlich das große Ziel, die Tribüne zum Saisonbeginn fertig zu haben", sagte Michael Weilguny, Geschäftsführer des Fußball-Zweitligisten SV Darmstadt 98, am Mittwoch in einem vereinseigenen Interview. Er verwies auf Corona und den Ukraine-Krieg - beides habe den Zeitplan ein bisschen durcheinandergebracht.

Bis Ende August sollen die knapp 3000 Sitzschalen installiert sein, so Weilguny. Geländer und Absperrungen sind bis dahin ebenfalls fertig. Außerdem soll bis dahin das Dach komplett eingedeckt sein. Dass es etwas länger dauert - bei Baubeginn war noch von Saisonbeginn 2022/23 die Rede gewesen - sei bereits zu Beginn der Abrissarbeiten im Mai 2020 erkennbar gewesen. "Durch die plötzliche Corona-Unterbrechung im Profifußball und die Verlängerung des Spielbetriebs konnten wir erst drei Monate später als geplant mit dem Abriss beginnen", erinnerte Weilguny.

Hinzu seien "die sehr komplexe Situation in der Baubranche mit Preisexplosionen und Lieferschwierigkeiten, ausgelöst durch Engpässe auf den Beschaffungsmärkten" gekommen. Von Corona und Ukraine-Krieg einmal ganz zu schweigen. Dass es bei einem Projekt dieser Größe zu Verzögerungen kommt, ist nicht ungewöhnlich. Dass es teurer wird als gedacht, ebenfalls nicht. Der Geschäftsführer spricht von zehn Prozent mehr Kosten in Sachen Haupttribüne, die bisher auf knapp 27 Millionen Euro geschätzt wurden. Das wären folglich knapp 30 Millionen Euro. Der gesamte Umbau des Stadions, der im Dezember 2018 begonnen hatte, wurde bisher auf knapp 47 Millionen Euro taxiert. Davon übernimmt die Stadt maximal 21 Millionen Euro; das Land Hessen steuert weitere 3,5 Millionen Euro bei.

Freuen dürfen sich auf das dann fertige Stadion auch die Fans. Wenn wieder alle Tribünen besetzt sind, wird das Böllenfalltor noch mehr zum Hexenkessel, als es dies jetzt sowieso schon war. "Zudem kann dann bei Fertigstellung der Haupttribüne die hohe Ticketingnachfrage wieder etwas besser bedient werden", sagte Weilguny. "In dieser Saison war der Heimbereich bekanntermaßen in allen Partien ausverkauft, soweit es die Corona-Regelungen zugelassen haben."

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Auf der neuen Tribüne wird es 19 Logen und 900 Business-Seats geben, der VIP-Bereich ist dann nicht mehr im Zelt hinter der Gegengerade, sondern im "Bauch" der neuen Tribüne. Über 80 Prozent der Logen und Hospitality-Bereiche seien vermarktet, erklärte Weilguny.

Dauerkartenverkauf startet Anfang Juni

Der Dauerkartenverkauf für die Saison 2022/23 startet Anfang Juni, teilte der Verein zudem am Mittwoch mit. Dauerkarteninhaber werden demnächst angeschrieben und ausführlich über das Prozedere informiert. Die Dauerkartenverlängerung wird sich über den gesamten Juni erstrecken. Neue Dauerkarten können derzeit noch nicht reserviert oder bestellt werden, hier wird ein möglicher Verkaufsstart Ende Juni mitgeteilt.