Junglilien: Ohne Druck, aber mit ganz viel Willen

aus SV Darmstadt 98

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Die U17 der Lilien will gegen Kaiserslautern punkten. Corona bestimmt auch den Ablauf bei der U19, die in Ulm die nächsten Zähler im Kampf um den Klassenerhalt holen will.

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DARMSTADT. Darmstadt (jaf). Die B-Junioren des SV Darmstadt 98 haben den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga Süd/Südwest sicher, noch aber stehen drei Spiele auf dem Programm. Das erste beginnt am Sonntag um 13 Uhr in Urberach gegen den 1. FC Kaiserslautern, der von bisher fünf Punktspielen in diesem Jahr vier gewonnen hat und bis auf Platz 14 gesprungen ist - der erste Nichtabstiegsplatz. Zwölf seiner 20 Punkte hat der FCK folglich erst in diesem Jahr geholt.

U17-Trainer Patrick Kurt freut sich auf die letzten Spiele, "riesig", wie er sagt. "Wir gehen ohne den ganz großen Ergebnisdruck in diese Partien. Die Vorzeichen sind natürlich super." Mit dem FCK verbindet die U17 der Lilien und Kurt eine ganz besondere Geschichte, waren es doch die Lauterer, gegen die man sich in der Relegation im Sommer 2019 - vor 2000 Zuschauern am Böllenfalltor - durchsetzte und somit Bundesligist wurde. Damals war Daniel Paulus Trainer in Kaiserslautern, mittlerweile ist er beim 1. FC Nürnberg. Man kennt und schätzt sich. "Wir haben gerade erst wieder mal gesprochen und ein bisschen in Erinnerungen geschwelgt", berichtet Kurt. Groll herrscht keiner, der FCK stieg ein Jahr später dann ja auch auf.

Kurt und seine Mannschaft wollen am Sonntag natürlich gewinnen, "aber es ist toll, dass wir das Wollen vor das Müssen stellen können", sagt er. Zumal die Pfälzer, die Kurt zuletzt beim 2:0 gegen Eintracht Frankfurt beobachtete, stärker seien als die Tabelle es zeigt. 40:41 lautet die Tordifferenz - das sagt einiges aus. "Mannschaften, die 40 Tore schießen, sind normalerweise in anderen Regionen unterwegs", sagt Kurt. Stark in der Offensive, stark im Umschaltspiel sei der Gegner - es gelte folglich "höllisch aufzupassen". Verzichten müssen die Lilien auf Vahidin Turudija (Fußverletzung).

Die A-Junioren haben in der Bundesliga Süd/Südwest aus den jüngsten drei Spielen sieben Punkte geholt, sie treten am Samstag um 11 Uhr beim SSV Ulm an. Dieser hat die letzten vier Spiele verloren, teilweise richtig hoch. Noch vier Spiele hat die U19 vor der Brust. Auf den ersten Abstiegsplatz 15, auf dem der FK Astoria Walldorf steht, hat die Mannschaft des zum Saisonende scheidenden Trainers Georg-Martin Leopold gerade mal zwei Punkte Vorsprung.

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Leopold erwartet in Ulm ein Spiel "bei etwa null Grad, vielleicht auch mit Schnee". Und er weiß nicht wirklich, auf wen er setzen kann. Clemens Riedel wird nach seinem Trip zur deutschen U19-Nationalmannschaft wohl eher in der ersten Mannschaft ein Thema sein, dort trainierten wegen der aktuellen Corona-Fälle am Mittwoch zudem auch einige A-Junioren mit, um eine einigermaßen vernünftige Einheit zu ermöglichen.

"Gefühlt ist das nach vier Wochen Pause fast wie ein Saisonstart", sagt Leopold. Mannschaften, die gut drauf waren, seien dies vielleicht jetzt nicht mehr, und umgekehrt, kann er sich vorstellen. "Wir wollen aber nicht auf die anderen schauen, sondern selbst punkten. Und da sind wir trotz der Umstände auch ganz optimistisch." Generell gelte aber das gleiche wie im Sommer, als es schon mal viele Corona-Fälle bei den Profis gegeben hatte: "Die Entwicklung bei der ersten Mannschaft bestimmt ein bisschen auch, was bei uns passiert. Aber wir helfen natürlich gerne."