Gegnerporträt: Recht offensiv formulierte der VfL Bochum zu...

aus SV Darmstadt 98

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Hintere Reihe (von links): Dimitrios Diamantakos, Nico Rieble, Tom Baack, Johannes Wurtz, Jannik Bandowski, Maxim Leitsch, Marco Stiepermann (bis 6. August), Peniel Mlapa (bis 31. August), Lukas Hinterseer, Patrick Fabian, Felix Bastians, Anthony Losilla, Tom Weilandt (bis 14. August), Tim Hoogland, Vitaly Janelt, Jan Gyamerah. Mittlere Reihe: Zeugwart Markus Klöfkorn, Zeugwart Andreas Pahl, Vereinsarzt Dr. André Schilling, Leistungsdiagnostiker Rexhep Kushutani, Physiotherapeut Sascha Zivanovic, Physiotherapeut Frank Zöllner, Physiotherapeut Jürgen Dolls, Videoanalyst Niklas Honnete, Fitness- und Rehatrainer Stefan Bienioßek, Athletiktrainer Jörn Menger, Torwarttrainer Peter Greiber, Co-Trainer/U17-Trainer Christian Mollocher, Co-Trainer/U19-Trainer Jens Rasiejewski, Co-Trainer Heiko Butscher, Co-Trainer Jan de Jonge (bis 12. Juli), Cheftrainer Ismail Atalan. Vordere Reihe: Danilo Soares, Stefano Celozzi, Evangelos Pavlidis, Görkem Saglam, Russell Canouse (bis 9. August), Thomas Eisfeld, Martin Kompalla, Felix Dornebusch, Manuel Riemann, Florian Kraft, Timo Perthel, Alexander Merkel, Ulrich Bapoh, Julian Tomas, Kevin Stöger, Selim Gündüz. Es fehlen: Vereinsarzt Dr. Karl-Heinz Bauer, Videoanalyst Christian Pozo y Tamayo, Co-Trainer Joe Laumann, Robbie Kruse, Robert Tesche, Sidney Sam und Luke Hemmerich.Foto: VfL Bochum  Foto: VfL Bochum

Zu Bundesliga-Zeiten hatte der VfL Bochum lange Zeit das Image der „Grauen Maus“. Der Revier-Club war viele Jahre fester Bestandteil des deutschen Fußball-Oberhauses, für...

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BOCHUM. Zu Bundesliga-Zeiten hatte der VfL Bochum lange Zeit das Image der „Grauen Maus“. Der Revier-Club war viele Jahre fester Bestandteil des deutschen Fußball-Oberhauses, für sportliche Erfolge oder Skandale waren jedoch zumeist die Konkurrenten verantwortlich.

Hintere Reihe (von links): Dimitrios Diamantakos, Nico Rieble, Tom Baack, Johannes Wurtz, Jannik Bandowski, Maxim Leitsch, Marco Stiepermann (bis 6. August), Peniel Mlapa (bis 31. August), Lukas Hinterseer, Patrick Fabian, Felix Bastians, Anthony Losilla, Tom Weilandt (bis 14. August), Tim Hoogland, Vitaly Janelt, Jan Gyamerah. Mittlere Reihe: Zeugwart Markus Klöfkorn, Zeugwart Andreas Pahl, Vereinsarzt Dr. André Schilling, Leistungsdiagnostiker Rexhep Kushutani, Physiotherapeut Sascha Zivanovic, Physiotherapeut Frank Zöllner, Physiotherapeut Jürgen Dolls, Videoanalyst Niklas Honnete, Fitness- und Rehatrainer Stefan Bienioßek, Athletiktrainer Jörn Menger, Torwarttrainer Peter Greiber, Co-Trainer/U17-Trainer Christian Mollocher, Co-Trainer/U19-Trainer Jens Rasiejewski, Co-Trainer Heiko Butscher, Co-Trainer Jan de Jonge (bis 12. Juli), Cheftrainer Ismail Atalan. Vordere Reihe: Danilo Soares, Stefano Celozzi, Evangelos Pavlidis, Görkem Saglam, Russell Canouse (bis 9. August), Thomas Eisfeld, Martin Kompalla, Felix Dornebusch, Manuel Riemann, Florian Kraft, Timo Perthel, Alexander Merkel, Ulrich Bapoh, Julian Tomas, Kevin Stöger, Selim Gündüz. Es fehlen: Vereinsarzt Dr. Karl-Heinz Bauer, Videoanalyst Christian Pozo y Tamayo, Co-Trainer Joe Laumann, Robbie Kruse, Robert Tesche, Sidney Sam und Luke Hemmerich.Foto: VfL Bochum  Foto: VfL Bochum

Seit nunmehr sieben Spielzeiten ist der VfL nur noch Zweitligist, zuletzt entfernte sich der Club von der Castroper Straße zudem zunehmend von der Spitzengruppe der Liga. Die vergangene Runde beendeten die Bochumer – zum Leidwesen von Fans und Vereinsführung – auf dem neunten Platz. Im tabellarischen Niemandsland.

Das soll sich ändern, da sind sich alle Beteiligten einig. „Wir wollen Antworten geben auf die vergangene Saison, die eine gebrauchte war“, sagte beispielsweise der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Peter Villis vor Rundenbeginn dem „Kicker“. Und auch für Neuzugang Lukas Hinterseer war die sportliche Perspektive in Bochum ausschlaggebend für den Tapetenwechsel: „Ich spiele doch lieber um den Aufstieg, als im Nirwana der Liga zu landen.“ So klingt Klartext.

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Den markigen Worten müssen aber auch sportliche Taten folgen, damit es tatsächlich mit dem Aufstieg klappt. Die vergleichsweise maue Ausbeute aus den ersten vier Spielen (ein Sieg, ein Unentschieden und zwei Niederlagen) wirkt da – gelinde gesagt – kontraproduktiv. Umso mehr sind die Schützlinge von Trainer Ismail Atalan nun also in den nächsten Spielen gefordert. Nach dem Gastspiel am Böllenfalltor geht es schließlich gegen Heidenheim, Nürnberg, Ingolstadt und Kiel. Bei den Bochumer Ambitionen sind Siege da schon fast Pflicht.

DAS TEAM

Nicht nur die Mannschaft des VfL Bochum wurde in der Sommerpause kräftig umgebaut, sondern auch das Team hinter dem Team. So musste der seitherige Übungsleiter Gertjan Verbeek während der Vorbereitung seine Koffer packen, als Nachfolger verpflichteten die Bochumer Ismail Atalan von Drittligist Sportfreunde Lotte.

„Der Zeitpunkt kommt für viele sicherlich überraschend. Dennoch sind wir zum Entschluss gekommen, dass wir fortan mit einem anderen Trainer versuchen werden, unsere Ziele zu erreichen. In der jetzigen Konstellation gab es zu große Differenzen bei unseren Vorstellungen darüber“, begründete Sportvorstand Christian Hochstätter die gemeinsame Entscheidung von Vorstand und Aufsichtsrat. Neben Verbeek verließ auch Co-Trainer Jan de Jonge den VfL, auf ihn folgte – ebenfalls aus Lotte – Joe Laumann.

Die Mannschaft erhielt derweil vor allem im Offensivbereich ein neues Gesicht: Mit Lukas Hinterseer (FC Ingolstadt), Dimitrios Diamantakos (Karlsruher SC), der Ex-Lilie Sidney Sam und Robbie Kruse (Liaoning FC/China) kamen drei neue, hochveranlagte Kräfte. Im Gegenzug verließen Marco Stiepermann (Norwich City), Nils Quaschner (Arminia Bielefeld), Peniel Mlapa (Dynamo Dresden) und Tom Weilandt (Holstein Kiel) den Club.

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Im Defensivverbund ist hingegen fast alles beim Alten geblieben: Einzig Russell Canouse (DC United/USA) wurde durch Außenverteidiger Danilo (TSG Hoffenheim) ersetzt. Kurz vor Ende der Transferphase wechselten zudem U 19-Nationalspieler Luke Hemmerich (von Schalke 04) und Routinier Robert Tesche (Birmingham City) auf Leihbasis zum VfL.

DIE TAKTIK

Die neuen Maße des VfL lauten laut der Vereins-Homepage 3-2-3-2. Denn das ist Ismail Atalans bevorzugtes System. „Wir haben dadurch eine gute Breiten- und Tiefenstaffelung. Wir sind sehr variabel in unserem Spiel, in gewissen Spielzonen können wir Überzahl schaffen, speziell in denen, wo es für uns gefährlich werden könnte“, sagt der VfL-Coach. Gleichwohl betont er aber auch: „Systeme sind immer personalabhängig. Das 4-3-3, das ich ebenso bevorzuge, wird auch weiterhin eine Rolle spielen. Ebenso Klassiker wie das 4-4-2.“ Und so reagierte Atalan nach drei sieglosen Ligaspielen im neuen System dergestalt, dass er am vierten Spieltag gegen Dynamo Dresden auf ein 4-3-3 umstellte. Der 3:2-Erfolg gab ihm Recht.

DIE STÄRKEN

Mit Ausnahme von Neuzugang Danilo ist die Bochumer Hintermannschaft um Keeper Manuel Riemann und Kapitän und Abwehrchef Felix Bastians (Foto) eingespielt und entsprechend kampferprobt. Im Offensivbereich verfügt der VfL ebenfalls über gestandene Kräfte, die zum Großteil Erstliga- oder gar internationale Erfahrung besitzen. Hinzu kommen zahlreiche vielversprechende Talente aus dem eigenen Nachwuchs.

Mit ihrer offensiven Ausrichtung ist die Atalan-Elf darüber hinaus grundsätzlich dazu in der Lage, jeden Gegner durch frühes Pressing unter Druck zu setzen.

DIE SCHWÄCHEN

In den ersten Saisonspielen war den Bochumern anzumerken, dass sie das neue Spielsystem noch nicht zu 100 Prozent verinnerlicht haben. Insbesondere die defensive Absicherung kam bei der offensiven Grundausrichtung zuweilen zu kurz. Fast schon logische Konsequenz sind die sechs Gegentore, die der VfL in bisher vier Partien kassiert hat. Diese Probleme dürften aber in erster Linie Atalans äußerst kurzfristiger Amtsübernahme geschuldet sein. Die zweiwöchige Länderspielpause kam dem Revier-Club entsprechend gelegen.

Eine vermeintliche Schwäche hat der VfL Atalans Meinung nach indes bereits abgestellt: „Was unserem Spiel bislang noch ein bisschen gefehlt hat, war Tempo. Das haben wir aber durch die Verpflichtung von Robbie Kruse hinzugewonnen.“

DIE NATIONALSPIELER

In der jüngsten Fifa-Abstellungsperiode waren mit Robbie Kruse (Australien) und Dimitrios Diamantakos (Griechenland) zwei VfL-Spieler international im Einsatz.

Zum erweiterten Kader der österreichsichen Auswahl zählt zudem Lukas Hinterseeer, der von Teamchef Marcel Koller zuletzt aber nur auf Abruf nominiert wurde. Die größte Erfahrung im Kader besitzt indes Kruse: Der Landsmann von SV 98-Angreifer Jamie Maclaren kam bislang 55 Mal für die Socceroos zum Einsatz und erzielte dabei vier Tore.

ÜBRIGENS

Seit etwas mehr als einem Jahr steht Alexander Merkel in Bochum unter Vertrag. Über die Stationen CFC Genua, FC Watford, Grashopper Zürich, Udinese und AC Pisa fand der heute 24 Jahre alte Mittelfeldspieler den Weg ins Ruhrgebiet.

All diese Stationen klingen nicht unbedingt nach der großen Karriere, die dem gebürtigen Kasachen noch vor sieben Jahren prognosiziert worden war. Mit gerade einmal 18 Jahren feierte das vermeintliche „Wunderkind“ am 8. Dezember 2010 sein Profidebüt – im Dress des ruhmreichen AC Mailand. Wohlgemerkt im Achtelfinale der Champions League gegen Ajax Amsterdam.