FC St. Pauli: Gern gesehener Gast am Böllenfalltor

aus SV Darmstadt 98

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Partien zwischen dem SV Darmstadt 98 und dem FC St. Pauli waren zumeist hart umkämpft (rechts oben: Jerôme Gondorf im Zweikampf mit dem Paulianer Philipp Ziereis). Das bessere Ende hatte zuletzt meistens der SV 98 für sich. So gelang Sascha Amstätter (links) und seinen Mitstreitern am 26. August 2001 im DFB-Pokal ein 3:1-Erfolg über den Bundesligisten aus der Hansestadt. Fabian Holland erzielte beim vorletzten Aufeinandertreffen am 14. Dezember 2014 sein bislang einziges Tor im Lilien-Trikot (rechts unten).Fotos: dpa       Foto:

Allzu gerne denken die Fans des SV Darmstadt 98 an das jüngste Aufeinandertreffen mit dem FC St. Pauli zurück. Schließlich besiegelten die Lilien am 24. Mai 2015 mit einem...

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DARMSTADT/HAMBURG. Allzu gerne denken die Fans des SV Darmstadt 98 an das jüngste Aufeinandertreffen mit dem FC St. Pauli zurück. Schließlich besiegelten die Lilien am 24. Mai 2015 mit einem 1:0-Sieg über die „Kiezkicker“ den dritten Bundesliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte. Auch das Hinspiel hatten die Lilien mit 1:0 gewonnen.

Partien zwischen dem SV Darmstadt 98 und dem FC St. Pauli waren zumeist hart umkämpft (rechts oben: Jerôme Gondorf im Zweikampf mit dem Paulianer Philipp Ziereis). Das bessere Ende hatte zuletzt meistens der SV 98 für sich. So gelang Sascha Amstätter (links) und seinen Mitstreitern am 26. August 2001 im DFB-Pokal ein 3:1-Erfolg über den Bundesligisten aus der Hansestadt. Fabian Holland erzielte beim vorletzten Aufeinandertreffen am 14. Dezember 2014 sein bislang einziges Tor im Lilien-Trikot (rechts unten).Fotos: dpa       Foto:

Weniger frisch ist die Erinnerung aber an die früheren Gastspiele der Hamburger im Stadion am Böllenfalltor. Wenngleich es eigentlich keinen Grund dafür gibt, diese Partien aus dem Gedächtnis zu verdrängen. Denn: Noch nie konnten die Paulianer am Bölle gewinnen. Gerade einmal zwei Punkte entführten die selbst ernannten „Freibeuter der Liga“ bei ihren fünf Zweitliga-Gastspielen in Südhessen.

Und auch die Bundesliga-Elf der Hamburger, die als „Weltpokalsieger-Besieger“ in der Saison 2001/2002 Kultstatus erlangte, hatte in Südhessen keine Chance. Der damalige Drittligist Darmstadt 98 kegelte den FC St. Pauli vor fast genau 16 Jahren mit 3:1 aus dem DFB-Pokal. Die Tore erzielten Boris Kolb, Sascha Maier und der eingewechselte Audenzio Musci, für die Paulianer traf Nico Patschinski.

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Obwohl beide Vereine in der ewigen Zweitligatabelle unter den besten zwölf Teams rangieren – St. Pauli als Vierter, der SV 98 als Zwölfter – kam es bislang erst zu zehn Punktspielen zwischen den Kontrahenten. Das liegt jedoch in erster Linie daran, dass die Zweite Liga von 1974 bis 1981 sowie in der Saison 1991/92 in eine Nord- und eine Süd-Staffel geteilt war.

Noch kein Duell in der Ersten Liga

Auch im Oberhaus des deutschen Fußballs gingen sich die Hanseaten und die Südhessen gepflegt aus dem Weg: So ersetzten die Lilien nach ihrem ersten Bundesliga-Aufstieg 1978 de facto den FC St. Pauli, der nach seiner Bundesliga-Premieren-Saison 1977/78 postwendend wieder in die Zweite Liga Nord abstieg.

Zudem verpassten die Hamburger nach einem Lizenzentzug im Jahr 1979 die Qualifikation für die neue, eingleisige Zweite Liga (1981). Erst 1984 gelang unter Trainer Michael Lorkowski der Wiederaufstieg in die Zweitklassigkeit.

Folgerichtig kam es erst in der Spielzeit 1984/85 zu den ersten Duellen zwischen den beiden Vereinen. Das Hinspiel in Hamburg entschied der FC St. Pauli am 22. September 1984 klar mit 3:0 für sich, im Rückspiel am 9. März 1985 behielt der SV 98 dank eines Dreierpacks von Egbert Zimmermann mit 3:1 die Oberhand. André Golke hatte zwischenzeitlich auf 2:1 verkürzt.

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Nach einem Jahr Pause – der FC St. Pauli stieg 1985 wieder in die Oberliga ab, kehrte aber schon 1986 wieder in die Zweite Liga zurück – kam es am 27. September 1986 zum bislang torreichsten Duell zwischen den beiden Traditionsvereinen. Nach dem 1:1-Halbzeitstand drehte vor allem der Darmstädter Drei-Mann-Sturm um Uwe Kuhl, Michael Künast und Bruno Labbadia im zweiten Abschnitt mächtig auf, nach 70 Minuten stand es bereits 4:1 für die Lilien. Franz Gerbers Treffer zum 4:2 (86.) war nur noch Ergebniskosmetik. Das Rückspiel am 18. April 1987 war ebenfalls eine klare Angelegenheit – diesmal hieß der Sieger jedoch wieder FC St. Pauli (3:0). Zu diesem Zeitpunkt zählten beide Clubs bereits zu den Spitzenteams der Zweiten Liga, zum Aufstieg sollte es für beide aber (noch) nicht reichen.

Denkwürdige Spielzeit 1987/88

Das änderte sich in der folgenden Spielzeit, als der FC St. Pauli als Tabellenzweiter den zweiten Bundesliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte unter Dach und Fach brachte. Mitentscheidend hierfür waren auch die drei Zähler, die die Hanseaten in den direkten Duellen mit dem SV 98 einfuhren: Am Ende trennten beide Clubs nämlich nur zwei Punkte.

Für den SV 98 ging es derweil als Dritter der Abschlusstabelle in die Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga, Waldhof Mannheim. Der Ausgang ist Geschichte – in drei denkwürdigen Partien verpassten die Lilien den Aufstieg nur um Haaresbreite. Folge: Der SV 98 blieb Zweitligist, während die Hamburger mit drei Bundesliga-Jahren in Serie ihre bislang erfolgreichste Zeit erlebten.

Von derartigen Ambitionen entfernten sich beide Vereine in den Folgejahren stetig, fortan ging es sowohl für den FC St. Pauli als auch für die Lilien in erster Linie um den Klassenerhalt. Und so waren auch die Aufeinandertreffen in der Saison 1992/93 vom sportlichen Existenzkampf geprägt. Das bessere Ende in Form von drei Zählern (3:1, 1:1) aus den direkten Duellen und einem Nichtabstiegsplatz (17.) in der Endabrechnung hatte dabei wieder der FC St. Pauli für sich. Für den SV 98 ging es stattdessen als Tabellenletzter (24.) runter in die Oberliga Hessen.

Berg- und Talfahrten auf beiden Seiten

Es sollte schließlich 21 Jahre und etliche sportliche Berg- und Talfahrten auf beiden Seiten dauern, ehe man sich in der Saison 2014/15 wieder in Liga zwei begegnete. Und nun hatte bekanntlich der SV 98 etwas mehr Glück.