45 starke Minuten reichen dem TSV Schott Mainz nicht

Führung für Schott: Christian Hahn drückt den Ball gegen den Koblenzer Keeper Baboucarr Gaye über die Linie. Foto: hbz/Stefan Sämmer

Der Fußball-Regionalligist verliert trotz Führung gegen Rot-Weiß Koblenz. Co-Trainer Bernd Bangel erklärt, was nach dem Seitenwechsel falsch lief.

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MAINZ. Den Gegner beherrscht, wenige Chancen zugelassen, selbst eine Handvoll herausgespielt, dazu die Führung – es sah gut aus für den TSV Schott Mainz gegen Rot-Weiß Koblenz. Allerdings nur bis zur Pause. Nach Abpfiff machte sich die große Ernüchterung breit. Das 1:2 (1:0) lässt dem Regionalliga-Schlusslicht nur noch wenig Aussicht auf den Ligaverbleib.

„In der ersten Halbzeit haben wir ein gutes Spiel gemacht, haben in den Zweikämpfen dominiert und hatten Torchancen“, sagt Co-Trainer Bernd Bangel, der den in Corona-Quarantäne befindlichen Chefcoach Sascha Meeth vertreten hatte, „in der zweiten Halbzeit hat sich das Spiel gedreht. Wir kamen immer einen Tick zu spät, haben vermeidbare Gegentore bekommen und sind zu wenig ins letzte Drittel gekommen.“

Es waren individuelle Patzer, als Teil einer Kette von Nachlässigkeiten, die die Gegentore begünstigten. Eine Flanke aus dem Halbfeld schätzte Jonas Raltschitsch falsch ein, Felix Käfferbitz erwischte den Ball mit der Fußspitze, Jonas Weyand ließ ihn durchrutschen (51.). Manch weitere gute Koblenzer Chance vereitelte der Keeper, doch der Schwung war raus aus dem Mainzer Auftritt. Sicher auch, weil RW-Coach Heiner Backhaus in Durchgang eins einmal und in der Pause weitere dreimal gewechselt hatte, samt Systemumstellung. Als sich Dominik Ahlbach dann an der Torauslinie austricksen ließ, nach einer Irritation um einen eigentlich falschen Einwurf, war Dominic Duncan am zweiten Pfosten völlig frei und stellte auf 1:2 (78.).

Danach tauchten Ahlbach und Alexander Rimoldi, zwei groß gewachsene, robuste Defensiv-Recken, zeitweilig als Doppelspitze vorne auf. Beleg für die Sturm-Misere, die sich erneut in fehlender Durchschlagskraft niederschlug. Jost Mairoses früher Hundertprozenter geriet zu mittig (14.). Nach Christian Hahns Absatzkick traf Sho Sannomiya das Außennetz (17.). Dann war der Japaner, den Torwart umdribbelnd, zu weit außen und zielte erneut daneben (40.). Hahns Kopfballtreffer nach Sannomiyas artistischer Verlagerung und Rei Okadas Flanke war so gesehen der verdiente Lohn (25.), auch wenn Weyand, aus seinem Tor eilend, eine Portion Glück brauchte, weil Jakob Lemmer den Ball neben den Kasten spitzelte (21.).

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„Das 1:1 war ein Nackenschlag“, sagt Bangel, „die Mannschaft musste sich diese Saison schon von vielem erholen. Der Wille, das Spiel unbedingt zu gewinnen, war da, das hat man in der ersten Halbzeit gesehen.“ Nachdem der TSV auf 4-3-3 ging, wurde die Partie wieder ausgeglichener, doch zittern mussten die Gäste nicht mehr. Am knappsten wurde es noch, als Rimoldi auf Ahlbach verlängerte, der erste Kontakt aber zu weit vom Knie des stürmenden Innenverteidigers abprallte. In der aktuellen Besetzung genügt es nicht, bei allem Bemühen und allen Fortschritten.

TSV Schott Mainz: Weyand – Schwarz (81. Rimoldi), Raltschitsch, Ahlbach – Okada (71. Fring), Del Vecchio, Schlosser – Mairose, Portmann (71. Lihsek) – Sannomiya (61. Celik), Hahn (81. Bakirsu).