SG VfR/Dersim Rüsselsheim gewinnt den Kreispokal

Ebenbürtig und aus elf Metern treffsicherer: Außenseiter SG VfR/Dersim Rüsselsheim um Carlos Gomes de Paulo (links) schlägt dem Hessenligisten VfB Ginsheim (rechts Matthias Manneck) im Kreispokalfinale ein Schnippchen. Foto: Uwe Krämer

Verbandsligist ist Favorit VfB Ginsheim im Finale in Groß-Gerau ebenbürtig und triumphiert im Elfmeterschießen. 200 Liter Bier und Eintrittskarte zum Hessencup-Wettbewerb.

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GROSS-GERAU. „Vielleicht kann ich euch mit 100 Liter Bier trösten“, sagte Klaus Ilschner, stellvertretender Kreisfußballwart des Fußballkreises Groß-Gerau, und übergab David Staegemann einen Gutschein des Sponsors. Ein Trost war das für den Kapitän des VfB Ginsheim am Donnerstagabend nicht, hatte der Hessenligist doch gerade das Kreispokalfinale im Groß-Gerauer VfR-Stadion 3:5 (1:1, 1:0) nach Elfmeterschießen verloren.

Den Sieger indes, die SG VfR/Dersim Rüsselsheim, hätte Ilschner auch mit weniger beschenken können als mit dem Pokal, einem überdimensionalen Bierglas samt Gutschein über 200 Liter beliebtem Schaumgebräu – die Verbandsliga-Fußballer aus der Böllensee-Siedlung hätten trotzdem überschwänglich gejubelt. Für den Dersim-Teil der Spielgemeinschaft war er der zweite Kreispokalsieg der Vereinsgeschichte. SG-Trainer Oktay Bulut sagte im Hnblick auf die Eintrittskarte zum Hessencup-Wettbewerb denn auch: „Ich bin richtig stolz auf die Jungs.“

Die SG erwartet den VfB massiert in der eigenen Hälfte, maximal in Höhe der Mittellinie. Lauernd, dass der Gegner den Ball verlieren würde, um dann mit schnellen Angreifern wie Markus Tare Neufang zu kontern. Und oft genug kam es auch genau so. Die Ginsheimer, die mit einem Mittelfeldpressing das Spiel zu kontrollierten versuchten, waren zwar die aktivere Mannschaft. Aber die Blau-Weißen hemmten sich ihren Spielfluss mit umständlichem Zusammenspiel auf dem Weg nach vorne, auch einigen Ballverlusten zu viel. Ein Schuss von Denis Oriana von der Strafraumgrenze, der das Ziel weit verfehlte (10.) – mehr Torgefahr erzeugte der Hessenligist lange nicht mehr. Bis Nazeem Aboubakari von Maximilian Kissel bedient wurde, um dann aber nicht entschlossen genug in den Zweikampf mit dem herauslaufenden Fabian Juricic zu gehen. So fischte ihm der Keeper den Ball weg (32.).

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Keine Abwehrchance hatte Juricic sechs Minuten später: Kissel war nach Doppelpass mit Oriana in Schussposition gekommen, schien den Ball aber schon verloren zu haben. Sogleich erkämpfte der Stürmer sich die Kugel zurück, um sie ins rechte obere Eck zu schlenzen – 0:1. Zuvor hatte sich Mohamed Amin Kouraji die bis dahin größte SG-Chance geboten. Aus sieben Metern halblinker Position kam er frei zum Schuss, doch das Spielgerät sauste über die Latte (33.).

Nach dem Seitenwechsel zogen die Rüsselsheimer das Tempo an. Gegen einen VfB, der mit viel Aufwand wenig Ertrag schaffte, witterte der Verbandsligist seine Chance. Und die kam in der 59. Minute: Erst scheiterte Varol Akgöz allein vor VfB-Torhüter David Staegemann, aber den Abpraller nutzte Kouraji zum 1:1. Fortan entwickelte sich ein Finale im Vollgasmodus. Kein spielerisch hochklassiges Endspiel, aber eines, in dem sich zwei ebenbürtige Mannschaften beharkten – im Willen, dem Gegner den entscheidenden Schlag zu versetzen. Eine Riesenchance vergab der VfB bei einem Konter, da sich die Blau-Weißen eine Überzahlsituation schufen, aber der Versuch eines Querpasses zum völlig freistehenden Alexander Scholz zum hastigen Fehlpass geriet (70.).

SG Rüsselsheim: Juricic – Aboub, Kouraji (82. Gomes de Paulo, 89. Kouraji), Gül, Yildiz, Akgöz, Gomes de Paulo (46. Donkov), de Castro Oliveira, Günel, Pascali, Neufang.

VfB Ginsheim: Staegemann (90+2. Dorth) – Mensah, Fosuhene (68. Kohnhäuser), Akoto, Kissel (77. Makana), Oriana, Redl, Aboubakari (53. Williams), Scholz, Manneck, Makana (64. Aboubakari, 83. Fosuhene).

Tore: 0:1 Kissel (38.), 1:1 Kouraji (59.); Elfmeterschießen: Kouraji scheitert an Torhüter Dorth, 1:2 Makana, 2:2 Gül, Kohnhäuser an die Latte, 3:2 Donkov, Scholz scheitert an Torhüter Juricic, 4:2 Günel, 4:3 Fosuhene, 5:3 Akgöz; Schiedsrichter: Vogel (Michelstadt); Zuschauer: 400.