Fußball-Relegation: Hillal jubelt, Brandau fassungslos

Hochgefühl: Teamkameraden feiern Nabil Baadidi (oben) nach dessen Treffer für Hillal Rüsselsheim im entscheidenden Relegationsspiel gegen die KSG Brandau. Durch 6:0-Erfolg sind die Rüsselsheimer in die Kreisoberliga aufgestiegen. Foto: Marc Schüler

Die Rüsselsheimer feiern durch den klaren Erfolg gegen die KSG den Aufstieg in die Kreisoberliga, während die Brandauer in den Gang in die A-Liga antreten müssen.

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RÜSSELSHEIM. Der FC Hillal Rüsselsheim hat es geschafft: Der Club steigt nach dem 6:0 (4:0) im entscheidenden Relegationsspiel gegen die KSG Brandau in die Fußball-Kreisoberliga auf und feiert damti den bisher größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte. Die Brandauer müssen dagegen in die A-Liga Darmstadt runter.

Hochgefühl: Teamkameraden feiern Nabil Baadidi (oben) nach dessen Treffer für Hillal Rüsselsheim im entscheidenden Relegationsspiel gegen die KSG Brandau. Durch 6:0-Erfolg sind die Rüsselsheimer in die Kreisoberliga aufgestiegen. Foto: Marc Schüler
Enttäuschung pur: Spieler der KSG Brandau um Kapitän Tim Krichbaum (rechts) sind nach der 0:6-Niederlage in Rüsselsheim und dem damit besiegelten Abstieg in die Kreisliga A fassungslos. Foto: Marc Schüler

„We made history“ stand auf den T-Shirts, mit denen Hillal den Aufstieg feierte. Mit dem Schlusspfiff strömten die Fans auf den Platz und jubelten mit der Mannschaft. Auf der anderen Seite waren die enttäuschten Brandauer, denen nach dem 2:0-Sieg gegen Türk Gücü Darmstadt schon ein Remis zum Klassenerhalt gereicht hätte – Hillal hatte 3:3 gegen die Darmstädter gespielt. „Die Relegation war symptomatisch für unsere Saison“, sagte KSG-Trainer Roman Grünewald: „Unsere Leistung war in der Hinrunde schwankend, aber wir haben kein Spiel hoch hergegeben. Dafür leider heute. Nach zwei Elfmetern und zwei Standard-Toren war es schwer, wieder ins Spiel zurückzukommen.“ Dem stimmte Kapitän Tim Krichbaum zu: „Einem 0:4 hinterherzurennen ist sehr schwer. Wir haben uns leider selbst in diese Situation gebracht, indem wir nicht richtig in die Zweikämpfe gingen und dem Gegner zu viel Platz gaben.“ Mit hängenden Köpfen standen und saßen die Brandauer anschließend auf dem Platz – der Abstieg ist Realität.

Grenzenlos war hingegen die Freude bei den Rüsselsheimern nach dem überragenden Sieg. Mit der Motivation eines Alles-oder-Nichts Spiels traten die Gastgeber vor rund 600 Zuschauern auf und machten von Beginn an Druck. Einen schnellen Vorstoß von Bilal Benali konnte Brandau nur per Foul stoppen, Mohamed Jemi verwandelte den fälligen Elfmeter zum 1:0 (15.). Anschließend ging es Schlag auf Schlag. Ein Eckball von Spielertrainer Said Belhadj landete auf den Kopf von Abdelmotalb Sadiki, der auf 2:0 erhöhte. 180 Sekunden später legte Ayoub Kadi das 3:0 nach einer weiteren Ecke nach. In der 35. Minute war es ein weiterer Konter, der wiederum zum Foul an Benali führte – wieder war Jemi zur Stelle, wieder traf: 4:0.

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Auch im zweiten Durchgang war Hillal die bessere Mannschaft. Kein Durchkommen gab es für die Gäste, zu gut stand die Rüsselsheimer Abwehr. Das 5:0 erzielte Abdelmalek Benali mit einem sehenswerten Heber über den herausgelaufenen KSG-Torwart Mirco Seibel. In der 78. Minute kam Nabil Baadidi nach einem zu kurz abgewehrten Schuss an den Ball und schoss zum 6:0 ein.

„Unser Plan war es, den Ball in den eigenen Reihen zu halten, schnell umzuschalten, und gute Standards zu zeigen. Wir haben auf ein frühes Tor gelauert und hofften, dass dies Brandau aus dem Konzept bringt. Ich denke, das ist aufgegangen“, sagte Hillal-Spielertrainer Said Belhadj, für den die Höhe des Ergebnisses unerwartet war. „Im kommenden Jahr müssen wir einen Tick schnelleren und härteren Fußball zeigen, dann können wir in der Kreisoberliga bestehen.“

Kapitän Bilal Benali freute sich über den Erfolg. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, dieses Team als Kapitän aufs Feld geführt und Geschichte für Hillal geschrieben zu haben“, sagte er. Benali lobte die tolle Mannschaftsleistung, jeder Akteur hatte alles gegeben. „Ein unbeschreibliches Gefühl ist das. Unser Sieg war nie gefährdet und wir haben uns den Aufstieg verdient“, sagte Doppeltorschütze Mohamed Jemi.

Hillal Rüsselsheim: N. El Ghazouani – Jemi, Atabraham (72. A. Benali), R. El Ghazouani, Hauas, Kadi, Simouh, Sadiki (63. Baadidi), B. Benali, Yildrim, Belhadj (46. Fernandes)

KSG Brandau: Seibel – J. Ritzert, von Oesen, S. Ritzert, Braun, Manns (25. Knaup), Krichbaum, Piergallini (57. Hofmann), Feick (37. Heinz), Sanchez, Lazaro

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Tore: 1:0 Jemi (15./Foulelfmeter), 2:0 Sadiki (19.), 3:0 Kadi (22.), 4:0 Jemi (36./Foullelfmeter), 5:0 A. Benali (74.), 6:0 Baadidi (80.). Schiedsrichter: Roß (Lengfeld). Zuschauer: 600.