SVWW sucht noch auf einer Position nach einer Verstärkung

"Wir sind in der vergangenen Saison zusammengewachsen": Paul Fernie glaubt, dass der SVWW in der neuen Spielzeit auch von den guten und schlechten Momenten der vorherigen Runde in Liga drei profitieren kann. Archivfoto: Lukas Görlach

Auf welcher Position sich der SV Wehen Wiesbaden vor dem Heimsaisonauftakt gegen Borussia Dortmund II am Montagabend noch verstärken will und wie der Stand bei Gustaf Nilsson ist.

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WIESBADEN. Die Vorbereitung "ist sehr gut gelaufen", hat Paul Fernie in den vergangenen Wochen eine "hoch konzentriert" arbeitende Mannschaft des SV Wehen Wiesbaden erlebt. Athletik, Teamspirit und Taktiktraining - das waren laut dem Sportlichen Leiter drei wichtige Punkte in der Vorbereitung auf die anstehende Fußballsaison in der 3. Liga, die für den SVWW am Montag (19 Uhr) in der heimischen Brita-Arena mit der Heimpartie gegen Borussia Dortmund II beginnt. In der neuen Runde wollen die Hessen besser sein, als der schlussendlich solide achte Platz in der vorherigen Spielzeit, über den beim SVWW aber keiner richtig glücklich war. "Die Konkurrenz ist groß", sagt Fernie auch mit Blick darauf, dass der eine oder andere Club mehr Geld ausgegeben hat, aber: "Wir sind in der vergangenen Saison zusammengewachsen, haben gute und schlechte Momente erlebt. Das macht uns stärker."

"Spieler zu entwickeln, ist unsere DNA"

Dabei kann der SVWW auf eine gut eingespielte Mannschaft bauen, bei den Hessen gab es - im Gegensatz zu anderen Mannschaften - keinen großen personellen Umbruch. Mit Gustaf Nilsson ist der Top-Stürmer ebenfalls weiter da. "Wir tun alles dafür, dass er hierbleibt", sagt Fernie. Ein konkretes Wechselangebot liege derzeit nicht auf dem Tisch. Allerdings ist der Transfermarkt noch bis zum 1. September geöffnet - was der Sportliche Leiter generell nicht wirklich optimal findet, erschwert das lange Transferfenster doch die Planungen. "Meiner persönlichen Meinung nach wäre es besser, wenn es nicht so lange auf hätte, sondern vor den ersten Spielen schließt. Aber das liegt nicht in unserer Hand." Und so bleibt es weiter offen, ob der Schwede die komplette Saison bei den Hessen bleibt. Doch ein Szenario will der SVWW laut Fernie "unbedingt verhindern": Nämlich, dass Nilsson ganz zum Schluss der Transferperiode (beispielsweise am letzten Tag) geht. Schließlich würden die Hessen trotz aller Vorbereitungen etwas Zeit brauchen, um die Lücke zu füllen.

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Apropos Offensive, dort gibt es derzeit noch eine Lücke. "Wir suchen noch einen Mittelstürmer und führen aktuell intensive Gespräche mit mehreren Kandidaten", gibt Fernie einen Einblick in die Planungen und betont, dass der neue Angreifer die Nachfolge von Petar Sliskovic antreten soll, der nach Indien (Chennaiyin FC) gewechselt ist. Alle anderen Positionen seien derweil mehrfach und gut besetzt. Darauf angesprochen, ob weitere Abgänge möglich sind, hält sich der Sportliche Leiter bedeckt. "Wir haben viel Qualität im Kader. Da ist es logisch, dass unsere Spieler interessant sind", sagt Fernie, der das gleichzeitig als Auszeichnung für die Arbeit des SVWW in den verschiedenen Abteilungen von Scouting, über Athletik bis hin zum Training auf dem Rasen sieht. "Das zeigt, dass wir Spieler entwickeln können."

SVWW auf der Suche nach Tempo

Spieler finden, entwickeln und auf die nächste Stufe heben: Das ist den Hessen in der Vergangenheit beispielsweise bei Robert Andrich, Daniel-Kofi Kyereh oder Jakov Medic gelungen. "Spieler zu entwickeln, ist unsere DNA", sieht Fernie diesen Punkt als wichtigen Baustein für nachhaltigen Erfolg an, zu dem ebenfalls das stabile Umfeld gehört. Genau das soll auch bei den jüngsten Neuzugängen gelingen. Ein Kriterium des SVWW war bei der Suche nach Verstärkungen eine gute Athletik. "Für die Art und Weise, wie wir spielen wollen, haben wir mehr Tempo gebraucht", erläutert Fernie. In den Vorbereitungsspielen konnten das die Neuzugänge Robin Heußer - der nach anfänglicher Verletzung wieder fit ist -, Brooklyn Ezeh, Kianz Froese und Max Reinthaler zeigen.

Suheyel Najar musste derweil aufgrund einer Bänderverletzung bei den Testspielen noch komplett zuschauen. Mittlerweile kann er aber zumindest wieder auf dem Platz stehen und absolviert Einzeltraining. "Er ist nicht so weit weg", sagt Fernie. Ansonsten plagen den SVWW derzeit weitestgehend keine Verletzungssorgen. Was sich hoffentlich nicht ändert, bevor es am Montagabend unter Flutlicht gegen den BVB II losgeht. Gegen den die Hessen dann das umsetzen wollen, was sie sich in den Vorbereitungswochen erarbeitet haben. Auch, um direkt "Euphorie und Spaß" zu entfachen, wie Paul Fernie sagt. Denn schließlich will sich der SVWW in dieser Saison wieder weiter nach oben orientieren.