Souverän im Schneegestöber: FCK siegt in Würzburg

In einer umkämpften Partie haben die Roten Teufel (links Philipp Hercher) zunächst viel Mühe. Foto: imago/Jan Hübner

Ein verzögerter Anpfiff und kampfstarker Gegner bringen Kaiserslautern nicht aus der Ruhe. Der 2:1-Erfolg in Würzburg wird zur großen Fan-Party.

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WÜRZBURG. Was mit lauten Laubbläsern und einer großen Räumungsaktion begann, wurde zu einer großen FCK-Party. Der 1. FC Kaiserslautern siegte am Freitagabend bei den Würzburger Kickers 2:1 (1:0) und legte im Aufstiegsrennen somit vor und setzt die Konkurrenz, die am Wochenende noch im Einsatz sein wird, unter Druck. Mike Wunderlich (34.) und Terrence Boyd (57.) besorgten die entscheidenden Treffer in einer besonders im ersten Durchgang umkämpften Partie. Würzburgs Anschlusstreffer kam letztlich zu spät. Den nötigen Rückenwind holten sich die Pfälzer dabei von etwa 4.000 mitgereisten Fans, die die Begegnung vom Start weg in ein gefühltes Heimspiel verwandelten. Dieses stand zunächst noch ein wenig auf der Kippe, da der Rasen im Würzburger Stadion nach Dauerregen und Schneefällen unter Wasser stand. Zahlreiche Helfer packten mit an, schoben die Wassermassen vom Grün und befreiten die Linien mit Laubbläsern vom Nass. Mit einer halben Stunde Verspätung konnte die Partie letztlich angepfiffen werden.

Nach dem 5:1-Erfolg gegen den MSV Duisburg aus der Vorwoche hatte FCK-Trainer Marco Antwerpen praktisch keine Gründe, etwas an seiner Startelf zu ändern. So kehrte lediglich Kapitän Hendrick Zuck nach Gelbsperre zurück und verdrängte Youngster Neil Gibs auf die Bank. Ansonsten blieb das Team unverändert und startete ähnlich zielstrebig wie zuletzt. Terrence Boyd wurde in der Anfangsphase wiederholt vorstellig vor dem Tor der Gastgeber, ohne aber große Gefahr zu entwickeln. Die gab es jedoch auf der Gegenseite. Würzburg, die als Tabellenvorletzter mit dem Rücken zur Wand stehen, startete ebenfalls gut und hätte durchaus in Führung gehen können.

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Fanol Perdedaj (11.) und Robert Herrmann (27.) scheiterten aber mitunter sehr knapp. Kaiserslautern ließ sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und erarbeitete sich schließlich mehr Spielanteile. Marlon Ritter (17.) und Hendrick Zuck (19.) scheiterten noch, dann schlug der Tabellenzweite aber zu. Boyd sicherte im Strafraum gut den Ball, hatte das Auge für Mike Wunderlich, der aus der Distanz sicher ins lange Ecke verwandelte (34.). Ein Kopfball von Kevin Kraus hätte sogar noch das 2:0 bringen können - der Pfosten war jedoch im Weg (40.).

Zum Seitenwechsel kamen beide Mannschaften dann aber mit weniger Schwung aus der Kabine. Die Gäste behielten also die Kontrolle und blieben ähnlich effizient wie vor der Pause. Diesmal war es Wunderlich, der mit einer Freistoßflanke Boyd fand. Kopfball. 2:0 (57.). Um ein Haar hätte Wunderlich gleich den dritten Scorerpunkt nachgelegt, scheiterte mit seinem Versuch aber an Keeper Hendrick Bonmann (64.). Auf der Gegenseite bekamen die Roten Teufel dann beim nächsten Versuch von Herrmann noch einen Fuß dazwischen (66.). Als es schon so aussah, als würde der FCK den Sieg souverän nach Hause bringen, ließen die Gastgeber die FCK-Abwehr doch einmal alt aussehen und Saliou Sané besorgte den späten Anschlusstreffer (85.). Es wurde also doch noch einmal spannend, da Würzburg nun wieder mehr Druck ausübte. Wirklich gefährlich wurde es aber nicht mehr.

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Nächste Station: Ausverkaufter Betzenberg

Kaiserslautern kann nun zunächst entspannt schauen, wie sich die Verfolger an diesem Spieltag schlagen. Und dann wird der Fokus recht schnell auf dem Derby am kommenden Sonntag liegen. Schließlich sind für die Partie gegen den aktuell noch Tabellenvierten Saarbrücken bereits alle verfügbaren 46.895 Tickets verkauft. Es wartet also womöglich die nächste große Party.

Von Tommy Rhein