Zentner rettet Mainz 05 den Sieg beim SC Paderborn

aus Mainz 05

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Der 05er Daniel Brosinski (r.) lässt Paderborns Torwart Leopold Zingerle beim Elfmeter keine Chance.  Foto: dpa

Ein Trainer im Mannschaftsbus, ein Elfmeter-Rekord, ein Torhüter als Held und ein Sprung von den Abstiegsrängen weg. So lässt sich das 2:1 der Mainzer gegen Paderborn...

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PADERBORN. Der FSV Mainz 05 atmet durch: Beim SC Paderborn hat der Fußball-Bundesligist seinen zweiten Sieg in dieser Saison eingefahren und damit zu zumindest vorerst die Abstiegsränge verlassen. Am siebten Spieltag gewannen die 05er in einer zwar nicht hochklassigen, aber spannenden Partie 2:1 (2:1). Robin Quaison (8.) und Daniel Brosinski (32.) mit einem Foulelfmeter, der den Mainzern einen Bundesliga-Rekord bescherte, trafen für die Gäste. Ben Zolinski hatte für den SCP vor 14.217 Zuschauern zwischenzeitlich ausgeglichen (14.). In der 79. Minute hielt 05-Torhüter Robin Zentner einen von Jamilu Collins geschossenen Handelfmeter und damit den Sieg fest.

Die Schwarz-Sperre Die 90 Minuten des Spiels seiner Mannschaft gegen Paderborn verbrachte Trainer Sandro Schwarz im Mannschaftsbus. So saß er seine Gelb-Rot-Sperre ab, die ihm ein Kontaktverbot mit der Mannschaft von 30 Minuten vor dem Anpfiff bis 30 Minuten nach Abpfiff vorschrieb. Seine Vertretung übernahm Jan-Moritz Lichte, beginnend mit dem Fernseh-Interview vor dem Anpfiff. Am Spielfeldrand stand er ganz seinem Naturell entsprechend meist ruhig und aufmerksam beobachtend.

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Die personellen Überraschungen Trainer Sandro Schwarz stellte zum ersten Mal in dieser Saison Levin Öztunali in die Startelf. Schwarz reagierte damit auf den Ausfall des angeschlagenen rechten Verteidigers Ronael Pierre-Gabriel, für den Ridle Baku eine Position nach hinten rückte. Im Sturm setzte Schwarz den Routinier Adam Szalai zunächst auf die Bank. Für ihn begann Karim Onisiwo. Dazu stellten die 05er taktisch um. Statt mit der gewohnten Raute spielten sie mit zwei defensiven Mittelfeldspielern und zwei schnellen Außen (Boetius, Öztunali). Eine Überraschung gab es auch bei Paderborn: Der langjährige 05-Profi Jannik Huth, bisher SCP-Stammkeeper, musste seinen Platz für Leopold Zingerle räumen.

Öztunali liefert Seine Aufstellung bestätigte Levin Öztunali in der ersten Halbzeit mehrmals. Für beide Mainzer Treffer vor der Pause erhält er den Assist-Punkt. Vor dem 1:0 eroberte er den Ball im Mittelfeld und spielte einen perfekten Pass auf Quaison, der sich diese Chance nicht entgehen ließ – im Gegensatz zu weiteren großen Möglichkeiten, die er vor allem zum Ende der ersten Halbzeit, aber auch noch im zweiten Spielabschnitt hatte. Vor dem 2:1 drehte sich Öztunali im Strafraum. Der Paderborner Jamilu Collins zog ihm den Fuß weg, und Schiedsrichter Patrick Ittrich pfiff Elfmeter. Es wurde ein Strafstoß, der Bundesliga-Geschichte schrieb.

Der Bundesliga-Rekord Sicher wie immer setzte Brosinski den Strafstoß ins Netz. Dies war zugleich der 25. Elfmeter in Folge, den die 05er in einem Bundesliga-Spiel verwandelten. Und damit haben sie nun einen mehr, als der VfL Bochum zwischen 1978 und 1982 nutzte. Der Rekord gehört nun alleine den 05ern. Der letzte Mainzer, der einen Elfmeter vergab war übrigens Adam Szalai, allerdings in seiner ersten Zeit bei den Rheinhessen. Damals traf er gegen den Nürnberger Raphael Schäfer nicht.

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Was nicht gut lief Das Umschaltspiel krankte teilweise an Fehlpässen. Und daran, dass die 05er nicht immer Zugriff auf die Paderborner bekamen. Zudem verloren sie in Strafraumnähe Zweikämpfe. Dies nutzte der SCP zum 1:1, das Jamilu Zolinsku vollendete. Und es war am auffälligsten zu sehen, als sich Cauly Oliveira Souza am Elfmeterpunkt fast gegen drei 05-Defensivspieler durchgesetzt hätte. Moussa Niakhaté bekam im letzten Moment den Fuß noch an den Ball (24.). Und vorne fehlte dem FSV auch in diesem Spiel die Effizienz, sonst hätte er das Spiel schon früher entscheiden können.

Retter Zentner Als Daniel Brosinski nach einer Hereingabe der Ball an den Arm und Schiedsrichter Ittrich zurecht auf Handelfmeter für Paderborn entschied, schien den Mainzern der Sieg zu entgleiten. Doch Torhüter Robin Zentner tauchte in die richtige Ecke und wehrte den von Collins getretenen Strafstoß ab. Auch, aber nicht nur wegen dieser Szene bestätigte Zentner seinen neu erworbenen Status als Nummer eins der Mainzer.