"Wir müssen es mehr wollen" - Mainz 05 vor dem Spiel gegen...

aus Mainz 05

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Martin Schmidt. Archivfoto: dpa

Am Samstag empfängt Mainz 05 den VfL Wolfsburg. Der hat mit Andries Jonker gerade erst einen neuen Trainer verpflichtet. Das muss jedoch kein Nachteil für die Rheinhessen...

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MAINZ. Neuer Trainer, neues Glück. Dieses Prinzip ist in der Fußball-Bundesliga hinlänglich bekannt. Nach dem Wechsel an der Seitenlinie können sich die Spieler neu beweisen, alte Muster werden aufgebrochen. So weit die Vorteile für die Mannschaft mit dem neuen Coach. Martin Schmidt, Trainer des FSV Mainz 05, sieht allerdings auch andersherum Vorteile. Er empfängt mit seiner Mannschaft an diesem Samstag (15.30 Uhr) den VfL Wolfsburg samt Andries Jonker, dem Nachfolger von Valérien Ismaël.

Das muss kein Nachteil für die Mainzer sein, findet Schmidt, der sagt: „Der Trainerwechsel hat meine Spieler wachgerüttelt.“ Wer zuvor gedacht habe, dass da am Samstag eine Mannschaft in die Opel Arena komme, „die in den letzten Wochen nicht so gut gespielt hat“, sei nun gewarnt. „Jeder weiß, hoppla, da ist ein neuer Trainer, da werden die Karten neu gemischt.“ Von „lockeren Vögeln“, die Schmidt nach dem 2:0-Sieg in Leverkusen für die Trainingswoche noch befürchtet hatte, war denn auch in der Vorbereitung auf das Wolfsburg-Spiel keine Spur. Am Mittwoch habe er gar die beste Trainingseinheit des Jahres gesehen, sagte Schmidt – der allerdings auch nur selten öffentlich von schlechten Trainings berichtet.

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Ganz unabhängig von dem, was auf der gegnerischen Trainerbank passiert, wollen sich die Mainzer auf sich selbst konzentrieren. „Ich werde unser Spiel nicht an den Gegner anpassen – ich weiß ja nicht worauf“, stellte Schmidt klar. Für den 05-Trainer gilt vor allem das Credo, aus der jüngsten Vergangenheit zu lernen. Und die heißt: Nach einem 2:0-Sieg gegen den FC Augsburg – als in Mainz wieder alles im Lot schien – waren eine Woche später die kriselnden Bremer zu Gast. Das Ergebnis ist bekannt: Der Gegner wollte es mehr, die 05er verloren 0:2. Wieder wurde es nichts mit den zwei Siegen in Folge.

"Der Bann ist gebrochen"

Nun also der nächste Versuch: Wieder gehen die Mainzer mit einem 2:0-Sieg im Rücken in die Partie, wieder ist ein Gegner in der Krise zu Gast. „Gegen Wolfsburg müssen wir es mehr wollen“, appellierte Schmidt bereits zu Beginn der Trainingswoche an die Einstellung seiner Spieler. Ihm macht vor allem der Dreier in Leverkusen Mut. „Dieser Auswärtssieg hat uns gut getan, der Bann ist gebrochen.“

Nun geht es also ums Nachlegen. „Und das Grundgefühl, dass wir das können, ist da“, sagt Schmidt. Für die Mainzer könnte es der Beginn einer Mini-Serie sein. Denn in dieser bisher inkonstant verlaufenen Saison gewann die Schmidt-Elf erst einmal zwei Spiele am Stück: die beiden Auswärtspartien in Augsburg und Bremen zu Beginn der Hinrunde. Nun folgt also der nächste Versuch, bei dem bis auf Ersatztorhüter Florian Müller, Emil Berggreen, Karim Onisiwo und den nach einer Gelb-Roten Karte in der Dritten Liga gesperrten Leon Balogun alle Mainzer an Bord sind.

Lob von Schröder

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Nicht stören lassen wollen sich Schmidt und sein Team von den Geschehnissen abseits des Platzes. Wie sich der Trubel um den massiv in der Kritik stehenden Präsidenten Harald Strutz auf ihre Arbeit ausgewirkt habe, wurden Schmidt und Sportdirektor Rouven Schröder auf der Pressekonferenz gefragt. „Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, ich beschäftige mich nicht damit“, sagte Schröder und wiederholte das, was er bereits am Dienstag im Gespräch mit dieser Zeitung gesagt hatte: „Der Verein steht über allem. Auch über einzelnen Personen.“ Schröder lobte die Mannschaft und das Trainerteam dafür, wie sich voll aufs Sportliche fokussieren würden.

„Das ist auch das Wichtigste im Verein, dass wir sportlich die richtigen Entscheidungen treffen.“ Martin Schmidt sagte, bei der Mannschaft komme „nur sehr wenig an“. Man sage den Spielern ja sonst auch, dass sie die Rahmenbedingungen ausklammern müssten, um sich auf das Sportliche zu konzentrieren. So sei es auch in diesem Fall. Dass die Mannschaft sich in irgendeiner Weise beeinflussen lässt, glaubt Schmidt nicht. Er vergleicht die Situation mit dem Vorjahr: „Da wurde das ganze Jahr über Christian Heidel geredet und man hat gesehen, das hat das Team sportlich überhaupt nicht eingegrenzt.“