Vater und Söhne: Die Hübners hoffen auf den Neustart

aus Eintracht Frankfurt

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Eintracht-Manager Bruno Hübner. Foto: Thomas Frey/dpa

Eintracht-Manager Bruno Hübner hält fünf Auswechslungen während eines Spiels in Zeiten von Corona für eine gute Idee. Die Vorbereitung auf den 15. Mai läuft im Training.

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FRANKFURT. Alles für den Fußball, alles für den Beruf. In wohl keiner anderen Familie in Deutschland wird der Neustart der Fußball-Bundesliga so herbeigesehnt wie bei den Hübners. Vater Bruno (59) ist Manager bei der Frankfurter Eintracht. Sohn Benjamin (30) ist Kapitän bei der TSG 1899 Hoffenheim. Und Sohn Florian (29) ist Abwehrspieler beim FC Union Berlin. Alle vereint die Hoffnung, dass es jetzt bald wieder losgeht.

Gesundheitliche Bedenken gibt es keine im Hause Hübner, auch nicht bei Mutter Karin, „Wir haben zu Hause keine Angst, nicht um uns, nicht um unsere Söhne“, sagt Bruno Hübner, „wir wissen, dass wir in der Liga ein gutes Hygienekonzept haben und medizinisch gut betreut werden.“ Die ganze Familie habe schon seit Wochen dieses Konzept mit aller Konsequenz gelebt. „Wie bei allen Menschen stehen Abstand und Hygiene bei uns an erster Stelle“, sagt der Eintracht-Manager, „der persönliche Kontakt zu unseren Söhnen findet ausschließlich über FaceTime statt.“ Die ganze Familie habe sehr darauf geachtet, „alle sozialen Kontakte zu vermeiden“.

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Privatleben neu organisiert

Vater Bruno, im Alter von 59 Jahren noch knapp unter der Grenze zur Risikogruppe, geht mit gutem Beispiel voran. „Meine Frau und ich, wir halten uns streng an die Regeln“, sagt er, „ich persönlich habe seit sechs Wochen nicht mehr eingekauft.“ Das Privatleben bei den Hübners wurde in den letzten Wochen komplett neu organisiert. „Wir haben die Kontakte auf ein Minimum heruntergefahren und stehen nur in Kontakt mit Menschen, die sich auch an die Auflagen halten“, erzählt er, „wir sind diszipliniert und haben bei uns somit auch die Messlatte hochgelegt“.

Das alles gilt bei Bruno Hübner auch für die Arbeit bei der Eintracht. Fast täglich ist er in den letzten Wochen ins Büro in die Arena gefahren, hat dort unter Wahrung des Abstandes seine Geschäfte weitergeführt. Und natürlich hat er auch den einen oder anderen Blick auf den Trainingsplatz geworfen. „Wir trainieren in Kleingruppen ohne Zweikämpfe und halten uns streng an die Empfehlungen und Auflagen des zuständigen Gesundheitsamts“, sagt er, „unser Trainerteam versucht dennoch, das Programm so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten.“ Besonders belastet seien die Torhüter in diesen Zeiten des fehlenden Wettkampfes. Denn Tag für Tag steht Schusstraining auf dem Programm. „Sie haben noch nie so viele Schüsse aufs Tor bekommen wie jetzt“, lacht der ehemalige Stürmer.

Auch auf die mentale Stärke kommt es an

Neben der Beibehaltung beziehungsweise Wiedererlangung der körperlichen Fitness komme es in diesen Tagen vor allem auf die mentale Stärke an. Gerade dies versuche Trainer Adi Hütter den Spieler zu vermitteln. „Wir befinden uns in der sechsten Woche der Vorbereitung ohne konkretes Ziel, das ist schon schwierig“, sagt Hübner, „auch hier spielt das Thema Disziplin und mentale Stärke wieder eine große Rolle.“

Sollte die Liga wirklich am 15.Mai beginnen dürfen, hätten die Klubs nur eine gute Woche Zeit, um sich im Wettkampfmodus im Training vorzubereiten. „Die Trainer hätte natürlich gerne mehr Zeit, normalerweise sind mindestens 14 Tage wünschenswert“, sagt Hübner, „doch dies liegt nicht in unserer Hand und am Ende herrschen für alle gleiche Bedingungen.“ Dass der Weltfußball-Verband FIFA womöglich wegen der außergewöhnlichen Umstände in Zukunft fünf Auswechslungen pro Spiel zulassen könnte, hält der Frankfurter Manager für eine gute Idee. „Der Ansatz ist nicht abwegig“, sagt er, „diese Idee sollten wir weiterverfolgen, denn die Gesundheit der Spieler steht im Vordergrund.“

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Uns so schaut die ganze Familie Hübner mit großer Spannung auf den Mittwoch, wenn die Politik weitreichende Entscheidungen für das gesamte gesellschaftliche Leben und eben auch für die Bundesliga treffen will. „Es gibt immer Kritikpunkte, aber die Regierung macht das in dieser Phase richtig gut“, lobt Hübner, „die Politiker werden am Mittwoch die richtige Entscheidung treffen, davon bin ich überzeugt.“ Aus Sicht der Hübners wäre „richtig“ in diesem Fall, die Erlaubnis für die Liga zu erteilen, den Spielbetrieb wieder aufnehmen zu dürfen.

Von Peppi Schmitt